Erinnert sich jemand an das «Café Endspurt»? Die auf Radio Beromünster ausgestrahlte einstündige Sportsendung war in den Fünfziger- und Sechzigerjahren ein Strassenfeger, zu der die Sportgrössen jener Zeit eingeladen wurden. Im Bild von links: Der Ruderer Gottfried «Göpf» Kottmann, der Mehrkämpfer und spätere Radio-und Fernsehreporter (und SVP-Nationalrat) Werner Vetterli, der Radioreporter Josef «Sepp» Renggli (mit Mikrofon, der Gründer der Sendung), der Radrennfahrer Ferdy Kübler, der Fussballreporter Jean-Pierre Gerwig und Karl «Charly» Elsener, der Torhüter des Zürcher Grasshopper Clubs. Sepp Renggli, der Initiant der Sendung, starb am 9. Januar 2015.
Renggli erhielt 1952 den Auftrag, eine wöchentliche einstündige Sportsendung zu produzieren. Die Radio-Chefs prophezeiten, dass die Sendung nach zwei, drei Monaten «einschlafen» würde. Was für ein Irrtum! Die Sendung, die immer am Freitag nach den 12.30-Uhr-Nachrichten ausgestrahlt wurde, entwickelte sich zu einem eigentlichen Kultprogramm mit riesigen Einschaltquoten. Zu den Stammgästen gehörte auch immer wieder der Kabarettist «Jimmy Muff» alias Werner von Aesch. Das Bild stammt aus dem Jahr 1958. 1962 wurde die letzte Sendung von Café Endspurt übertragen.
Renggli war zunächst Journalist bei der Zeitung «Sport». Anschliessend wechselte er zu «Radio Beromünster». Dort initiierte er nicht nur «Café Endspurt», sondern auch «Sport und Musik», «Auto-Radio Schweiz» und den Musikwettbewerb «Grand Prix Brunnenhof». Von 1961 bis 1986 leitete er beim Schweizer Radio das Ressort «Sport und Touristik», von 1976 bis 1989 war er Studioleiter in Zürich. Zudem verfasste er fast 30 Sportbücher.