Damals am 10. April

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Damals am 10. April

Von Journal21, 10.04.2020

Geburt von Joseph Pulitzer - Geburt von Friedrich Traugott Wahlen - Zapata ermordet - Bergsturz von Fidaz - Gründung des Schweizerischen Frauenhilfsdienstes (FHD) - Flugzeugabsturz bei Hochwald – Abberufung von Botschafter Borer – Flugzeugabsturz bei Smolensk

Herausgegriffen

10. April 1973: Flugzeugabsturz bei Hochwald im Kanton Solothurn, nahe Basel. Eine Vickers Vanguard der britischen Chartergesellschaft Invicta Airlines zerschellt beim Landeanflug an einem Hang, 16 Kilometer südlich des Flughafens Basel-Mülhausen. 108 Personen sterben. 37 Passagiere, die sich im hintern Teil der Maschine befanden, überleben. Während des Landeanflugs herrschte Schneetreiben und dichter Nebel.
10. April 1973: Flugzeugabsturz bei Hochwald im Kanton Solothurn, nahe Basel. Eine Vickers Vanguard der britischen Chartergesellschaft Invicta Airlines zerschellt beim Landeanflug an einem Hang, 16 Kilometer südlich des Flughafens Basel-Mülhausen. 108 Personen sterben. 37 Passagiere, die sich im hintern Teil der Maschine befanden, überleben. Während des Landeanflugs herrschte Schneetreiben und dichter Nebel.

Es geschah an einem 10. April

1500: Verrat von Novara: Ludovico Sforza, der Herzog von Mailand, will mit Hilfe von Schweizer Söldern aus der Stadt fliehen. Der Urner Hans (auch Rudolf) Turmann verrät ihn. Sforza wird von den Franzosen festgenommen. Der Verräter Turmann wird später in Altdorf enthauptet.

1583: Geburt von Hugo Grotius, niederländischer Staatsmann, Mitbegründer des Völkerrechts. 

1585: Tod von Papst Gregor XIII., Begründer des gregorianischen Kalenders. 

1651: Geburt von Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, deutscher Naturforscher, Miterfinder des europäischen Porzellans. 

1755: Geburt von Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie.

1847: Geburt von Joseph Pulitzer, ungarisch-amerikanischer Journalist, Herausgeber und Zeitungsverleger, Stifter des Pulitzerpreises, der seit 1917 jährlich für herausragende journalistische Arbeiten vergeben wird. Mit 17 Jahren gelangt er von Ungarn nach Boston, wo er am Bürgerkrieg teilnimmt. Er spricht Deutsch, aber kaum Englisch. 1867 schliesst er ein Jura-Studium ab und erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1868 wird er in St. Louis Reporter bei der deutschsprachigen „Westlichen Post“. 1883 kauft er die „New York World“ und baut sie zu einer der einflussreichsten Zeitungen aus. Die „World“ ist die erste Zeitung, die farbige Cartoons druckt. Im Kampf um höhere Auflage publiziert das Blatt manipulierte Sensationsberichte. Einige Monate später distanziert sich die Zeitung von dieser Art Journalismus und propagiert den seriösen Investigativjournalismus. 1885 wird Pulitzer als Republikaner ins US-Repräsentantenhaus gewählt. Er stirbt 1911. (Foto: Library of Congress, Washington)

1864: Der österreichische Erzherzog Ferdinand Maximilian wird Kaiser von Mexiko.

1876: Geburt von Jean-Marie Musy, Schweizer Bundesrat von 1919 bis 1934 (CVP/FR), Anti-Kommunist, Nazi-freundlich. Als Finanzminister gelingt es Musy, den Bundeshaushalt auszugleichen. Dazu kürzt er die Sozialausgaben, erhöht die Zölle und führt indirekte Steuern ein. 1927 setzt er ein Streikverbot für Beamte durch. Er kämpft dagegen, dass die Schweiz erneut diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion aufnimmt. Mit mehreren Bundesratskollegen zerstreitet er sich. 1934 lehnt das Volk sein Gesetz über den Schutz der öffentlichen Ordnung ab. Anschliessend stellt er ein Ultimatum und verlangt Garantien für sein politisches Programm. Als niemand reagiert, tritt er zurück. 1935 wird er wieder in den Nationalrat gewählt, pflegt Kontakte zu Heinrich Himmler und zeigt offen Sympathien für das Dritte Reich. Um sich nach der Kriegswende reinzuwaschen, nutzt er seine Beziehungen zu Himmler und erreicht die Freilassung jüdischer Deportierter aus dem KZ Theresienstadt. Er stirbt isoliert und verachtet.

