„Jagt sie weg, die Italiener“

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„Jagt sie weg, die Italiener“

Von Heiner Hug, Rom - 06.08.2019

Ein italienischer Journalist schreibt einen Bestseller über die Schwarzenbach-Initiative, die vor bald 50 Jahren abgelehnt wurde.

In Wohnungsinseraten hiess es: „Keine Hunde, keine Italiener“. Das war 1970. Mit Slogans wie „Schweizer wacht auf!“ warb James Schwarzenbach für seine Initiative. Er, der Mann mit teils völkischen, rassistischen und antisemitischen Ausfällen war nach dem Krieg in Europa der erste rechtspopulistische Anführer. Mit seiner Initiative sollten bis zu 400’000 Ausländer ausgewiesen werden. „Die Schweizer zuerst“ hiess das Motto seines Vorhabens. 54 Prozent der Stimmberechtigen lehnten am 7. Juni 1970 die Initiative ab. Acht Kantone sagten Ja.

Ein Stück Schweizer Geschichte

Vor 50 Jahren boomte die Schweizer Wirtschaft. Arbeitslosigkeit gab es fast keine. Und es waren vor allem die billigen italienischen Arbeitskräfte, die zu diesem Boom beitrugen. Wie kam es dazu, dass fast die Hälfte der Schweizer dieser Rauswurf-Initiative zustimmten?

Dieser Frage geht Concetto Vecchio nach. Der 48-Jährige ist politischer Redaktor bei der linksliberalen italienischen Tageszeitung „La Repubblica“. Sein Buch trägt den Titel „Cacciateli“ (auf Deutsch etwa: „Werft sie raus! Jagt sie weg!“). Untertitel: „Als wir die Migranten waren“.

Vecchio versteht „Cacciateli“ nicht als historische Abhandlung, sondern als sehr persönliches Buch. Es schildert die Geschichte seiner sizilianischen Eltern, die in die Schweiz ausgewandert sind. Wie erlebten sie diese für die Italiener bleiernen Jahre? Concetto Vecchios Buch (eine deutsche Version ist in Vorbereitung) ist eine Familiengeschichte – und ein Stück Schweizer Geschichte.

Unglücklich

Linguaglossa ist ein Städtchen am Nordosthang des Ätna, 50 Kilometer nördlich von Catania. Vecchios Grossvater kommt 1945 schwerkrank aus dem Krieg und einem Konzentrationslager in Tunesien zurück und stirbt als junger Mann. Vecchios Vater wird Möbelschreiner. Der Wirtschaftsboom, der jetzt einsetzt, bringt ihn ans Hungertuch. Denn plötzlich sind es grosse Firmen im Norden, die Möbel billig herstellen. Ein einfacher, kleiner Möbelschreiner kann da nicht konkurrieren.

So emigriert er 1962 mit 21 Jahren in die Schweiz, findet Unterschlupf auf einem Bauernhof und findet Arbeit bei einem namhaften Möbeldesigner in Möriken (AG). Doch er ist unglücklich. Die Italiener werden keineswegs mit offenen Armen aufgenommen. Diese Abneigung spürt er und kapselt sich ab. Genug Geld, um an Weihnachten nach Sizilien zu fahren, hat er nicht. Dafür geht er ins weihnachtlich beleuchtete Zürich, schaut durch die Fenster der belebten Lokale. Soll ich hineingehen? fragt er sich. Er geht nicht.

„Per me va bene“

In Wildegg (AG) lernt er eine Frau kennen, die aus allerärmsten Verhältnissen kommt. Auch sie stammt aus Linguaglossa. Sie ist Schneiderin und verdiente in Sizilien 100 Lire pro Tag. Einmal sah sie in einem Laden einen Mantel, der ihr gefiel und der 16’000 Lire kostete. Sie hätte 160 Tage dafür arbeiten müssen, ohne sonst etwas auszugeben. Da realisierte sie, wie arm sie war. Mit 20 Jahren fährt sie mit ihrem Bruder mit dem Zug nach Seon (AG), wo sie Fabrikarbeiterin wird.

Der Möbelschreiner verliebt sich sofort in sie, doch sie kehrt nach Sizilien zurück. Ein Jahr später fährt er nach Linguaglossa, um sie zu suchen. Doch er findet sie nicht; alleinstehende Frauen gingen damals in Sizilien nicht in den Ausgang. Über komplizierte Umwege und viel Vermittlung knüpft er Kontakt mit ihr. „Ihn heiraten? Per me va bene.“ Sie verloben sich und sehen sich ein Jahr lang nicht. Nicht einmal telefonieren sie. Jeden Tag schreibt er ihr eine Postkarte. Ein einziges Mal hatten sie sich getroffen, bevor sie heiraten und in die Schweiz ziehen.

