Damals am 10. Juni

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Damals am 10. Juni

Von Journal21, 10.06.2021

Tod von Alexander dem Grossen - Der Zürcher Geissturm explodiert - Massaker an Armeniern - Tod Antoni Gaudí - Der Kugelschreiber kommt - Massaker von Oradour - Israel besetzt die Golanhöhen - Tod von Rainer Werner Fassbinder

Herausgegriffen

10. Juni 1652: Gegen 18.00 Uhr zieht ein Gewitter über Zürich auf. Der Blitz schlägt in den Geissturm an der Winkelwiese ein (oben im Bild). 432 Zentner Schiesspulver sind dort gelagert. Der Turm explodiert. Mehr als 100 Meter der angrenzenden Stadtmauer werden gesprengt. In der Nähe des Grossmünsters geht ein Steinregen nieder. Steine des Turm werden bis über den See geschleudert. (Ausschnitt aus der Holzschnitt-Planvedute der Stadt Zürich von Jos Murer von 1576.)
10. Juni 1652: Gegen 18.00 Uhr zieht ein Gewitter über Zürich auf. Der Blitz schlägt in den Geissturm an der Winkelwiese ein (oben im Bild). 432 Zentner Schiesspulver sind dort gelagert. Der Turm explodiert. Mehr als 100 Meter der angrenzenden Stadtmauer werden gesprengt. In der Nähe des Grossmünsters geht ein Steinregen nieder. Steine des Turm werden bis über den See geschleudert. (Ausschnitt aus der Holzschnitt-Planvedute der Stadt Zürich von Jos Murer von 1576.)

Es geschah an einem 10. Juni

323 vor Chr.: Tod von Alexander dem Grossen, mazedonischer (makedonischer) König.

1190: Kaiser Friedrich Barbarossa (Friedrich I.) ertrinkt im Fluss Saleph in der heutigen Südtürkei.

1580: Tod von Luís Vaz de Camões, portugiesischer Nationaldichter (u. a. Epos „Die Lusiaden“ 1572). Sein Todestag ist Nationalfeiertag.

1652: Der Blitz schlägt in den Geissturm an der Winkelwiese in Zürich.

1819: Geburt von Gustave Courbet

Courbet wird in Ornans bei Besançon im französischen Jura geboren. Er gilt als einer der einflussreichsten französischer Maler des Realismus. Berühmt wird er unter anderem mit seinen Selbstporträts und seinem heute im Pariser Musée d’Orsay hängenden Bild „Der Ursprung der Welt“, das eine grosse Vagina zeigt, was bei Puristen heute noch für rote Köpfe sorgt. Courbet, der politisch aktiv ist und der Pariser Kommune angehört, verlangt aus politischen und ästhetischen Gründen die Entfernung der Colonne Vendôme und setzt durch, dass sie abgerissen wird. Danach wird er von der neuen französischen Regierung zur Zahlung eines Schadenersatzes von 335’000 Francs verurteilt. Courbet flieht in die Schweiz, wo er malerisch sehr aktiv ist und am 31. Dezember 1877 in La-Tour-de-Peilz bei Vevey (VD) stirbt. Im Bild „Der Verzweifelte“, 1845, Selbstporträt. (Bild: PD)
Courbet wird in Ornans bei Besançon im französischen Jura geboren. Er gilt als einer der einflussreichsten französischer Maler des Realismus. Berühmt wird er unter anderem mit seinen Selbstporträts und seinem heute im Pariser Musée d’Orsay hängenden Bild „Der Ursprung der Welt“, das eine grosse Vagina zeigt, was bei Puristen heute noch für rote Köpfe sorgt. Courbet, der politisch aktiv ist und der Pariser Kommune angehört, verlangt aus politischen und ästhetischen Gründen die Entfernung der Colonne Vendôme und setzt durch, dass sie abgerissen wird. Danach wird er von der neuen französischen Regierung zur Zahlung eines Schadenersatzes von 335’000 Francs verurteilt. Courbet flieht in die Schweiz, wo er malerisch sehr aktiv ist und am 31. Dezember 1877 in La-Tour-de-Peilz bei Vevey (VD) stirbt. Im Bild „Der Verzweifelte“, 1845, Selbstporträt. (Bild: PD)

1836: Tod von André-Marie Ampère, französischer Physiker, Mathematiker. Nach ihm wird die Stromstärke „Ampère“ benannt.