1882: Geburt von Frances Perkins, amerikanische Politikerin, als Arbeitsministerin (1933–1945) erstes weibliches Mitglied eines US-Kabinetts.

1899: Geburt von Friedrich Traugott Wahlen, Schweizer Bundesrat von 1958 bis 1965 (BGB/SVP/BE). Wahlen, Professor für Landwirtschaft an der ETH Zürich, wird vor allem durch den „Wahlen-Plan“ (Anbauschlacht) bekannt. Städtische Grünanlagen werden mit Kartoffeln, Zuckerrüben und Getreide bepflanzt. So kann der Selbstversorgungsgrad in der Schweiz von 52% (1939) auf 72% (1945) gesteigert werden. Wahlen stirbt am 7. November 1985.

1901: Geburt von Consuelo de Saint-Exupéry, salvadorianisch-französische Künstlerin, Autorin, Muse, dritte Ehefrau von Antoine de Saint-Exupéry, verewigt in „Der kleine Prinz“ (1943).

1913: Geburt von Stefan Heym, deutscher Schriftsteller. 

1917: Geburt von Leo Schürmann. Er wird 1959 für die CVP im Kanton Solothurn in den Nationalrat gewählt, dem er bis 1974 angehört. Von 1973 bis 1974 amtet er als Preisüberwacher der Schweiz. 1974 wird er Mitglied des Direktoriums der Nationalbank. Von 1981 bis 1987 ist er Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG). Er stirbt am 8. Dezember 2008.

1919: Der mexikanische Revolutionär Emiliano Zapata wird erschossen. 1910 hatte er sich den mexikanischen Aufständischen angeschlossen. Ihr Ziel war es, den autoritären Präsidenten Porfirio Díaz zu stürzen. Zapata sammelte 4’000 Kämpfer um sich, vorwiegend landlose Bauern und setzte in einem Guerillakrieg den Regierungstruppen im Süden des Landes erheblich zu. Ein regierungstreuer Oberst, der behauptete, sich den Zapatisten anschliessen zu wollen, lockte Zapata auf seine Hacienda und liess ihn mit Dutzenden Schüssen durchsieben. Um Zapata ranken sich zahlreiche Legenden. In weiten Teilen Mexikos wird er als Märtyrer verehrt. Elia Kazan setzte ihm mit „Viva Zapata“ (mit Marlon Brando) ein Denkmal.

10. April 1919 in Chinameca, war ein führender Protagonist der mexikanischen Revolution. (wp)

1924: Geburt von Wolfgang Menge, deutscher Journalist und Drehbuchautor („Ein Herz und eine Seele“ 1973–1976 mit „Ekel Alfred“, „Stahlnetz“ 1958–1999, „Das Millionenspiel“ (1970). 

1929: Geburt von Max von Sydow, schwedischer Schauspieler („Das siebente Siegel“ 1957, „Pelle, der Eroberer“ 1987). 

1929: Geburt von John Michael Hawthorn, britischer Rennfahrer und Weltmeister in der Formel 1 (1958). 

1932: Paul von Hindenburg wird als deutscher Reichspräsident wiedergewählt. Er erhält die absolute Mehrheit der Stimmen. Hitler erhält rund ein Drittel.

1932: Geburt von Omar Sharif, ägyptischer Schauspieler („Lawrence von Arabien“ 1962, „Doktor Schiwago“ 1965). 

