Zu deutsch heisst der Titel dieses Balletts «Liebeszauber». Manuel de Falla (1876–1946) komponierte es 1915. Das Werk gibt es – nicht zuletzt aufgrund seiner Beliebtheit – in mehreren Fassungen. Am bekanntesten ist die Fassung für eine Mezzosopran-Stimme und grosses Orchester. Die Handlung spielt in Andalusien im Zigeunermilieu. Heute spielt in den Konzertsälen eigentlich nur diese Fassung eine Rolle.
Die Musik ist hinreissend «fremdländisch», so wie man es von spanischer Musik erwartet. Spanien kennt viele Arten von Musik, die auf einen Vielkulturen-Staat deuten. So haben wir hier Erinnerungen an verletzte Liebe, an Geisterszenen mit Tänzen der Verzweiflung, an rituelle Feuertänze, an Glauben an Irrlichter und an Kirchenglocken, von denen man nicht weiss, ob sie an Schreckliches oder an Tröstliches mahnen sollen. Nur die Glocken der Morgendämmerung scheinen zu verkünden: »Der Tag will nun erwachen. Klingt ihr Glocken, klingt! Mein Glück ist wiedergekehrt!»
Die Aufnahme, die ich empfehle, ist 1966 erschienen bei DGG Hamburg. Die Sängerin ist Grace Bumbry, Mezzosopran. Es spielt das Radio Symphonie Orchester Berlin unter der Leitung von Lorin Maazel.