1865: In München wird Wagners „Tristan und Isolde“ uraufgeführt.

1895: Geburt von Hattie McDaniel, amerikanische Schauspielerin. Als erste Afro-Amerikanierin erhält sie einen Oscar (1940), und zwar für ihre Nebenrolle in „Vom Winde verweht“ (1939). 

1901: Geburt von Frederick Loewe, amerikanischer Komponist („My Fair Lady“ 1956), Oscar-Preisträger.

1915: Türkische Truppen töten 25’000 Armenier in der Kemach-Schlucht.

1915: Geburt von Saul Bellow, amerikanischer Nobelpreisträger für Literatur (verliehen 1976), Pulitzer-Preisträger (u. a. „Humboldt’s Gift/Humboldts Vermächtnis“ 1975).

1921: Geburt von Philip, Duke of Edinburgh

Er war 73 Jahre lang der Ehemann von Queen Elizabeth II. Er stirbt am 11. April 2021. Das Bild zeigt die beiden kurz vor der Heirat am 10. Juli 1947. (Foto: Keystone/AP)
Er war 73 Jahre lang der Ehemann von Queen Elizabeth II. Er stirbt am 11. April 2021. Das Bild zeigt die beiden kurz vor der Heirat am 10. Juli 1947. (Foto: Keystone/AP)

1922: Geburt von Judy Garland (Frances Ethel Gumm), amerikanische Filmschauspielerin („Der Zauberer von Oz“ 1939), Sängerin, Oscar-Preisträgerin.

1924: In Italien entführen und töten faschistische Kräfte den Mussolini-Kritiker Giacomo Matteotti.

1926: Tod von Antoni Gaudí i Cornet, katalanischer Architekt (u. a. „Casa Batlló“ 1904–1906, „Casa Milà“ 1906–1910, „Sagrada Família“, Baubeginn 1882). Gaudí war wenige Tage zuvor von einem Tram in Barcelona angefahren worden. Da er verwahrlos wirkte, wurde er in ein Armenspital überführt, wo er starb.

1929: Geburt von Harald Juhnke, deutscher Schauspieler, Sänger, Entertainer und Showmaster (u. a. „Musik ist Trumpf“ 1979–1981).

1940: Norwegen kapituliert vor der deutschen Wehrmacht.

1940: Tod von Marcus Garvey, jamaikanischer Politiker und Publizist, Panafrikanist, Gründer der Universal Negro Improvement Association (UNIA).

1943: Der Kugelschreiber wird patentiert. Erfinder ist der Ungare Laszlo Birò.

1944: Das grösste Massaker in Westeuropa

Im französischen Dorf Oradour-sur-Glane nordwestlich von Limoges verübt eine Waffen-SS ein Massaker an Zivilisten. 642 Menschen werden hingerichtet. Nur 35 Einwohner überleben. Es ist das zahlenmässig grösste Massaker in Westeuropa. Unter den Toten befinden sich 207 Kinder und 254 Frauen. Die Männer wurden in Scheunen gepfercht und erschossen. Die Frauen und Kinder wurden in eine kleine Kirche getrieben, in die Rauchbomben mit Stickgasen geworfen wurden. Die in Panik Geratenen wurden beschossen und mit Handgranaten beworfen. In der Bundesrepublik wird niemand strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Das Bild wurde sechzig Jahre nach dem Massaker, am 11. Juni 2004, von Dennis Nilsson (Wikimedia Commons) aufgenommen.
Im französischen Dorf Oradour-sur-Glane nordwestlich von Limoges verübt eine Waffen-SS ein Massaker an Zivilisten. 642 Menschen werden hingerichtet. Nur 35 Einwohner überleben. Es ist das zahlenmässig grösste Massaker in Westeuropa. Unter den Toten befinden sich 207 Kinder und 254 Frauen. Die Männer wurden in Scheunen gepfercht und erschossen. Die Frauen und Kinder wurden in eine kleine Kirche getrieben, in die Rauchbomben mit Stickgasen geworfen wurden. Die in Panik Geratenen wurden beschossen und mit Handgranaten beworfen. In der Bundesrepublik wird niemand strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Das Bild wurde sechzig Jahre nach dem Massaker, am 11. Juni 2004, von Dennis Nilsson (Wikimedia Commons) aufgenommen.

1949: Tod von Sigrid Undset, norwegische Nobelpreisträgerin für Literatur (verliehen 1928).

1955: In Genf wird der Grundstein für das Cern gelegt.