1939: Bergsturz von Fidaz bei Flims (GR)

Am Ostermontag um 11.48 Uhr stürzen vom Flimserstein innerhalb einer Minute 100’000 Kubikmeter Fels mit einer Geschwindigkeit von 120 bis 200 Kilometern pro Stunde auf das Kinderheim „Sunnehüsli“. 18 der 29 Hausbewohner - 13 Kinder und fünf Erwachsene - werden von von riesigen Felsen überrollt und getötet. Eine Frau und vier Kinder sind noch heute unter einem Felsbrocken begraben. Eine Kapelle mit Grabsteinen und einer Gedenkstele am Unglücksort erinnern an den Felssturz. Die Stele wurde vom Direktor der türkischen Zuckerindustrie gestiftet, dessen zehnjähriger Sohn Dogan zu den Opfern gehört. Mehrere der getöteten Kinder waren Ausländer. Ursache des Felssturzes ist die starke Zerklüftung der steil abfallenden Südwand des 1800 Meter hohen Flimsersteins. Wasser und Luft waren in die Wand eingedrungen und hatten Verwitterungsprozesse ausgelöst. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv)
Am Ostermontag um 11.48 Uhr stürzen vom Flimserstein innerhalb einer Minute 100’000 Kubikmeter Fels mit einer Geschwindigkeit von 120 bis 200 Kilometern pro Stunde auf das Kinderheim „Sunnehüsli“. 18 der 29 Hausbewohner - 13 Kinder und fünf Erwachsene - werden von von riesigen Felsen überrollt und getötet. Eine Frau und vier Kinder sind noch heute unter einem Felsbrocken begraben. Eine Kapelle mit Grabsteinen und einer Gedenkstele am Unglücksort erinnern an den Felssturz. Die Stele wurde vom Direktor der türkischen Zuckerindustrie gestiftet, dessen zehnjähriger Sohn Dogan zu den Opfern gehört. Mehrere der getöteten Kinder waren Ausländer. Ursache des Felssturzes ist die starke Zerklüftung der steil abfallenden Südwand des 1800 Meter hohen Flimsersteins. Wasser und Luft waren in die Wand eingedrungen und hatten Verwitterungsprozesse ausgelöst. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv)

1940: Der Schweizerische Frauenhilfsdienst (FHD) wird gegründet. In der Presse wird landesweit für den Dienst geworben. In allen Postbüros werden Anmeldebogen aufgelegt. Tausende Schweizer Frauen treten dem FHD bei. 

1941: Die faschistische Ustascha ruft den unabhängigen Staat Kroatien aus.

1945: Geburt von Giuliano Bignasca, Schweizer Politiker (Lega dei Ticinesi/TI), Bauunternehmer, Verleger von „Il Mattino“, selbsternannter Präsident der „Lega dei Ticinesi“, die er zur zweitstärksten Partei des Tessins macht. Bignasca, Kokain-Konsument, rutscht 1995 in den Nationalrat nach, wird im gleichen Jahr aber nicht wiedergewählt. Die Wahl in die grosse Kammer gelingt ihm dann 1999. Ab 2000 bis zu seinem Tod sitzt er in der Stadtregierung von Lugano. Bignasca hat es oft mit der Justiz zu tun. Er stirbt am 7. März 2013.

1953: Geburt von Heiner Lauterbach, deutscher Schauspieler („Männer“ 1985, „Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ 1997, „Opernball“ 1998, „Dresden“ 2006). 

1954: Tod von Auguste Lumière, Pionier der Fotografie, zusammen mit seinem Bruder Louis Lumière erfand er den „Cinématographe“, einen Projektor zur Filmvorführung.

1963: Geburt von Doris Leuthard, Schweizer Bundesrätin 2006 bis 2018 (CVP/AG). Von 2006 bis 2010 war sie Vorsteherin des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD). Anschliessend stand sie dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vor. 2010 und 2017 amtete sie als Bundespräsidentin. (Bild: admin.ch)

1965: Der 6,6 Kilometer lange San Bernardino-Strassentunnel wird durchstochen. Er wird 1967 eingeweiht. 

1970: Paul McCartney trennt sich von den Beatles.

1973: Flugzeugabsturz bei Hochwald. 

1974: Israels Ministerpräsidentin Golda Meir tritt zurück. Sie war seit 1969 Regierungschefin, zuvor Aussenministerin.

