Zwei Busse waren am 8. Oktober 2026 Ziele eines russischen Raketenangriffs in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk. Mindestens 30 Personen kamen dabei ums Leben, 18 Menschen wurden verletzt. Die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen. Es handelte sich um einen der schlimmsten Angriffe dieses Jahres auf die Zivilbevölkerung. Russland intensiviert in der Ukraine den Luftkrieg gegen nichtmilitärische Ziele.
Angesichts der «drastischen Verschlechterung der Sicherheitslage» wies Militärgouverneur Wadym Filaschkin die städtischen Militärverwaltungen von Kramatorsk und Slowjansk an, den öffentlichen Nahverkehr einzustellen. Kramatorsk ist neben Slowjansk die letzte von der Ukraine kontrollierte Grossstadt in der östlichen Region Donezk. Die Stadt, in der vor Beginn des russischen Angriffskriegs 150’000 Menschen lebten, ist für die Logistik der ukrainischen Streitkräfte an der Front von grosser Bedeutung.
Gleichentags wurden auch Kiew und andere Städte mit Gleitbomben, Raketen und Drohnen schwer attackiert. Nach russischem Beschuss musste in der Hauptstadt und in einigen Landkreisen des Kiewer Umlands der Strom notfallmässig abgeschaltet werden. Für die Millionenstadt bedeutete dies, dass in einigen Teilen auch die Pumpen der Wasserversorgung ausfielen und dadurch die Löscharbeiten der Feuerwehr behindert wurden. Nach Angaben des Bürgermeisters Witali Klitschko starben bei den Angriffen drei Menschen.
Auch in den frontnahen Gebieten Sumy, Charkiw, Donezk und Saporischschja brach nach russischen Angriffen die Stromversorgung zusammen. Soweit die Sicherheitslage es zulasse, werde an der Wiederherstellung gearbeitet, sagte Vize-Energieminister Artem Nekrassow.