Politik löst keine Probleme mehr? Nicht so in Chiasso! Eine neue städtische Verordnung, die Mitte August 2026 in Kraft treten wird, verpflichtet die dortigen Hundehalterinnen und -halter, das Pipi ihrer Lieblinge mit einer Flasche Wasser wegzuspülen – eine in der Schweiz bislang einzigartige Massnahme.
Bei Zuwiderhandlung droht eine Busse von 100 Franken. Die neue Gemeindeverordnung sei Mitte Juni verabschiedet worden, teilte ein Sprecher der Stadtregierung mit. Sie werde aber erst Mitte August nach einer «Sensibilisierungsphase» für die Bevölkerung wirksam eingeführt.
Die Gemeinde Chiasso zähle 500 Hunde. Die neue Verhaltensregel betreffe nur Besitzer, deren Tiere auf die Gehwege und an die Fassaden im Stadtzentrum urinierten. Man habe sich aus Hygienegründen und wegen der durch die hohen Temperaturen in den letzten Wochen verschärften Geruchsbelästigung entschieden, diese Busse einzuführen. Um die neue Verordnung einzuhalten, müssten Hundebesitzer, die ihre Tiere in der Stadt ausführten, eine Wasserflasche mit sich führen, um den Urin ihrer Tiere wegzuspülen.
«Besitzer, die das neue Gesetz nicht respektieren, erhalten eine erste Verwarnung und werden im Wiederholungsfall gebüsst», präzisierte der Sprecher. Er betonte, die Kontrollen würden von der Stadtpolizei im Rahmen ihrer normalen Überwachungstätigkeit durchgeführt.
Die Stadt Locarno teilte am Freitag mit, dass sich die Gemeindebehörden nächste Woche mit dem Thema befassen werden. Man ziehe in Erwägung, die gleiche Massnahme wie Chiasso einzuführen.