Ausgerechnet eine Demokratin: Um die Mehrheit im Senat zu erringen, brauchen die Demokraten einen Sieg im wichtigen Bundesstaat Michigan. Doch dieser Sieg könnte jetzt gefährdet sein, nachdem die demokratische Kongressabgeordnete Haley Stevens ihrer Partei in den Rücken gefallen war. Überraschend hatte die 43-jährige Demokratin am Wochenende zur Wahl des republikanischen Kandidaten aufgerufen. Die Demokraten sprechen von einer «Racheaktion» einer schlechten Verliererin.
Haley Stevens hatte die Vorwahl gegen den sehr links stehenden, Israel-kritischen Abdul El-Sayed, einen Epidemiologen, verloren. Nun spricht sie sich für die Wahl des republikanischen Kandidaten und Trump-Freunds Mike Rogers aus. Dafür wurde sie von Trump gelobt. Er hoffe, sagte der Präsident, Haley Stevens werde der republikanischen Partei beitreten. Trump bezeichnet El-Sayed als «Jihadisten» und «Kommunisten».
Um die Mehrheit im Senat zu erreichen, müssten die Demokraten mindestens vier Sitze dazugewinnen. Laut den jüngsten, am Montagvormittag veröffentlichten Umfragen der New York Times liegt El-Sayed klar vor dem Republikaner Mike Rogers. Die Umfrage wurde allerdings vor Haley Stevens’ Bekenntnis zu Mike Rogers durchgeführt.
Doch trotz des Aufrufs von Haley Stevens, für den Republikaner Rogers zu stimmen, gehen die Demokraten zuversichtlich in die Wahlen am morgigen Dienstag. Laut den am Montagvormittag veröffentlichten jüngsten Umfragen der New York Times und der Siena University konnten die Demokraten überall Boden gutmachen. Die Partei liegt in all jenen sieben Bundesstaaten, die voraussichtlich über die Kontrolle im Senat entscheiden werden, vorn: Michigan, Kansas, Texas, Maine, Ohio sowie – mit knapperem Vorsprung – Alaska und Iowa.