Damals am 9. November

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Damals am 9. November

Von Journal21, 09.11.2018

Ende der Französischen Revolution - Kaiser Wilhelm II. abgesetzt - Proklamation der Republik in Deutschland - Ebert Reichspräsident - Die Reichskristallnacht - Tod von de Gaulle - Fall der Berliner Mauer - Tod von Yves Montand - Zerstörung der Brücke von Mostar - Taifun Haiyan auf den Philippinen.

Herausgegriffen

9. November 1989: Die Berliner Mauer fällt. Oder besser: sie wird eingerannt. Zuvor hatte die DDR ein neues Reisegesetz beschlossen. Um 18.53 Uhr erklärt der für die Medien zuständige Günter Schabowski an einer Pressekonnferenz, dass die Möglichkeit einer „ständigen Ausreise“ „unverzüglich" in Kraft trete. Um 19.30 Uhr meldet das DDR-Fernsehen, dass Privatreisen „nach dem Ausland ohne besondere Anlässe beantragt werden“ können. Die ARD-Tagesschau berichtet um 20.00 Uhr (nicht korrekt): „DDR öffnet Grenzen.“ Sofort begeben sich Zehntausende an die Mauer. Grenzbeamte beginnen, die Übergänge nach Westberlin zu öffnen. (Foto: Keystone)
9. November 1989: Die Berliner Mauer fällt. Oder besser: sie wird eingerannt. Zuvor hatte die DDR ein neues Reisegesetz beschlossen. Um 18.53 Uhr erklärt der für die Medien zuständige Günter Schabowski an einer Pressekonnferenz, dass die Möglichkeit einer „ständigen Ausreise“ „unverzüglich" in Kraft trete. Um 19.30 Uhr meldet das DDR-Fernsehen, dass Privatreisen „nach dem Ausland ohne besondere Anlässe beantragt werden“ können. Die ARD-Tagesschau berichtet um 20.00 Uhr (nicht korrekt): „DDR öffnet Grenzen.“ Sofort begeben sich Zehntausende an die Mauer. Grenzbeamte beginnen, die Übergänge nach Westberlin zu öffnen. (Foto: Keystone)

Es geschah an einem 9. November

1683: Geburt von George II. (Georg August von Hannover), König von Grossbritannien (1727–1760).

1799: Napoleon putscht sich an die Macht und beendet die Französische Revolution.

1818: Geburt von Iwan Sergejewitsch Turgenew, russischer Schriftsteller („Väter und Söhne“ 1861).

1841: Geburt von Edward VII. (Albert Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha), Sohn von Königin Victoria, König des Vereinigten Königreichs von Grossbritannien und Nordirland (1901–1910), Kaiser von Indien.

1888: Jack the Ripper ermordet sein fünftes und letztes Opfer.

1888: Geburt von Jean Monnet, Wegbereiter der europäischen Einigungsbestrebungen. Monnet gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaften und wird als „Vater Europas“ bezeichnet.

1905: Geburt von Erika Mann, Schriftstellerin, Tochter von Thomas Mann.

1918: Revolution in Deutschland

Die Meuterei der Matrosen, die am 3. November in Kiegl begann, entfacht eine Revolution in ganz Deutschland. Überall Demonstrationen, Aufstände, Streiks. Die Volksseele kocht. Doch nicht nur Republikaner und Demokraten rebellieren: auch die Kämpfer für ein bolschewistisches Deutschland bringen sich in Stellung. Ein Jahr zuvor hatte Lenin in Russland die Macht übernommen. Im Bild: Revolutionäre Arbeiter und Soldaten mit zwei Maschinengewehren in den Strassen von Berlin, 9. November 1918 (Foto: Deutsches Bundesarchiv, Bild Y 1-6C43-238-67)
Die Meuterei der Matrosen, die am 3. November in Kiegl begann, entfacht eine Revolution in ganz Deutschland. Überall Demonstrationen, Aufstände, Streiks. Die Volksseele kocht. Doch nicht nur Republikaner und Demokraten rebellieren: auch die Kämpfer für ein bolschewistisches Deutschland bringen sich in Stellung. Ein Jahr zuvor hatte Lenin in Russland die Macht übernommen. Im Bild: Revolutionäre Arbeiter und Soldaten mit zwei Maschinengewehren in den Strassen von Berlin, 9. November 1918 (Foto: Deutsches Bundesarchiv, Bild Y 1-6C43-238-67)

