Im Jahr 2014 erhoben sich in Hongkong Proteste gegen Änderungen im Wahlverfahren, die China ab 2017 einführen wollte. Von da an sollten die Wähler nur noch zwischen Kandidaten wählen, die ihnen von der chinesischen Sonderverwaltung vorgesetzt wurden. Damit kündigte sich das definitive Ende der Demokratie in Hongkong an. Die Zeiten von «ein Land, zwei Systeme» sollten beendet werden.
In diesen Tagen werden durch die Verurteilung von Jimmy Lai zu 20 Jahren Haft wieder Erinnerungen an diese Proteste wach, die als «Regenschirmbewegung» weltweit bekannt wurden. Jimmy Lai hatte diese Proteste als einflussreichster Verleger Hongkongs tatkräftig unterstützt. Nun wird der 78-Jährige wohl den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen.
Sieht man heute die Bilder dieser Proteste, für die Gelb zur Signalfarbe werden sollte, so kann man kaum glauben, dass seitdem erst zwölf Jahre vergangen sind. Diese Bilder sind schon jetzt so «historisch», als stammten sie aus den Tiefen des vergangenen Jahrhunderts.
(Journal21)