Wer in den USA den Lake Ontario auf Google Maps sucht, findet ihn nicht. Google hat den See in «Lake America» umgetauft – so wie es Trump verfügt hat. In Kanada und im Rest der Welt heisst das Gewässer nach wie vor «Lake Ontario».
Der Lake Ontario wird gemäss dem Boundary Waters Treaty (Grenzgewässervertrag) gemeinsam von Kanada und den Vereinigten Staaten verwaltet. Der Vertrag wurde Anfang des 20. Jahrhunderts geschlossen, um Streitigkeiten über die Nutzung der gemeinsam geteilten Gewässer zu verhindern und beizulegen.
Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte, sein Land werde den See, der sich über die Grenze beider Staaten erstreckt, «für immer» Lake Ontario nennen.
Am Samstag ging der Premierminister der kanadischen Provinz Ontario, Doug Ford, noch einen Schritt weiter. Er enthüllte auf der kanadischen Seite des Sees ein Schild, auf dem in grossen Buchstaben «Lake Ontario» steht, gefolgt von den Worten «Now and Always».
Anschliessend veröffentlichte er ein Video in den sozialen Medien. Darin steht er vor dem Schild und sagt: «Machen wir es klar: Lange vor Präsident Trump wurde dieser See Lake Ontario genannt. Und lange nachdem Präsident Trump nicht mehr da sein wird, wird er immer noch Lake Ontario heissen.»
Trumps Verfügung ist die jüngste geografische Umbenennung des Präsidenten. Bereits an seinem ersten Tag zurück im Amt im Januar 2024 leitete er die Änderung der Bezeichnung «Gulf of Mexico» (Golf von Mexiko) in «Gulf of America» (Golf von Amerika) ein. Google folgte daraufhin mit einer ähnlichen Erklärung und teilte damals mit, dass das Unternehmen die Namensänderung übernehmen werde.
Alternativen zu Google Maps, darunter Waze und Apple Maps, bezeichneten den See am Sonntagnachmittag weiterhin als «Lake Ontario». Auch MapQuest informierte seine Nutzer bereits am Donnerstag in einem Beitrag in den sozialen Medien: «Wir werden es nicht ändern.»
J21 (Quellen: AP, CNN)