Nicht nur das Klima

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Nicht nur das Klima

Von Urs Meier, 11.01.2018

Die Lebensgrundlagen sind von vielen Seiten bedroht. Das will eigentlich niemand hören.

Die Umweltthematik ist in der öffentlichen Wahrnehmung praktisch gleichgesetzt mit Klimaerwärmung. Ihr gelten die grossen Uno-Konferenzen. Sie ist Gegenstand des Meinungsstreits. Vor ihren Folgen fürchten sich immer mehr Menschen.

Umweltthemen sind komplex und global. Am Beispiel der Klimafrage haben wir dies wenigstens annähernd zu verstehen gelernt. Doch ob die Konsequenzen aus dem Verstehen rasch genug und in der nötigen weltweiten Dimension greifen werden? Man wagt sich kaum auszumalen, was auf die Welt zukommt, wenn es nicht gelingt.

Über der notwendigen Beschäftigung mit dem Weltklima sind andere, kaum weniger drängende Umweltprobleme fast in Vergessenheit geraten: Landwirtschaftliche Böden sind übernutzt, Wasserkreisläufe sind gestört oder versiegt, biologische Arten gehen in steigender Kadenz verloren, Fluten von permanenten Plastikabfällen okkupieren Meer und Land – die Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig.

Angst sei ein schlechter Ratgeber, heisst es. Angesichts der Bedrohungen essentieller Lebensgrundlagen nichts zu fürchten wäre jedoch eine Verdrängungsstrategie, die uns den Gefahren erst recht auslieferte. Ein vernünftiger Umgang mit der Situation der Umwelt erfordert klare, schonungslose Information. Wenn diese zum Fürchten ist, müssen wir das eben aushalten – und nicht diejenigen beschuldigen oder desavouieren, die solche Informationen gewinnen und verbreiten.

Eine Gesellschaft, die es sich angewöhnen würde, Information einzig als Mittel zur Erzeugung geistigen Komforts und seelischer Wellness zu sehen, hätte schlechte Voraussetzungen für einen vernünftigen Umgang mit der Gefahr von Umweltkrisen. Leider scheint es, dass der Mensch stark dazu neigt, Unangenehmes auszufiltern. „Störende“ oder gar verstörende Informationen auszuhalten und klug zu verarbeiten ist eine Fähigkeit, die man sich regelrecht antrainieren muss.

In der Tat geht es beim Thema Umwelt um ein geistiges Überlebenstraining. Dieses muss uns fit machen für die Einsicht, dass die meisten der uns so sehr beschäftigenden Sachfragen – von Wirtschaft und Sozialem bis zu Gesundheit und Bildung – im Vergleich zur Ökologie auf lange Sicht sekundär sind. Das passt niemandem. Gerade deswegen müssen die wirklichen Prioritäten immer wieder aufgezeigt werden. Den Störenfrieden sei Dank!

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Kommentare

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Sehr guter Beitrag. Merci!
Fest steht: Es gibt unter allen Pflanzen und Tieren in dieser Welt nur eine Spezies, die nunmehr den ganzen Planeten grundsätzlich bedroht. Es ist nicht der Weisse Hai, nicht irgend ein Virus oder ein grässlicher Terroristen-Staat. Es ist der inzwischen global und totalitär einseitig auf Profit und Wachstum hin "wirtschaftende" Mensch.
Der ist noch keine Million Jahre da (genau 300 000). Und seine extreme Verschleisswirtschaft betreibt er noch nicht mal seit 1000 Jahren. Zum Vergleich: Krokodile sind seit 92 Millionen Jahren auf dieser Welt. Sie haben alle diese Zeit nachhaltig, ausgewogen und angepasst an ihre Umwelt gelebt. Sogar auch sozial: Wenn sie ihre frisch geschlüpften Jungen aus dem Gelege oben am Flussufer in ihrem grossen Maul sorgfältig ins Wasser hinunter tragen, nehmen sie oft auch gleich noch ein paar Schildkrötlein aus einem benachbarten Nest mit...
Diese Spezies, die inzwischen teils auch schon in übelsten Qualfarmen zusammengepfercht vom Menschen "kommerzialisiert" worden ist, wird diesen ganz bestimmt um Millionen Jahre überleben.
Dieser Mensch nämlich wurstelt nach dem Prinzip "mehr, schneller, höher, weiter" sogenannt "dereguliert" bis zum bitteren Gehtnichtmehr weiter. Die Frage: "Aber wieviel und wohin denn?" Die stellt er sich kaum. Und die Machtverhältnisse sind inzwischen so, dass es düster aussieht. Wenn Milliarden von Menschen regelmässig schon Ende August die nachhaltig-vernünftig verfügbaren Welt-Resourcen eines ganzen Jahres aufgebraucht haben, stellt sich doch längst die zentrale Frage: "Wieviele Leute könnten denn hier GUT leben?" Niemand sucht die Antwort. Und der Club of Rome, der es vor Jahrzehnten schon versucht hat, ist inzwischen so gut wie vergessen. Und wer die Frage schon nur stellt, der wird sogar auch von grünen Politikern, als übler Malthus oder Menschen-Verachter runter gemacht. Niklaus Ramseyer, BERN

