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Italiien

«Auf einmal lag das Wrack direkt vor mir»

Amphoren
(Keystone/EPA/Comando Carabinieri Tutela Patrimonio Culturale)

Ein Apnoe-Taucher (einer der bis zu zehn Minuten lang den Atem anhalten kann und ohne Sauerstoff taucht) stösst zufällig vor der sizilianischen Küste auf «eine der bedeutendsten archäologischen Unterwasserentdeckungen der letzten Jahre», wie der italienische Kulturminister schwärmt. Dabei handelt es sich um ein mehr als 2’000 Jahre altes Schiffswrack mit mehreren hundert Amphoren. 

Das Schiff aus der Römerzeit lag 46 Meter tief auf dem Meeresboden. Der Fundort liegt sechs Kilometer vor der westsizilianischen Küste von Mazara del Vallo, südlich von Marsala. Es ist 21 Meter lang, 6 Meter breit und fast 2 Meter hoch. Entdeckt wurde es von Giacomo De Mola, einem der weltweit bedeutendsten Apnoe-Fischer. Der 46-Jährige machte in der Gegend einen knapp dreiminütigen Erkundungstauchgang. 

Die Mailänder Zeitung «Corriere della sera» sprach mit ihm am Telefon:

«Wir waren mit meinem Freund und Kollegen Igor Bisulli auf dem Schlauchboot, ungefähr vier Seemeilen vor der Küste von Mazara. Es war ein windstiller Tag. Irgendwann schaute ich auf das Echolot und bemerkte auf dem Meeresboden eine seltsam geformte Struktur, die völlig isoliert von den übrigen Steinen lag. Das machte mich neugierig.»

Daraufhin beschloss De Mola, einen Apnoe-Tauchgang zu machen. Während er sich langsam dem Meeresboden näherte, verschlechterte sich jedoch die Sicht.

«Der erste Abschnitt war glasklar, aber in den letzten sieben bis acht Metern wurde das Wasser schlammig und trüb. Plötzlich schwebten Sedimente im Wasser, wodurch die Sicht stark eingeschränkt wurde. Die Farbe des Wassers wurde immer dunkler, sodass ich den Bereich zunächst nicht erkennen konnte. Dann verschob eine Strömung plötzlich die Schwebstoffe, und auf einmal lag das Wrack direkt vor meiner Tauchmaske.»

«Ich habe zunächst gar nicht verstanden, was es war. Ich dachte, es wäre ein Felsen – einer dieser isolierten Felsen in grossen Tiefen, an denen grosse Zackenbarsche leben. Aber dann lag dieses  vor mir. Ein unglaublicher Moment. Ich schwamm einmal um das Wrack herum und erkundete so weit wie möglich die Zwischenräume und Vertiefungen. Dort waren grosse Drachenköpfe, Muränen und zwei Zackenbarsche.»

Wieder aufgetaucht, meldete er den Fund sofort den Behörden.

Apnoetaucher (Freitaucher) können je nach Training, Technik und Art des Luftanhaltens sehr unterschiedlich lange die Luft anhalten:

Untrainierte Menschen: meist 30 Sekunden bis 2 Minuten.
Trainierte Apnoetaucher: häufig 3 bis 6 Minuten unter normalen Bedingungen. 
Sehr erfahrene Wettkampftaucher: 7 bis 10 Minuten oder mehr.

Giacomo Di Mola
Giacomo Di Mola (PD)

«Giacomo De Mola wurde 1980 in Ancona geboren und wurde schon in jungen Jahren von der «Leidenschaft» für das Meer und das Unterwasserfischen gepackt. Innerhalb weniger Jahre entwickelte er sich zu einem Experten für die Meeresgründe der Adria und insbesondere für die tief liegenden Wracks in unseren Meeren. Er begann auch, an Wettkämpfen im reinen Apnoetauchen teilzunehmen, einer Disziplin, in der er 2004 und 2005 die italienische CMAS-Meisterschaft sowie 2005 die Rossana-Maiorca-Trophäe mit einer Tiefe von 80 Metern gewann. In jenen Jahren trainierte Giacomo in Syrakus und fischte während des Trainings an den Wracks der Gegend in Tiefen zwischen 45 und 53 Metern. Im Jahr 2004 belegte De Mola an der CMAS-Weltmeisterschaft im «Jump Blue» in Kroatien den dritten Platz und wurde mit dem Team Italy Mannschaftsweltmeister. Im Jahr 2008 zog er nach Griechenland, um sich ganz dem Fischen zu widmen.» (Auszug aus dem offiziellen Lebenslauf)

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