Direkt zum Inhalt
  • Politik
  • Kultur
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft
  • Medien
  • Über uns
close
Das historische Bild

Makabres Schauspiel

Beatrice Cenci
Exekution von Beatrice Cenci, Zeichnung aus dem Jahr 1895 (Bild: Library of Congress, Washington)

Öffentliche Hinrichtungen gab es schon immer. Und schon immer übten solche morbiden Spektakel eine gewisse Faszination auf einen bestimmten Menschenschlag aus. Ein Beispiel aus dem 16. Jahrhundert: Unter dem Geschrei einer riesigen Menge wird Beatrice vor der Engelsburg in Rom enthauptet. Der Menschenauflauf ist so gross, dass eine Tribüne zusammenbricht und mehrere Zuschauer sterben. Einige fallen in den Tiber und ertrinken. In der Menge befindet sich auch der grosse Maler Caravaggio.

Beatrice Cenci stammt aus einer reichen Adelsfamilie. Ihr Vater ist ein gewalttätiges Ekel. Schon als Zehnjähriger hatte er mit dem Säbel auf andere eingestochen. Er ist bekannt für seine brutalen sexuellen Übergriffe. Er treibt es mit Männern, Frauen und Tieren. Immer wieder wird er verurteilt, kann sich aber dank seines Vermögens freikaufen.

Die Situation in der Familie wird unerträglich. So beschliessen Beatrice und ihre Brüder Giacomo und Bernardo sowie die zweite Frau des Vaters, dem Terror ein Ende zu setzen. Treibende Kraft hinter dem Mordplan ist die gut zwanzigjährige Beatrice. Beauftragt mit dem Mord wird Olimpio, der Gutsaufseher und Liebhaber von Beatrice. 

Der Vater wird mit Opium betäubt. Olimpio betritt mit einem Hammer das Schlafgemach, doch der Vater wacht auf. Zu wenig Opium. Trotzdem wird er mit mehreren Hammerschlägen getötet.

Selten geniessen Mörder eine solche Sympathie. Angeklagt wird Beatrice vom höchsten Staatsanwalt in Rom, verteidigt wird sie vom renommiertesten Anwalt der Stadt. Die breite Bevölkerung und viele Adlige setzen sich für sie ein. Hochgestellte Persönlichkeiten sprechen beim Papst vor, um ihre Begnadigung zu erreichen.

Alles nützt nichts. Papst Clemens VIII., der auch Giordano Bruno auf den Scheiterhaufen auf dem Campo de‘ Fiori brachte, lehnt eine Begnadigung ab.
 

Siehe auch: Journal 21: «Beatrice, die geliebte Mörderin»


Caravaggio hatte Beatrice mit eigenen Augen gesehen. Schade, hat er ihr Gesicht nicht gemalt. Laut mehreren Überlieferungen soll sie sehr hübsch gewesen sein. Doch wir wissen heute nicht, wie sie wirklich aussah.

Ein Porträt von ihr wird dem Bologneser Maler Guido Reni zugeschrieben. Doch mit Sicherheit hat Reni Beatrice nie gesehen und nur von ihr gehört. 

Guido Reni
Guido Reni: Beatrice Cenci

Beatrice wird im Laufe der Jahre zur glühend verehrten Märtyrerin. Längst ist sie eine Volksheldin. Jedes Römer Schulkind erzählt heute ihre Geschichte. Für die Römer Frauen ist sie längst zum Symbol einer starken Frau geworden. 

Historische Bilder

Hier finden Sie eine Übersicht der Historischen Bilder auf journal21.ch

mehr

Newsletter abonnieren

Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter!

Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter!

Zurück zur Startseite
Leserbrief schreiben
Journal 21 Logo

Journal 21
Journalistischer Mehrwert

  • Kontakt
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Newsletter
To top

© Journal21, 2021. Alle Rechte vorbehalten. Erstellt mit PRIMER - powered by Drupal.