1918: Prinz Max setzt Wilhelm II. ab

Prinz Max von Baden (Mitte, vorn), der letzte Regierungschef unter Wilhelm II., erklärt Kaiser Wilhelm II. für abgesetzt ernennt den Sozialdemokraten Friedrich Ebert zum provisorischen Reichspräsidenten. Kaiser Wilhelm befindet sich im Grossen Hauptquartier im belgischen Spa. Am Tag danach flüchtet er nach Holland. Im Bild: Prinz Max von Baden auf dem Weg in den Reichstag, November 1918. (Bild: Deutsches Bundesarchiv, Bild 183-R04159)
Prinz Max von Baden (Mitte, vorn), der letzte Regierungschef unter Wilhelm II., erklärt Kaiser Wilhelm II. für abgesetzt ernennt den Sozialdemokraten Friedrich Ebert zum provisorischen Reichspräsidenten. Kaiser Wilhelm befindet sich im Grossen Hauptquartier im belgischen Spa. Am Tag danach flüchtet er nach Holland. Im Bild: Prinz Max von Baden auf dem Weg in den Reichstag, November 1918. (Bild: Deutsches Bundesarchiv, Bild 183-R04159)

1918: Ausrufung der Republik
Der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann, ein Vertrauter von Ebert, erfährt, dass der Linkssozialist Karl Liebknecht am Nachmittag die „Sozialistische Republik Deutschland“, eine Art Sowjetdeutschland, ausrufen will. Scheidemann will ihm zuvorkommen. Er eilt aus der Kantine des Reichstagsgebäudes, stellt sich auf den Balkon und proklamiert die Republik. (Foto: Deutsche Bundesarchiv, Bild 175-01448)
Der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann, ein Vertrauter von Ebert, erfährt, dass der Linkssozialist Karl Liebknecht am Nachmittag die „Sozialistische Republik Deutschland“, eine Art Sowjetdeutschland, ausrufen will. Scheidemann will ihm zuvorkommen. Er eilt aus der Kantine des Reichstagsgebäudes, stellt sich auf den Balkon und proklamiert die Republik. (Foto: Deutsche Bundesarchiv, Bild 175-01448)

1918: Reichspräsident Friedrich Ebert

In Berlin übernehmen zwei Tage vor Ende des 1. Weltkrieges die Sozialdemokraten von Friedrich Ebert (Mehrheitssozialisten) die Macht. Prinz Max von Baden, der letzte Reichskanzler des Kaiserreichs hatte Kaiser Wilhelm II. für abgesetzt erklärt und Ebert zum provisorischen Reichspräsidenten ernannt. Zuvor hatte der am 3. November begonnene „Kieler Matrosenaufstand“ in ganz Deutschland die „Novemberrevolution“ ausgelöst. Die ausgerufene Republik mündet 1919 in die „Weimarer Republik“. Ebert bleibt bis zu seimem Tod 1925 Reichspräsidnet. (Bild: Deutsches Bundesarchiv, Bild 102 0112)
In Berlin übernehmen zwei Tage vor Ende des 1. Weltkrieges die Sozialdemokraten von Friedrich Ebert (Mehrheitssozialisten) die Macht. Prinz Max von Baden, der letzte Reichskanzler des Kaiserreichs hatte Kaiser Wilhelm II. für abgesetzt erklärt und Ebert zum provisorischen Reichspräsidenten ernannt. Zuvor hatte der am 3. November begonnene „Kieler Matrosenaufstand“ in ganz Deutschland die „Novemberrevolution“ ausgelöst. Die ausgerufene Republik mündet 1919 in die „Weimarer Republik“. Ebert bleibt bis zu seimem Tod 1925 Reichspräsidnet. (Bild: Deutsches Bundesarchiv, Bild 102 0112)

1918: Tod von Albert Ballin, Hamburger Reeder, Generaldirektor der „Hamburg-Amerika Linie“ (HAPAP, ab 1899), Erfinder der Kreuzfahrt.

1918: Tod von Guillaume Apollinaire, französischer Dichter und Schriftsteller italienisch-polnischer Abstammung. 

1919: Tod von Eduard Müller, Schweizer Bundesrat (FDP/BE) von 1895 bis 1919. Müller war Rechtsanwalt, Richter und Offizier. Vor seiner Wahl zum Bundesrat war er Berner Stadtpräsident. Er gilt als einer der Väter des Zivilgesetzbuches. Da er eine deutsche Mutter hatte, warfen ihm die Romands während des Ersten Weltkrieges vor, deutschfreundlich zu sein und starteten eine heftige Kampange gegen ihn. Er starb zwei Monate bevor er zurücktreten wollte.

1929: Geburt von Imre Kertész, ungarischer Nobelpreisträger für Literatur (verliehen 2002), Auschwitz-Überlebender. In dem „Roman eines Schicksallosen“ (1975/1985) beschreibt er seine Erfahrungen in Auschwitz und Buchenwald (u. a. auch: „Fiasko“ 1988, „Kaddisch für ein nicht geborenes Kind“ 1992, „Galeerentagebuch“ 1992, „Ich – ein anderer“ 1997, „Liquidation“ 2003, „Letzte Einkehr“ 2009). In seinen letzten Jahren äussert er sich sehr kritisch über politischen Zustände in Ungarn. Am 31. März 2015 stirbt er in Budapest.

1936: Geburt von Michail Tal, sowjetischer/lettischer Schachspieler, achter offizieller Schachweltmeister (1960–1961).

