Eine Reiterin der «Gyor Devil Riders» zeigt im Lipizzaner-Reitzentrum im ungarischen Szilvásvárad akrobatische Einlagen. Das jährlich stattfindende Galopprennen zieht Tausende Zuschauer und Zuschauerinnen an. Das Lipizzaner-Pferd wurde dazu gezüchtet, den Glanz und Luxus am Hof von Königen und Königinnen zu steigern.
Das barocke Erscheinungsbild, die anmutigen Bewegungen und das makellose «weisse» Erscheinungsbild dieser Rasse sorgen seit über 300 Jahren nicht nur bei Pferdefreunden für ein einzigartiges Erlebnis.
Die ungarische Zucht der Lipizzaner-Pferde geht auf das Jahr 1806 zurück. Nach mehreren Zwischenstationen liess sich das Gestüt schliesslich an seinem heutigen Zuchtstandort, dem Bükk-Plateau, nieder, wo die Umweltbedingungen den Bedürfnissen der Rasse am besten entsprechen. Derzeit sorgen in Szilvásvárad rund 70 Zuchtstuten und die Hengste für die Weiterentwicklung dieser aussergewöhnlich wertvollen Pferderasse. Der aktuelle Pferdebestand umfasst etwa 250 Pferde. Bis zum Alter von drei Jahren leben die Fohlen in Csipkéskút, einer besonders geschützten Region des Bükk-Nationalparks.
Die Aufgabe des 1952 gegründeten Nationalgestüts Szilvásvárad – heute «National Stud Farm Szilvásvárad» genannt – besteht darin, den ungarischen Lipizzaner-Zuchtbestand zu erhalten.
Beim diesjährigen Nationalen Galopprennen wurde an Generalmajor Mihály Répásy erinnert, einen General der Revolution und des Freiheitskampfes von 1848–49, der eine wichtige Rolle bei der Organisation des militärischen Gestütswesens spielte.