Der Witz ist bekannt aber erschreckend zutreffend: Treffen sich zwei Planeten im Weltall.
Sagt der eine: "Wie gehts?"
Und der andere: "Geht so. Und du?"
Der: "Nicht so."
"Warum denn nicht?"
"Ach, ich habe Mensch!"
"Oh, das ist schlecht. Aber keine Sorge, das geht schnell vorüber!"
Fest steht: Es gibt unter allen Pflanzen und Tieren in dieser Welt nur eine Spezies, die nunmehr den ganzen Planeten grundsätzlich bedroht. Es ist nicht der Weisse Hai, nicht irgend ein Virus oder ein grässlicher Terroristen-Staat. Es ist der inzwischen global und totalitär einseitig auf Profit und Wachstum "wirtschaftende" Mensch.
Der ist noch keine Million Jahre da (genau 300 000). Und seine extreme Verschleisswirtschaft betreibt er noch nicht mal seit 1000 Jahren. Zum Vergleich: Krokodile sind seit 92 Millionen Jahren auf dieser Welt. Sie haben alle diese Zeit nachhaltig, ausgewogen und angepasst an ihre Umwelt gelebt. Sogar auch sozial: Wenn sie ihre frisch geschlüpften Jungen aus dem Gelege oben am Flussufer in ihrem grossen Maul sorgfältig ins Wasser hinunter tragen, nehmen sie oft auch gleich noch ein paar Schildkrötchen aus einem benachbarten Nest mit...
Diese Spezies, die inzwischen teils auch schon in übelsten Qualfarmen zusammengepfercht vom Menschen "kommerzialisiert" worden ist, wird diesen ganz bestimmt um Millionen Jahre überleben.
Dieser Mensch nämlich wurstelt nach dem Prinzip "mehr, schneller, höher, weiter" sogenannt "dereguliert" bis zum bitteren Gehtnichtmehr weiter. Die Frage: "Aber wohin denn?" Die stellt er sich nie. Und die Machtverhältnisse sind inzwischen so, dass es düster aussieht. Wenn die inzwischen Milliarden von Menschen schon Ende August die nachhaltig-vernünftig verfügbaren Welt-Resourcen eines Jahres aufgebraucht haben, stellt sich doch längst die zentrale Frage: "Wieviele Leute könnten denn hier GUT leben?"
Wer das jedoch tut, der wird inzwischen auch von grünen Politikern, die dem Wachstumswahn verfallen sind, sofort als übler Malthus oder Menschenverächter runter gemacht und zum schweigen gebracht. So siehts leider aus.
Niklaus Ramseyer

Danke für diesen Artikel. Es ist wichtig, dass wir das immer wieder aufzeigen und mahnen. Viele der Umweltprobleme hängen auch zusammen, so wirkt der Klimawandel auf fast alle anderen auch ein. Ich fände es wichtig hier im Journal21 auch immer wieder Lösungen und Gruppierungen vorzustellen, die aktiv sind und damit zu zeigen, dass nicht alle Menschen verdrängen