Ein Leben in einer Parallelwelt

Sie merken schnell, erzählt Concetto Vecchio, dass „die Schweiz ein Land ist, in dem man sehr aufpassen muss“. Sie wussten: „Die Leute mögen dich nicht, ihr Italiener macht Lärm, sie versperren die Trottoirs und lungern am Bahnhof herum, sie pfeifen unseren Frauen nach, sie singen laut, das stört, sie gehen mit den Kindern aus, auch das stört.“ Vecchios Eltern fühlen sich gemieden, ausgeschlossen. Man gibt ihnen zu verstehen, dass man sie eigentlich verachtet. Die Folge ist, dass sie sich nicht integrieren und kein Deutsch lernen. Sie suchen ihr eigenes Leben in der italienischen Gemeinschaft. Dort, in einer Parallelwelt, leben sie nun, eher unglücklich als glücklich. Und immer die Angst, ausgestossen zu werden, die Arbeit zu verlieren, nicht zu wissen, wohin man gehen soll.

Die sich ankündende Schwarzenbach-Initiative macht alles noch schlimmer. Schwarzenbach, ein begnadeter Redner, peitscht das Volk gegen die Italiener auf. Sie müssen sich die wüstesten Beleidigungen anhören. Am Samstag vor der Abstimmung geht der Vater voller Angst in die Fabrik und sagt sich: „In Italien finde ich keine Arbeit, aber wenn Schwarzenbach gewinnt, so muss ich gehen.“ Existenzangst.

„Diese Sau-Tschinggen jubeln wieder“

Sechs Monate nach der Verwerfung der Schwarzenbach-Initiative wird Concetto in Aarau geboren. Sein Leben spielt sich in Lenzburg ab. Er integriert sich, doch auch er erlebt die Anti-Italo-Stimmung. Als er sich 1978 freut, weil die italienische Fussballmannschaft gegen die Niederlande 1:0 führt, hört er einen Erwachsenen sagen: „Diese Sau-Tschinggen jubeln wieder.“

Wo sieht er den Grund für diese Italo-Aversion, die oft in puren Rassismus umschlug? „Die Schweizer sahen die Italiener als Konkurrenz“, sagt Concetto Vecchio im Gespräch mit Journal21. Und vor allem: „Die Italiener waren anders. Dieses Anderssein störte“, sagt er. „Sie kommen aus armen, ländlichen Verhältnissen, benehmen sich nicht, wie sich die Schweizer benehmen, sie gingen nicht zur Schule, sie können nicht lesen und schreiben, sprechen einen seltsamen Dialekt und zeugen nur Kinder.“ All das passe nicht in die schweizerische Norm. Und, so Vecchio, auch wirtschaftliche Ängste kamen dazu. Schwarzenbach behauptete, die Italiener würden den Schweizern die Arbeit wegnehmen. „Sie arbeiten doppelt so viel für den halben Lohn. Sie machen uns arm.“

Fan des FC Aarau

Vecchios Eltern sind 1984 zusammen mit Concetto nach Sizilien zurückgekehrt. Der Sohn ist heute einer der renommierten Journalisten der grossen Römer Tageszeitung „La Repubblica“ und wohnt in Rom, wo wir ihn trafen.

Vecchios „Cacciateli“ klagt nicht nur an. Das ist eine der vielen Stärken dieses sehr authentischen Buchs. Er beschreibt eindrücklich, wie sich die Stimmung geändert hat. Die ersten 14 Jahre seines Lebens verbringt er in der Schweiz. „In der Primarschule war ich noch der Tschingg, doch in der Bezirksschule in Lenzburg wurde ich sehr gut aufgenommen“, erzählt Vecchio in perfektem Schweizerdeutsch. Urs Strub, sein Klassenlehrer in der Bezirksschule in Lenzburg, sei entscheidend für ihn gewesen. „Ohne ihn wäre ich nicht Journalist geworden. Er hat mein journalistisches Talent entdeckt und mich gefördert. Er bezahlte mir während Jahren ein Abonnement für die Fernausgabe des Tages-Anzeigers. Das vergesse ich nie.“ Noch immer ist Concetto ein Fan des FC Aarau.

