Wir trauern um Jörg Thalmann

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Wir trauern um Jörg Thalmann

Von Journal21, 30.10.2014

Der Journalist Jörg Thalmann, Autor von Journal21, ist am Dienstag in Brüssel im Alter von 80 Jahren gestorben.

(Bild: J21)
(Bild: J21)

Jörg Thalmann, ein überzeugter Pro-Europäer, bestach immer wieder mit seinen fundierten, nuancierten Europa-Artikeln, die sich mit viel Sachverstand auszeichneten. Polemik war ihm fern, Pauschalisierungen ebenso. Das hob ihn ab von manchen, die über Brüssel schreiben. Er stand der EU durchaus kritisch gegenüber, legte immer wieder den Finger auf Schwachpunkte, war aber überzeugt, dass Europa die Zukunft ist. Immer wieder betonte er die friedenssichernde Funktion der EU. Das Anti-Europa-Geheul war ihm zuwider.

Er selbst bezeichnet sich als "europhiler Schweizer Patriot". Er sei "ein Anhänger der Einigung Europas und Verteidiger der EU" und gleichzeitig "ein Schweizer Patriot, stolz auf den einzigen Staat der Welt, der den Letztentsscheid über seine Politik seinen Bürgern anvertraut". All das würde sich nicht ausschliessen.

Am 17. Februar 2014 – mit Distanz - kommentierte Thalmann das Ja der Schweizer Stimmenden zur Masseneinwanderungsinitiative noch einmal. Es war einer seiner meist beachteten und meist-zitierten Artikel. Wir publizieren ihn separat erneut.

Am 9. Juli dieses Jahres, schon schwer von seiner Krankheit gezeichnet, schrieb er den letzten Artikel für Journal21, über die „Vierte EU-Freiheit und die Schweiz“.

NZZ, Basler Nachrichten, Radio DRS etc.

Jörg litt seit langer Zeit an Schmerzen, vor allem im Rücken. Viermal unterzog er sich in diesem Jahr einer Operation. Immer wieder meldete er sich dazwischen mit Artikeln und freundlichen Mails. Nach einem Eingriff an der Wirbelsäule entwickelten sich eine Infektion und später eine Lungenentzündung. Jörg Thalmann starb am Dienstag früh in der Brüsseler Clinique du Parc Léopold. Die Kremation findet an diesem Freitag in Brüssel statt, wo er auch bestattet wird.

Jörg Thalmann wuchs in Winterthur auf.  In Zürich studierte er Literatur, Philosophie und Geschichte. Mit einer Dissertation über Kafka doktorierte er.

1962 – 1963 arbeitete Jörg bei der NZZ, 1964 – 1967 war er Auslandredaktor bei den Basler Nachrichten, 1967 – 1997 Brüsseler Korrespondent für Deutschschweizer Regionalzeitungen. Bis 1982 berichtete und kommentierte er auch aus Brüssel für Radio DRS.

Seine Themen waren die EG, dann die EU, die Schweizer Verhandlungen mit Brüssel, die Bilateralen, die Nato, der Kalte Krieg, die Ost-West-Spannungen, die Rüstung und vieles mehr.

Als Buchautor schrieb er über Kafka, die Revision der Schweizer Bundesverfassung („Helvetische Alternative“). Er war Mitglied der Furgler-Kommmission für eine Revision der Bundesverfassung. Er schrieb über den Binnenmarkt der EWG und über den „Islam und wir“. Er war Mitglied der Generalversammlung der Fondation Jean-Monnet pour l’Europe in Lausanne. Seit 1997 lebt er in Brüssel. 2012 stiess er zum Journal21, wo er sich als begehrter Vielschreiber auszeichnete. Fast jede Woche steuerte er uns einen fundierten Artikel bei, der immer grosse Beachtung fand.

(J21/hh)

Kommentare

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Mein Beileid und Bedauern. Ich hatte seine Artikel gerne gelesen und haben dieses Jahr auch 1-2 mal e-mails mit ihm ausgetauscht. Ich hatte von Herrn Thalmann den Eindruck eines aufrichtigen, kompetenten und integren Journalisten und Menschen. Und ehrlich engagiert. Wobei mir seine Sicht der EU als Friedensprojekt schon fast etwas altmodisch/naiv erschien. (Nun, ich bin wohl zynisch geworden, aber für sozial denkende und nicht westlich-machtorientierte Menschen ist es schwierig geworden mit diesem Europa...)

Der Tod von Jörg hat mich bewegt und traurig gemacht. Jörg war in den 1960er-Jahren bei den Basler Nachrichten mein erster Lehrmeister. Seine hohen Standards haben mich bis heute begleitet in meiner Arbeit. Jörg war auch ein einfühlsamer, herzlicher Mensch. Ich vermisse ihn.

Nun in der Grenzenlosigkeit Zuhause.
Herzliches Beileid den Angehörigen, auch dem Journal 21 dem Herr Thalmann mit viel Engagement und informativer Weise zusätzlich gedient hat. ….cathari

Der Tod von Jörg Thalmann macht mich betroffen – oder vielmehr nachdenklich. Persönlich habe ich ihn nicht gekannt. Aber seit Jahrzehnten war er mein journalistischer Begleiter. In den letzten Jahren verband er die tagespolitische Kritik, die man an der EU haben musste, mit der friedenspolitischen Grundsätzlichkeit, welche Europa nie preisgeben wird. Ich hoffe, dass er in dieser Geisteshaltung viele Nachfolgerinnen und Nachfolger finden wird!
Gret Haller

Nochmals vielen Dank Joerg Thalmaan möchte, wenn Sie ein Mann sind und Teufel Goei wir werden nie vergessen Sie Gott sagen Ihnen und, dass Sie Sie möglicherweise sind der beste Mann, wir haben Famieli Oeit Gekendt wirklich da Serban Verget Sie nie wirklich ich will den Namen des Broerders von Jörg Thalmann Kendt Iemandt Hijm Brüdern bitte Hilfe können Iemandt mich Begrapinis möchte, dass seine gn Wandt Man sollte nie vergessen, Sie hat ein Herz aus Gold Die Schrift kann IEMANDT ME CONCTACDEREN DEE Brüder JORG THALMANN WOULD wie zu ordnen ihre aufrufen können gehen IEMANDT bitte danke wieder wir sind Familie SERBAN 0032485966346 der Nr. LIVIU DE BROER VAN JORG IS WALTER

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