1938: Die Reichkristallnacht

In der Nacht vom 9. auf den 10. November beginnen in Deutschland die organisierten blutigen Gewaltausbrüche gegen Juden. Die „Novemberpogrome“ gelten als die schlimmsten seit dem Mittelalter. Bis zum 13. November werden 500 Juden ermordet. 1604 Synagogen und Gebethäuser, Tausende jüdischer Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe werden zerstört und in Brand gesteckt. 30’000 Juden werden misshandelt und in Konzentrationslager deportiert.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November beginnen in Deutschland die organisierten blutigen Gewaltausbrüche gegen Juden. Die „Novemberpogrome“ gelten als die schlimmsten seit dem Mittelalter. Bis zum 13. November werden 500 Juden ermordet. 1604 Synagogen und Gebethäuser, Tausende jüdischer Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe werden zerstört und in Brand gesteckt. 30’000 Juden werden misshandelt und in Konzentrationslager deportiert.

1938: Der Neuenburger Maurice Bavaud plante, Hitler zu erschiessen. Sein Attentatsversuch in München scheitert. Bavaud gesteht später gegenüber der Gestapo seinen Plan und wird 1941 in Berlin enthauptet.

1940: Tod von Neville Chamberlain, britischer konservativer Politiker, Premierminster von 1937 bis 1940, Verfechtert der Appeasement-Politik gegenüber den Nazis. Chamberlain und der französische Ministerpräsident Édouard Daladier erlaubten es Hitler im Münchner Abkommen, das vorwiegend deutschsprachige Sudetenland, das zur Tschechoslowakei gehörte, zu annektieren. Das Gebiet mit 3,6 Millionen Einwohnern wurde Deutschland (Bayern) und dem angeschlossenen Österreich einverleibt. 

1942: Tod von Ernest Louis Chuard, Schweizerischer Bundesrat (FDP/VD) von 1920 bis 1928. Chuard, Agroökonom und Chemieingenieur war Professor an der Universität Lausanne. Seine Wahl in den Bundesrat kam eher überraschend. Er stand stets dem Departement des Innern vor und förderte den Ausbau des Basler Rheinhafens, der meteorologischen Dienste und den Bau des neuen Bundesgerichtsgebäudes in Lausanne. Chuard gilt als Initiant eines Bundesgesetzes zur Bekämpfung der Tuberkulose.

1943: Geburt von Bruno Stanek, Schweizer Weltraum-Spezialist.

1953: Tod von Dylan Marlais Thomas, walisischer Schriftsteller, Lyriker („18 Poems“ 1934, „Under Milk Wood“ 1954).

1965: Ferdinand Marcos wird Präsident der Philippinen.

1970: Tod von Charles de Gaulle

Charles de Gaulle, General, Anführer des Widerstand gegen die Nazis, wurde am 22. November 1890 geboren. Von Januar 1959 bis April 1969 war er Staatspräsident der 5. französischen Republik.
Charles de Gaulle, General, Anführer des Widerstand gegen die Nazis, wurde am 22. November 1890 geboren. Von Januar 1959 bis April 1969 war er Staatspräsident der 5. französischen Republik.

1974: Das RAF-Mitglied Holger Meins stirbt nach seinem Hungerstreik.

1989: Die Berliner Mauer fällt.

1991: Tod von Yves Montand, französischer Schauspieler, Chansonnier


1993: Bosnische Kroaten zerstören die alte Brücke über die Neretva in Mostar, das Wahrzeichen der Stadt in der Herzegowina.

2004: Tod von Stieg Larsson, schwedischer Journalist und Schriftsteller („Millennium-Trilogie“ 2005–2007).

2005: In der jordanischen Hauptstadt Amman sterben bei Bombenanschlägen auf das Grand Hyatt Hotel, das Radisson SAS Hotel und das Days Inn 58 Menschen. Die Täter werden al-Kaida zugerechnet. Die Attentäterin Sadschida al-Rischawi wird 2015 hingerichtet.

2010: In Burma/Myanmar gewinnt nach offiziellen Angaben die Regierungspartei die Wahlen. Im Anschluss an die Verkündigung des Resultats brechen schwere Unruhen aus.

2012: Der Chef des US-Geheimdienstes CIA, David Petraeus, reicht seinen Rücktritt ein. Als Grund gibt der 60-Jährige eine aussereheliche Affäre an.

2013: Taifiun „Haiyan“  

Mit bis zu 350 Kilometern pro Stunde fegt der Sturm über die Philippinen und fordert 10’000 Tote. Es ist einer der verheerendsten Tropenstürme aller Zeiten. (Foto: Keystone)
Mit bis zu 350 Kilometern pro Stunde fegt der Sturm über die Philippinen und fordert 10’000 Tote. Es ist einer der verheerendsten Tropenstürme aller Zeiten. (Foto: Keystone)

2014: Der Schweizer Buchpreis 2014 geht an den Erzähler und Dramatiker Lukas Bärfuss

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