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Musik der Woche

Glasunows erste Symphonie

14. Juni 2026
Iso Camartin
Alexander Glasunow
Alexander Glasunow im Jahr 1887 (Bild: PD)

Alexander Glasunow (1865–1936) gehört in Russland, und inzwischen auch weltweit, zu den hoch anerkannten Komponisten. Auf Empfehlung von Balakirew begann er ein Studium bei Rimski-Korsakov. Die Uraufführung seiner 1. Symphonie war der Durchbruch. Sein Werk besteht aus neun Symphonien, anderen Orchesterwerken, Kammermusik, Klavier- und Orgelmusik. Sein Grab befindet sich in Sankt Petersburg im Alexander-Newski-Kloster.

Die 1. Symphonie trägt die Opuszahl 5. Glasunow war damals erst 16 Jahre alt. Die Uraufführung fand 1882 in Sankt Petersburg unter der Leitung von Balakirew statt. Es kam bald zu weiteren Aufführungen. Ein Kritiker schrieb damals: «Glasunow ist als eine musikalische Urkraft geboren und sofort als junger Samson in die Arena gesprungen.» Bei der Instrumentierung des Werkes standen ihm Balakirew und Rimski-Korsakow zur Seite. 1884 kam es in Anwesenheit von Franz Liszt zu einer Aufführung in Weimar, 1885 dirigierte sie Hans von Bülow in Sankt Petersburg.

Der erste Satz klingt unbekümmert, munter bis naiv, so als käme es vor allem darauf an, mit der Welt zufrieden zu sein. Der zweite Satz ist ein Scherzo, in der Stimmung vergleichbar, mit dem ersten. Der dritte Satz ist ein Adagio, in dem besinnlichere Töne zur Geltung kommen. Hier hört man erstmalig so etwas, als habe auch ein noch sehr junges Leben Momente des Staunens und der Verwunderung. Der letzte Satz klingt so, als wolle auch ein junger Komponist bereits beweisen, dass er mit Polyphonie und Fugentechnik umzugehen versteht.

Heute geniesst vor allem Glasunows Violinkonzert grosse Beliebtheit unter Geigern. In Paris existiert auch ein Glasunow-Forschungszentrum, das sich seinem Werk verpflichtet fühlt.

Die Aufnahme, die ich mit der 1. und der 5. Symphonie empfehle, erschien bei Orfeo 1983. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks spielt unter der Leitung von Neeme Järvi.

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