Hartnäckige Proteste der Kakerlaken-Partei in Indien. Seit Wochen sorgen Demonstrationen und Aktivitäten der sogenannten Kakerlaken-Partei im bevölkerungsreichsten Land der Erde für Aufregung und politische Kontroversen. Die Bewegung geht zurück auf eine abschätzige Bemerkung des Obersten Richters über arbeitslose Jugendliche, die er als «Kakerlaken» und «gesellschaftliche Parasiten» beschimpfte. Als Reaktion darauf gründete ein indischer Student in Boston eine «Plattform für alle Kakerlaken», die sich als «Stimme der Faulen und Arbeitslosen» definiert. Der Name «Cockroach Janata Party» (CJP) gilt als Parodie auf die Regierungspartei BJP von Narendra Modi. Im Bild: Kakerlaken-Demonstranten in Mumbai am Mittwoch.
Der Auftritt der Kakerlaken-Partei Mitte Mai verbreitete sich sofort über das Internet in den sozialen Netzwerken. Schon Ende Mai folgten ihr über 25 Millionen Menschen.
Die zunächst im Internet verbreitete Bewegung mutierte inzwischen auch zu Strassenprotesten, als der Gründer der Kakerlaken-Partei, Abhijeet Dipke, aus den USA nach Indien zurückkehrte. Die Anhänger der Partei verlangen den Rücktritt des Erziehungsministers und Reformen der Prüfungssysteme für die Zulassung von Studienplätzen oder die Vergabe von begehrten Posten in der Regierungsbürokratie, die teilweise als korrupt gilt. Politiker der BJP kritisierten die Satirepartei als Versuch, die Regierung von Narendra Modi zu destabilisieren und äusserten vage Anspielungen auf angebliche ausländische Verschwörungen.