Daniel Libeskind gehört zu den prägenden und bekanntesten Architekten der Gegenwart. Die Eigenwilligkeit seiner Bauten ist nicht l’art pour l’art, sondern sie entsteht durch die Verbindung zu den jeweiligen historischen und kulturellen Zusammenhängen. Libeskind hat eine Vielzahl von Werken geschaffen, darunter einen viel beachteten Entwurf für ein neues World Trade Center, der sich auf den Anschlag von 9/11 unter dem Motto «Reflecting Absence» bezieht. Libeskind, der in Lódz geboren wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Amerika auswanderte, begeht heute, 12. Mai, seinen 90 Geburtstag.
Ein Beispiel dafür ist der Expo-Pavillon in Mailand 2015. Unter dem Motto «Nahrung für den Planeten, Energie für das Leben» zielte die Expo darauf ab, innovative Lösungen für die globalen Herausforderungen im Bereich Ernährung und nachhaltige Entwicklung zu präsentieren.Die Form des Pavillons, die von organischen Linien und dynamischen Geometrien geprägt ist, spiegelt das Konzept der wachsenden und sich verändernden Natur wider. Das Design betont die Wechselwirkungen zwischen landwirtschaftlicher Produktion, urbanem Leben und ökologischem Gleichgewicht.
Eine der prägendsten Phasen in Libeskinds Karriere war der Entwurf des Jüdischen Museums in Berlin, das 1999 eröffnet wurde. Dieses Museum dokumentiert ebenfalls seine Fähigkeit, Geschichte und Raum miteinander zu verbinden. Der Entwurf verwendet scharfe Winkel, verwinkelte Passagen und eine symbolische Darstellung des jüdischen Lebens in Deutschland, um die Trauer und das historische Erbe der jüdischen Gemeinde zu reflektieren.
Das Bild zeigt Daniel Libeskind in der Ausstellung «Architektur 14» in der Zürcher Maag Halle am Freitag, 24. Oktober 2014.