Die Strasse von Hormuz, die jetzt wieder umkämpft ist, war schon mehrmals Schauplatz von militärischen Auseinandersetzungen zwischen Iran und den USA. Das Bild aus dem Jahr 1988 zeigt die iranische Fregatte Sahand, die von Flugzeugen der US Navy in Brand geschossen wurde. Der Zwischenfall ereignete sich während der grössten Seeschlacht der US-Marine seit dem Zweiten Weltkrieg und ging als «Operation Praying Mantis» (Operation Gottesanbeterin) in die Geschichte ein.
Ausgelöst wurde das Seegefecht, weil die US-Fregatte Samuel B. Roberts in der Strasse von Hormuz auf eine iranische Seemine fuhr. Die USA zerstörten daraufhin mehrere iranische Schiffe und Ölplattformen. Die Gefechte fanden vier Monate vor Ende des iranisch-irakischen Krieges (Erster Golfkrieg) statt. Die USA hatten den Irak von Saddam Hussein unterstützt. Auf der Seite von Ajatollah Ruhollah Khomeinis Iran standen die Sowjetunion, Libyen, die Volksrepublik China und Nordkorea.
Beim amerikanisch-iranischen Gottesanbeterin-Seegefecht am 18. April 1988 sanken die iranische Fregatte Sahand (siehe oben) und vier iranische Schnellboote. Eine Fregatte wurde beschädigt. Iran gab nicht bekannt, ob und wie viele Seeleute getötet wurden.
Die USA verloren einen Helikopter. Die beiden Piloten kamen ums Leben.
Knapp drei Monate nach dieser Seeschlacht schoss der US-Lenkwaffenkreuzer USS Vincennes (CG‑49) direkt über der Strasse von Hormuz zwei Raketen auf den Airbus Iran Air Flug 655. Alle 290 Menschen an Bord starben, darunter 66 Kinder. Die Besatzung der USS Vincennes hielt das Flugzeug fälschlicherweise für ein angreifendes iranisches F-14 Tomcat-Kampfflugzeug.
Die USA sprachen von einem «tragischen Irrtum», zahlten später eine Entschädigung, doch entschuldigten sich nicht.