Die Psyche der Arbeiterschaft erkannt

Die Fussballweltmeisterschaft 1982 habe zum Stimmungsumschwung beigetragen, glaubt der Autor. „Fast alle meine Schweizer Freunde waren für Brasilien, doch Italien wurde Weltmeister.“ Das sei wie ein Dammbruch gewesen. „Plötzlich wurden die Italiener geachtet, verehrt und sogar bejubelt. Plötzlich waren wir wer.“

Wie schätzt Concetto Vecchio James Schwarzenbach ein? Der Parteichef der „Nationalen Aktion“, früher Mitglied der „Nationalen Front“ und später Gründer der „Republikaner“, sei eine sehr komplexe, interessante Figur, ein Aristokrat, der sich gegen die Familie und die Gesellschaft auflehnte. Seine Initiative sei ein Mittel gewesen, um sich zu profilieren. „Endlich wurde er ernst genommen.“ Er habe die Psyche eines Teils des Volks erkannt, vor allem jene der Arbeiterschaft. Es sei ihm gelungen, Ängste zu schüren. „Ich bin kein Rassist“, habe Schwarzenbach immer gesagt. „Doch niemand sagt, er sei Rassist, auch Salvini nicht“, erklärt Vecchio. Populisten gäben immer vor, sie seien berufen, zum Wohle des eigenen Volkes zu handeln.

„Schreibe dieses Buch nicht“

Vecchio lobt, dass Schriftsteller wie Max Frisch oder Filmemacher wie Alexander Seiler oder Roman Brodmann diese Zeit „differenziert aufgearbeitet“ haben. „Die Schweiz ist heute ein anderes Land als in den Siebzigerjahren“, sagt der Autor.

Die Italiener, die damals in der Schweiz waren, würden nicht gerne von jener Zeit sprechen, erzählt Vecchio. Sie wollten jene Jahre vergessen. „Meine Mutter sagte mir: „Schreibe dieses Buch nicht. Und wenn du es schreibst, schreibe nicht schlecht über die Schweiz.“ Denn: „Die Schweiz hat uns trotz allem auch viel gegeben.“

Vecchio schrieb das Buch, und es verkauft sich wie warme Semmeln. In vierzig Tagen wurden vier Auflagen publiziert. Letzte Woche kam die fünfte dazu. „Es ist die Geschichte von der Armut unseres Landes. Viele Italiener finden in dem Buch ihre eigene Vergangenheit wieder.“ In Linguaglossa „bin ich heute fast schon ein Star“, witzelt der Autor. Und Mutter und Vater sind stolz auf ihn. „Eigentlich wollte ich ein politisches Buch schreiben, doch viele sehen es als Roman der Emigration.“

„Cacciateli!, Quando i migranti eravamo noi“, Feltrinelli, 2019

Kommentare

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Io ho letto questo libro ehi vissuto il tempo di James!

...und in 60 Jahren schreiben dann Afrikaner ein Buch darüber, wie sie einst in Italien aufgenommen worden sind...
Der Autor hätte auch die Frage beleuchten sollen, weshalb damals wie heute unfreiwillige Auswanderung als gottgegeben hingenommen wird. Empören müsste man sich darüber, dass z.B. 'Rom' damals (wie heute) trotz grossem wirtschaftlichen Potenzial nur wenig auf die Reihe kriegt und mangels beruflicher Perspektiven im 3. Jahrtausend erneut junge Italiener auswandern. Und darüber, dass sich ähnliches in potenziell wirtschaftlich starken Regionen Afrikas wiederholt.

Ich bin ein secondo. Und meinem Vater ging es auch so. Er kam 1962 mit seinem Bruder ind dessen Frau in die Schweiz um zu arbeiten. Zu Hause hatten sie Hungersnot. Mit dem letzten Geld kamen sie mit dem Zug. 2 Tage mussten sie reisen. Im Zug gab es damals nur Holzbänke. Wohnen mussten sie anfangs in einem Esterich. Im Winter eiskalt und im Sommer glühend heiss. Sein Bruder ging nach 2 Jahren wieder zurück in die Heimat doch er blieb. Er fand unterschlupf bei einer anderen sizilianischen Familie und bezog (mietete) dort 1 Zimmer. Der Arbeitsweg war müham. Kein Geld fürs Bahnbillet. Kein Velo. Also zu Fuss. Später konnte er in die VonRoll Baracken ziehen. Er arbeitete seit seiner Ankunft dort. Die Arbeit war sehr schwer und belastend. Trotz allem blieb er 50 Jahre in der Firma. Er musste sich auch einiges einstecken. Aber er sagte immer es wird besser. Mit bald 30 Jahre heiratete er meine Mutter (Schweizerin). Wir waren eine kleine Familie....2 Kinder. Mein Vater tat alles für uns. Auch wenn wir nicht so viel Geld hatten. Wir lebten vom Schrebergarten wo er mit Gemüse bepflanzte. Leider ist er viel zu früh gestorben mit 74. Nach so einem Leben im Stahlwerk hätte er noch ein paar Jahre leben dürfen. Und vorallem etwas herumreisen und etwas von dieser Welt sehen.

