Direkt zum Inhalt
  • Politik
  • Kultur
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft
  • Medien
  • Über uns
close
Das historische Bild

Massenhysterie

Rudolph Valentino
(Foto: AP)

Laut damaligen Zeitungsberichten strahlte er eine «unwiderstehliche, intensive, glühende Erotik» aus. Sein Image als exotischer, romantischer, sinnlicher «Latin Lover» war für die damalige Gesellschaft ungewöhnlich. Vor hundert Jahren, am 23. August 1926, starb Rudolph Valentino, «The World’s Greatest Lover». Ursache war ein perforiertes Magengeschwür. Der Tod des 31-Jährigen löste eine chaotische Massenpanik aus. Tagelang drängten sich über hunderttausend Menschen vor dem Bestattungsinstitut Frank E. Campbell in Manhattan. Verliebte Frauen warfen sich auf den Sarg, einige brachten sich um, andere versuchten es.

Die polnische Filmschauspielerin Pola Negri, Valentinos Geliebte, brach auf dem Sarg medienwirksam mehrmals zusammen. Sie war es, die das riesige Blumenarrangement bestellte, das über den Toten gelegt wurde.

Rudolph Valentino
Rudolph Valentino als Vladimir Dubrovsky im Film «The Eagle» (Foto: Library of Congess, Washington)

Valentino, das erste wirkliche Film-Idol, starb während einer Werbetour für seinen Film «Son», der Fortsetzung des Blockbusters «The Sheik». Nachdem eine Bauchfellentzündung diagnostiziert worden war, brach ein Magengeschwür auf. Bereits vor seinem Tod, als erste Meldungen über seinen Gesundheitszustand eintrafen, drängten sich Tausende vor dem Spital. Die Radiostationen berichteten rund um die Uhr; Zeitungen druckten Sonderbeilagen. 

Nach dem Tod geriet die Menschenmenge teilweise ausser Kontrolle: Fenster gingen zu Bruch, Menschen wurden verletzt, und die Polizei musste eingreifen. Wie viele Frauen versuchten, sich umzubringen, ist unklar. 

Noch bevor Valentino beigesetzt wurde, entstanden wilde Theorien über die Todesursache. Unter anderem hiess es, er sei von einem eifersüchtigen Ehemann vergiftet worden. 

Valentino war einer der ersten Menschen, dessen Leben und Tod zu einem Medienspektakel wurden. Die amerikanische Presse war in den Zwanzigerjahren extrem sensationslüstern. Sie machte aus seiner Krankheit praktisch eine Fortsetzung seiner Filme: Millionen Menschen warteten auf die nächste Nachricht, ob «The World’s Greatest Lover» überleben würde. Als er starb, wurde die Trauer selbst zum öffentlichen Ereignis. 

An seinem Grab tauchten später die legendären «Ladies in Black» auf – schwarz gekleidete Frauen, die jährlich sein Grab besuchten und Rosen niederlegten. 

Begraben ist Valentino ist in Los Angeles auf dem «Hollywood Forever Cemetery».

Siehe auch: Journal 21: «The World's Greates Lover»

(J21)

Historische Bilder

Hier finden Sie eine Übersicht der Historischen Bilder auf journal21.ch

mehr

Newsletter abonnieren

Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter!

Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter!

Zurück zur Startseite
Leserbrief schreiben
Journal 21 Logo

Journal 21
Journalistischer Mehrwert

  • Kontakt
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Newsletter
To top

© Journal21, 2021. Alle Rechte vorbehalten. Erstellt mit PRIMER - powered by Drupal.