Der Mensch ist ohne seinen Kontext/Umwelt gar nicht definierbar. Jeder musste gezeugt und geboren, dann sozialisiert werden. Aber deshalb steht für mich immer noch der Mensch im Zentrum eher denn seine Umwelt.
Wenn die Menschheit durch die Entfesselung produktiver Kräfte der Natur die Umwelt zerstört, heisst das, dass seine Intelligenz nicht reicht für ein Überleben seiner Spezies: dann ist er zu beschränkt, individuell und kollektiv. Es sieht so aus, dass die condition humaine so beschaffen ist (physisch - psychisch - geistige Schranken), dass sie der Macht der Natur, natürlich auch der selbst beeinflussten und zerstörerischen, möglicherweise nicht gewachsen ist.
Meine Annahme ist, dass es intelligentes Leben im Universum schon vielfach gegeben hat und gibt, aber vielleicht auch vielfach wieder "abgestürzt" ist.
"Den" Menschen ihre Beschränktheit vorzuwerfen, ist von einem Moralismus, den ich nicht teile. Soll jeder bei sich selbst anfangen.

Seit den ersten an Höhlenwände gemalten, intelligent erscheinenden Kringel vor 30'000 Jahren, haben wir Menschen den Planeten in solch einer Rekordzeit heruntergewirtschaftet, in einer Dimension zerstört, wie das seit dem schlagartigen Aussterben von 80% der Biodiversität und aller Dinosaurier- die ja etwa 180 Millionen Jahre hier lebten- durch einen Meteoriteneinschlag im Golf von Mexico vor vor 66 Millionen Jahren, nie mehr gelungen war.
Wir müssen uns deshalb fragen, ob wir vielleicht gar nicht hierher gehören, nicht von hier abstammen und unser Gott, der uns nach seinem Ebenbild erschaffen haben soll, vielleicht von den wahren Besitzern des Planeten, den Echsen, Reptilien, Schlangen und Drachen und ihrem Gott, Quetzalcoatl nur eine temporäre Aufenthalts-und Fortpflanzungs-Erlaubnis erhalten hatte, oder getäuscht wurde, der Planet sei unbewohnt. Aber spätestens nach den nächsten 66 Millionen Jahren, wird sich die Erde auch von uns Primaten wieder erholt haben. Da kommt einem noch der Witz in den Sinn: Treffen sich zwei Planeten im Weltraum, fragt der eine, hey, lange nicht gesehen, wie gehts? Sagt der Andere; gar nicht gut, bin krank, habe Homo Sapiens aufgelesen, meint der Andere; ach mach dir keine Sorgen, die hatte ich auch mal, die gehn von selber wieder weg.
Vielleicht ist es ja bald soweit. Die Trump-Putin-Israel-China-Kabalen hätten es in der Hand. Und sonst von selber, wie die Schweizer Ethnie, die nach Abzug der 25% Ausländer und 1/3 mit CH Pass und Migrationshintergrund, also die etwa 4 Millionen originalen Helvetier, durch eine Geburtenrate pro Frau von 1,5 anstatt mindestens 2,1 auch in absehbarer Zeit von selber werden ausgestorben sein. Ausser, natürlich, wenn die Schweizerische "Volkspartei",...äähh...

Sein oder Nichtsein, eine Wirklichkeits-frage!

Sie, genau diese Frage, steht im Raum wie angewurzelt! Kann eine Gesellschaft als gesund angesehen werden, die um das seelische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, in Verdrängung macht? Eine vom echten Leben entfremdete Ordnung ist ja Voraussetzung für jene alles übergreifende Abwehrbereitschaft. Gut, das reale lebendige Selbst kann immer irgendwie betäubt werden, Hilfsmittel haben wir ja genug. Warnsignale müssen scheinbar aus verschieden Gründen gestoppt werden, die Signale dringen zwar bis zu unseren Gefühlen und auch Blockierungen vor, aber dann, nun dann haben wir schnell eine virtuelle Welt parat, eine Selbstgemache oder wir können aus Fremd gebotenem Ablenkungen aussuchen. So können wir ansatzweise unser heute weitverbreitetes Ersatz-Ich inklusive fragiles Selbstbewusstsein auf eine andere Art immer wieder neu imaginieren. Physikalisch gesehen ist Wärme ein Beschleuniger, wie die Liebe auch, sie sollte unsere Bereitschaft Verdrängung aufzugeben schnell und massiv beschleunigen. Es wäre zu hoffen! … cathari

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