Selbstverständlich stimmte ich damals gegen die Schwarzenbach-Initiative. Retrospektiv habe ich die Zusammenhänge aber anders in Erinnerung.

Um konkurrenzfähig zu bleiben holte die Textil-Industrie billige Arbeitskräfte aus Italien ins Land. Schwarzenbach war der Ansicht, dass die Textil-Industrie à la longue in der Schweiz keine Zukunft hat, und wehrte sich gegen diese Migration. Meines Wissens hatte er recht, die Produktion ging nach Fernost, und ~200‘000 Italiener mussten unser Land wieder verlassen.

Rückblickend neige ich zur Ansicht, dass eine Annahme der Initiative uns politisch einiges erspart hätte.

Schwarzenbach war ein schwieriger Zeitgenosse. Aber er war einer der wenigen Parlamentarier, der nach der Jeanmaire-Affäre noch in den Spiegel schauen konnte.

Damals wie heute gilt bei Masseneinwanderungen: Profitieren tun nur wenige, die Kosten (auch im übertragenen Sinne) tragen andere.

„Die Schweiz ist heute ein anderes Land als in den Siebzigerjahren“, stimmt, die originalen Einheimischen der damaligen Schweiz sind durch den 26 % Ausländeranteil und 1/3 Schweizer mit Migrationshintergrund heute zu einer etwa 4 Mio. grossen ethnischen Minderheit geworden, die wegen ihrer zu geringen Fertilitätsrate noch ganz ersetzt wird. Dies ist als ausgleichende Gerechtigkeit der Geschichte zu verstehen, des Fremdenhasses, des "J" Judenstempels, der "Boot ist voll" Politik und der Abgewiesenen, in den Tod geschickten, des Genozides mit den jenischen "Kinder der Landstrasse", aber auch für die Verdingkinder, die unschuldig eingesperrten "Liederlichen", Versorgten, Eingewiesenen, die Sterilisierten und Kastrierten und illegal Zwangsbehandelten und tausenden von Lobotomisierten, zu Behinderten gemachten, bis heute in seiner ganzen rassistischen eugenischen Dimension historisch nicht aufgeklärt und ungesühnt geblieben. Das rächt sich. Auch Italien täte deshalb wie jedes Land - in diesem Kontext wären gerade auch noch die Menschenrechts- und Kriegsverbrechen der Türkei an den Kurden und Jesiden zu nennen - besser daran, die Flüchtlinge anständig zu behandeln und sich mit seinen Ausländern zu versöhnen.

Es waren Wörter, Maispicker, sou Zinge, von wem kamen sie,von den Ewiggestriegen BGBPartei heute SVP

Ein Buch, das auch ich mir besorgen und lesen werde, denn ich hatte jene Zeit ja hautnah selber miterlebt - ebenfalls im Aargau, wenn auch "auf der anderen Seite". Aber als so gegensätzlich, wie es der Autor beschreibt, empfand ich das Verhältnis zu den Gastarbeitern aus Italien doch wieder nicht. Am Fussball-WM-Final von 1982 jedenfalls fieberte ich mit den Azzuri und erinnere mich noch bestens ihrer damaligen Helden von A bis Z, Antognoni bis Zoff mit Superheld Paolo Rossi dazwischen. Ansonsten halte ich es mit Mutter Vecchio: Es war in der Tat ein gegenseitiges Geben und Nehmen!

Sehe ich anders. Wenige haben genommen, viele haben gegeben. Ihre Jugend, ihre Kraft, ihre Gesundheit, ihre Freude, ihre Familie, ihre Wurzeln, ihre Religion, ihre Sehnsucht und ihre Träume, aber nie den Respekt und den Anstand verloren, denn - wie ein italienisches Sprichwort sagt - man spuckt nicht in den Teller, aus dem man isst. Das meint Frau Vecchio.

ging mir genau so. habe mit dem nachbarn und ihrer verwandtschaft als angehnder anwalt in seiner wohnung mitgefiebert. alle sprachen perfekt schwizerdütsch als zweite eingeschulte und hier geborene generation. wir verkehrten auf augenhöhe. als die slaven währen ihres krieges zu uns kamen, ging es wieder von vorne los. alles braucht seine zeit. in ein paar jahren werden es wohl die afrikaner sein, die sich wehren müssen. ein meiner ansicht nach gleichgestricktes muster in der verhaltensweise beider seiten.

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