Jean Sibelius' (1865-1957) Violinkonzert Opus 47 entstand 1903. Es bildet im Repertoire jedes Violinisten eine grosse geigerische Herausforderung. Entsprechend zahlreich sind die Aufnahmen, mit denen alle grossen Geiger des 20. Jahrhunderts Sibelius Tribut gezollt haben. Neben seiner 2. Sinfonie gehört es heute zu den am häufigsten aufgeführten Werken des finnischen Komponisten.
Die Musik ist so virtuos wie romantisch in der Grundstimmung, von grosser rhythmischer Eindringlichkeit wie von unwiderstehlichem lyrischem Zauber. In seinen Memoiren erinnert sich Sibelius: «Die Geige hatte mich ganz in ihren Bann geschlagen; zehn Jahre lang war es mein frommster Wunsch gewesen, ein grosser Geigenvirtuose zu werden.»
Dies ist ihm mit der Komposition seines Violinkonzertes auch gelungen. Das Konzert vermeidet auch nicht schwierige Kadenzen, mit Doppelgriffen und allen Kunststücken, die man von Virtuosen erwarten darf. Es ist deshalb unter nationalen wie musikalischen Aspekten ein Meisterwerk erster Güte.
Die Aufnahme, die ich empfehle, ist die Einspielung der Geigerin Janine Jansen. Klaus Mäkelä dirigiert das Oslo Philharmonic Orchestra. Sie erschien bei Decca Classics, 2024.