Camille Saint-Saëns (1845–1921) war Pianist, Organist, Dirigent und Musikpädagoge. Sein Einfluss In Frankreich war enorm. Zu seinen weltweit bekanntesten Werken gehören sein «Karneval der Tiere», sein Cellokonzert sowie seine Oper «Samson et Dalila».
Von seinen fünf Symphonien, mit denen wir uns hier beschäftigen, ist die in c-moll, die sogenannte «Orgelsymphonie», die bekannteste. Die Symphonien entstanden zwischen 1853 und 1886, also über drei Jahrzehnte hinweg. Hörenswert sind sie alle.
Die Musik dieser Symphonien ist aufmunternd, bleibt niemals haften. Manchmal scheinen sie auch Zweifel zu befallen. Wir hören auch trotzig stampfende Rhythmen, dann wieder einschmeichelnde Melodien.
Wenn wie bei der Orgelsymphonie die Orgel mit dem Orchester musiziert, hat die Musik einen Hang zu kirchlicher Feierlichkeit, aber nicht nur. Wir wissen, dass die Orgel sich auch für höchst weltliche Klänge eignet, die nichts mit Weihrauch und Kirchenatmosphäre zu tun haben.
Was ich an Saint-Saëns so bewundere ist seine klassizistische Grundorientierung, die in keiner Note Gefahr läuft, akademisch steril zu werden.