1965: Geburt von Veronika Maria Ferres, deutsche Schauspielerin. 

1967: Israel besetzt die Golan-Höhen.

1967: Tod von Spencer Tracy, amerikanischer Schauspieler, zweifacher Oscar-Preisträger (u. a. „Manuel“ 1937, „Der alte Mann und das Meer“ 1958, „Das Urteil von Nürnberg“ 1962). 

1986: Tod von Jaroslav Seifert, tschechischer Nobelpreisträger für Literatur (verliehen 1984).

1979: Papst Johannes Paul II. besucht Polen. Millionen Menschen jubeln ihm zu.

1982: Tod von Rainer Werner Fassbinder

Das Bild zeigt den deutschen Regisseur, Filmproduzenten, Schauspieler und Autor während der Dreharbeiten zu seinem Film „Lili Marleen“ am 21. Oktober 1980 (u. a. auch „Fontane Effi Briest“ 1974, „Despair – Eine Reise ins Licht“ 1978, „Die Ehe der Maria Braun“ 1979", „Berlin Alexanderplatz“ 1980, „Lola“ 1981, „Die Sehnsucht der Veronika“ 1982). Er stirbt im Alter von 37 Jahren. Todesursache ist ein Herztillstand, möglicherweise ausgelöst durch Überarbeitung sowie einer Mischung aus Kokain, Schlaftabletten und Alkohol. Fassbinder gilt als Wegbereiter des neuen deutschen Films. (Foto: Keystone/AP/Str)
Das Bild zeigt den deutschen Regisseur, Filmproduzenten, Schauspieler und Autor während der Dreharbeiten zu seinem Film „Lili Marleen“ am 21. Oktober 1980 (u. a. auch „Fontane Effi Briest“ 1974, „Despair – Eine Reise ins Licht“ 1978, „Die Ehe der Maria Braun“ 1979", „Berlin Alexanderplatz“ 1980, „Lola“ 1981, „Die Sehnsucht der Veronika“ 1982). Er stirbt im Alter von 37 Jahren. Todesursache ist ein Herztillstand, möglicherweise ausgelöst durch Überarbeitung sowie einer Mischung aus Kokain, Schlaftabletten und Alkohol. Fassbinder gilt als Wegbereiter des neuen deutschen Films. (Foto: Keystone/AP/Str)

1991: Tod von Vercors (Jean Marcel Bruller), französischer Schriftsteller, Mitglied der Résistance (u. a. „Le silence de la mer“ 1942).

2000: Tod von Hafez al-Asad, syrischer Präsident, Vater von Baschar al-Asad.

2004: Tod von Ray Charles, amerikanischer Musiker.

2008: Tod von Tschingis Aitmatow, kirgisischer Schriftsteller (u. a. „Der Richtplatz" 1986).

2010: Wegen eines Brandes wird der Simplon-Tunnel geschlossen.

2012: Im ersten Durchgang der französischen Parlamentswahlen liegt die Linke klar vorn.

2013: In Rom wird Ignazio Marino vom sozialdemokratischen Partito Democratico (PD) zum Bürgermeister gewählt. Er löst Gianni Alemanno von Berlusconis „Forza Italia“ ab. 2015 tritt Marino zurück.

2014: Kämpfer der islamistischen Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ (Isis, später IS), erobern die nordirakische Stadt Mosul und sind auch in andern irakischen Regionen auf dem Vormarsch.  

2018: Vulkanausbruch in Guatemala

Frauen tragen den Sarg mit Etelvina Charal auf den Friedhof von San Juan Alotenango in Guatemala. Etelvina Charal ist ein Opfer des verheerenden Ausbruchs des Volcán de Fuego. Über 100 Menschen sterben. Viele werden vermisst. Lavaströme zerstören ganze Dörfer. Die Bergungsarbeiten müssen immer wieder eingestellt werden, da neue Ausbrüche drohen. (Foto: Keystone/AP/Rodrigo Abd)
Frauen tragen den Sarg mit Etelvina Charal auf den Friedhof von San Juan Alotenango in Guatemala. Etelvina Charal ist ein Opfer des verheerenden Ausbruchs des Volcán de Fuego. Über 100 Menschen sterben. Viele werden vermisst. Lavaströme zerstören ganze Dörfer. Die Bergungsarbeiten müssen immer wieder eingestellt werden, da neue Ausbrüche drohen. (Foto: Keystone/AP/Rodrigo Abd)

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