1979: Tod von Nino Rota, italienischer Komponist, Oscar-Preisträger. Er komponierte zahlreiche berühmte Filmmusiken („La Strada“ 1954, „La dolce vita“ 1960, „Der Pate“ 1972).

1991: Im Hafen von Livorno kollidiert die italienische Fähre „Moby Prince“ mit dem Tankschiff „Agip Abruzzo“. Bei dem entstehenden Brand werden 140 Personen auf der Fähre getötet.

1995: Tod von Günter Guillaume, DDR-Spion.

1998: In Belfast wird das Karfreitagsabkommen (Good Friday Agreement) zwischen der Regierung der Republik Irland, der Regierung Grossbritanniens und den nordirischen Parteien unterzeichnet. Es soll den Bürgerkrieg in Nordirland beenden. Bei Volksabstimmungen in der Republik Irland sowie in Nordirland wurde das Abkommen bestätigt.

2000: Angela Merkel wird Vorsitzende der CDU.

2006: In Italien gewinnt Romano Prodi und sein Mitte-Links-Bündnis die Parlamentswahlen knapp vor Berlusconis Mitte-Rechts-Formation.

2002: Der Schweizer Botschafter in Berlin, Thomas Borer, muss nach Bern zurück. Der Boulevard hatte berichtet, Borer habe eine Beziehung zu einer jungen Frau.

2010: Absturz der polnischen Regierungsmaschine bei der russischen Stadt Smolenks. 96 Menschen sterben, unter ihnen Staatspräsident Lech Kaczinski.

2015: Treffen zwischen Barack Obama und Raúl Castro

Nach jahrzehntelanger Feindschaft zwischen den USA und Kuba reichen sich am Amerika-Gipfel in Panama US-Präsident Obama und der kubanische Staatschef Castro die Hand. Am Tag danach diskutieren die beiden 80 Minuten miteinander. Es ist das erste Mal seit fast 60 Jahren, dass die Staatschefs der USA und Kubas zu einem offiziellen Treffen zusammenkommen. Im Februar 2016 besuchte Obama Kuba. (Foto: Keystone)
Nach jahrzehntelanger Feindschaft zwischen den USA und Kuba reichen sich am Amerika-Gipfel in Panama US-Präsident Obama und der kubanische Staatschef Castro die Hand. Am Tag danach diskutieren die beiden 80 Minuten miteinander. Es ist das erste Mal seit fast 60 Jahren, dass die Staatschefs der USA und Kubas zu einem offiziellen Treffen zusammenkommen. Im Februar 2016 besuchte Obama Kuba. (Foto: Keystone)

2020: Tod von Francis Reusser

Der Waadtländer Filmregisseur stirbt im Alter von 77 Jahren. Der in Vevey geborene Reusser verfilmte unter anderem mehrere Romane des Waadtländer Schriftstellers Charles-Ferdinand Ramuz. Zu seinen bekanntesten Werken gehört „Derborence“ (1984), dessen Rahmenereignis der Felssturz vom September 1714 ist, und für das er 1985 den César erhielt. Für le „Grand Soir“ erhielt er 1976 den Goldenen Leoparden von Locarno. Reusser arbeitete lange für das Westschweizer Fernsehen und war in einer maoistischen Gruppe aktiv. Im Bild: Reusser im Jahr 1998. (Foto: Keystone/Patrick Aviolat)
Der Waadtländer Filmregisseur stirbt im Alter von 77 Jahren. Der in Vevey geborene Reusser verfilmte unter anderem mehrere Romane des Waadtländer Schriftstellers Charles-Ferdinand Ramuz. Zu seinen bekanntesten Werken gehört „Derborence“ (1984), dessen Rahmenereignis der Felssturz vom September 1714 ist, und für das er 1985 den César erhielt. Für le „Grand Soir“ erhielt er 1976 den Goldenen Leoparden von Locarno. Reusser arbeitete lange für das Westschweizer Fernsehen und war in einer maoistischen Gruppe aktiv. Im Bild: Reusser im Jahr 1998. (Foto: Keystone/Patrick Aviolat)
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