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Das historische Bild

Die verstossene Ehefrau

Marić, Einstein
Mileva Marić, Albert Einstein (Foto:PD)

Vor 150 Jahren, am 19. Dezember 1875, wurde Mileva Marić geboren. Die in Titel im Königreich Österreich-Ungarn (heute Vojvodina) geborene Serbin, war eine der ersten Frauen, die am Polytechnikum in Zürich Mathematik und Physik studierte. 1901 wurde sie von Albert Einstein, dessen Vorlesungen sie besuchte hatte, schwanger. 1903 heiratete der Physiker seine einstige Studentin – gegen den Willen seiner Mutter. Die Beziehung stand unter keinem guten Stern. Der Physiker behandelte sein Frau wenig galant.

Nach ihrer Heirat zogen die beiden an die Kramgasse in Bern (im heutigen «Einsteinhaus»). Zuvor hatte Mileva eine Tochter geboren, deren Schicksal nicht bekannt ist. Starb sie oder wurde sie zur Adoption freigegeben? 1904 gebar sie den Sohn Hans Albert und 1910 den Sohn Eduard. 

Im August 1912 wurde Einstein zum Professor für theoretische Physik an der ETH ernannt. Die beiden bezogen eine grosse Wohnung an der Hofstrasse in Zürich-Hottingen. Auf 700 Franken belief sich der Mietzins. Doch in der Ehe kriselte es mächtig. 

In einem Brief an Mileva verpflichtete er sie zur Einhaltung folgender Regeln:

A. Du sorgst dafür

1. dass meine Kleider und Wäsche ordentlich in Stand gehalten werden.

2. dass ich die drei Mahlzeiten im Zimmer ordnungsgemäss vorgesetzt bekomme.

3. dass mein Schlaf- und Arbeitszimmer stets in guter Ordnung gehalten sind, insbesondere dass der Schreibtisch mir allein zur Verfügung steht.

B. Du verzichtest auf alle persönlichen Beziehungen zu mir, soweit deren Aufrechterhaltung aus gesellschaftlichen Gründen nicht unbedingt geboten ist. Insbesondere verzichtest Du darauf

1. dass ich zuhause bei Dir sitze.

2. dass ich zusammen mit Dir ausgehe oder verreise.

C. Du verpflichtest Dich ausdrücklich, im Verkehr mit mir folgende Punkte zu beachten:

1. Du hast weder Zärtlichkeiten von mir zu erwarten noch mir irgendwelche Vorwürfe zu machen.

2. Du hast eine an mich gerichtete Rede sofort zu sistieren, wenn ich darum ersuche.

3. Du hast mein Schlaf- bzw. Arbeitszimmer sofort ohne Widerrede zu verlassen, wenn ich darum ersuche.

D. Du verpflichtest Dich, weder duch Worte noch durch Handlungen mich in den Augen meiner Kinder herabzusetze.

1912 führte Einstein einen geheimen Briefwechsel mit seiner Cousine Elsa. 1914 trennten sich Einstein und Marić. 1915 und erneut 1918 versuchte er, sie zur Scheidung zu zwingen. Am 14. Februar 1919 wurde die Ehe in Zürich geschieden. Jetzt heiratete Einstein seine Cousine.

1948 starb Mileva Marić vereinsamt in einer Privatklinik in Zürich. Sie wurde im sogenannten «Jugoslawengrab», einem Gemeinschaftsgrab exilierter Jugoslawen, auf dem Zürcher Friedhof Nordheim begraben. 

(Mit Material aus dem Artikel von Martin Kreutzberg: «Einstein am Zürichberg», erschienen am 27. Juni 2015 im Journal 21)

Mileva Marić
Mileva Marić 1896 (PD)

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