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Das historische Bild

Die Freiheitsstatue als einziges Licht in der Finsternis

Freiheitsstatue
Keystone/AP Photo/Mike Derer

Dieses Bild ist keine Erfindung gewisser Journalisten, die sich nach den jüngsten Beschlüssen der Trump-Administration über kurz oder lang in der soeben eingerichteten «Hall of Shame» wiederfinden werden. Vielmehr entstand dieser Effekt durch eine Verkettung technischer Pannen, die am 14. August 2003 zu einem Stromausfall führten und New York in tiefes Schwarz tauchten.

Dieser Stromausfall war relativ schnell behoben, so dass der Alltag nur kurz unterbrochen wurde. Ganz anders dagegen war der Stromausfall vom 9. November 1965, der den Nordosten der USA und Teile Kanadas betraf. Um 17.27 Uhr, mitten in der Rushhour, erloschen die Ampeln, U-Bahnen und Fahrstühle blieben stecken, und 800000 Menschen waren in nachtschwarzen Tunneln gefangen. Glücklich, wer wenigsten zu Hause war und sich mit Kerzen behelfen konnte.

Grand Central Terminal
Gestrandete Fahrgäste im Grand Central Terminal am 9. November 1965. Berlin hat für die derzeit vom Blackout Betroffenen wenigstens Notunterkünfte mit Liegen eingerichtet. (AP Photo/John Lent, File)

Um diesen Stromausfall ranken sich zahlreiche Anekdoten. So soll das Licht in einer Wohnung und der Strasse just in dem Moment ausgegangen sein, als eine Frau den Toaster betätigte. Verdattert fragte ihr Mann: «Was hast du getan?» Sofort schossen weitergehende Gerüchte ins Kraut. Ausserirdische wurden verdächtigt und natürlich die Russen. Präsident Johnson liess über den heissen Draht nachfragen, ob diese etwas Ernstes im Schilde führten.

Schwierig wurde die Situation auch für den Luftverkehr, weil die Piloten zum Teil ohne die Beleuchtung der Landebahnen auskommen mussten. Am 10. November gegen 7.00 Uhr kehrte der Strom zurück. Es stellte sich heraus, dass bei Wartungsarbeiten ein Relais falsch eingesetzt worden war, was sofort zu einer Kettenreaktion geführt hatte. Die Netze schalteten sich automatisch ab, damit keine Schäden durch Überlastung auftraten.

Einige Monate lang hielt sich allerdings hartnäckig ein Gerücht: Der unverhoffte Blackout habe viele Paare zu vermehrter Liebestätigkeit angeregt. Doch es stellte sich neun Monate später heraus, dass die Gebärabteilungen der Spitäler keine Zunahme an Geburten verzeichnen konnten.

(Journal 21)

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