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Kabarett

Haders letztes Programm

16. November 2024
Laura Weidacher
Josef Hader
Der Kabarettist und Schauspieler Josef Hader bei der Vorstellung seines neuen Programms «Hader on Ice» am 11. Juni 2021 in Wien (Keystone/APA, Roland Schlager)

Unter dem Titel «Hader on Ice» tritt der österreichische Kabarettist Josef Hader – vielfach ausgezeichneter Schauspieler, Filmemacher und Regisseur – derzeit auch an einzelnen Orten in der Schweiz auf. Der Titel ist Programm, doch was meint er damit?

Nun, «auf Eis gelegt» kann er bei seinem anhaltenden Erfolg wohl nicht meinen. Wohl eher «Whisky on Ice» oder ähnlich Trinkbares, um den Geist Tag für Tag wieder anzukurbeln. Oder was sonst? Die Antwort bleibt dem Zuschauer überlassen, denn, wie Hader selbst in einem Fernsehinterview sagte, liebe er Programmtitel, die nicht von vornherein eindeutig festzulegen seien.

Auf diese Art geht er auch mit dem ersten Satz seines Soloprogramms um, indem er das Publikum (vor ausverkauften Häusern) jeweils mit dem Satz begrüsst: «Das ist mein letztes Programm!» Wie jetzt? Letztes Programm oder (aller-)letztes Programm? Die Zukunft wird es wohl zeigen. Und man kann nur hoffen, dass Hader noch viele derart brillante und entsprechend bejubelte Abende im Gepäck hat.

Die ausgetauschte Menschheit

Denn auch wenn der Oberösterreicher Hader von der berühmten Wiener Unfreundlichkeit spricht, auch wenn er gnadenlos zynisch den Schweiss älterer Herren mit süsslichem Verwesungsgeruch vergleicht, er selber unter Verstopfung und Beinkrämpfen leidet (Stichwort «Leiden an Nicht-Durchblutung») und ihn die jüngeren Frauen verlassen, so spendet er uns postwendend Trost mit der Feststellung, dass – ehh! – rund alle hundert Jahre die komplette Menschheit ausgetauscht wird. Auch wenn sich das die wenigsten Leute vor Augen führen. Und dass die besten Menschen ohnehin die Arbeiter seien. Aber: «Ich möcht so gern mal einen treffen.»

Was Josef Haders Humor so einmalig macht, ist eine abgründige Mischung aus Klugheit, Selbstkritik, unbestechlicher Beobachtungsgabe, Nachdenklichkeit und – ja – auch Traurigkeit. Genau das führt er uns vor. Einen Menschen eben. Einer, der sich erst ganz zum Schluss ans Klavier setzt und «Somewhere over the rainbow» singt und spielt. Das Leben ist ein Narrenhaus und wir brechen zum Glück hie und da aus, um mit Josef Hader über den oder unter dem Regenbogen zu balancieren. An einem wundervollen Abend voller Lachen und gescheiten Gedanken. 

Nächste Gastspiele Schweiz: 
7. Dezember 2024: Arosa, Tschuggenzelt
14. und 15. Januar 2025: Zürich, Kaufleuten
16. Januar 2025: Bern, Theater National

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