"Warum uns die Armen ruinieren"

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"Warum uns die Armen ruinieren"

Von Journal21, 04.10.2013

Der Sozialstaat treibe den Mittelstand ins Elend, schreibt Journal21-Autor René Zeyer in seinem neuen, provokativen Buch. Geld für Bedürftige sei nicht die Lösung, sondern das Problem.

Die Armutsbekämpfung schaffe mehr Arme, sowohl in den entwickelten Ländern als auch in der Dritten Welt, konstatiert Zeyer. Ein Gespräch mit dem Autor.

Journal21: René Zeyer, Sie rechnen in Ihrem in dieser Woche auf dem Markt gekommenen Buch mit dem Sozialstaat ab. Also, lassen wir die Armen verhungern, dann ist alles gut.

René Zeyer: Wir lassen sie doch die ganze Zeit verhungern, und nichts ist gut. In Subsahara-Afrika stieg die Zahl der Hungernden in den letzten 20 Jahren von 160 Millionen auf geschätzte 234 Millionen Menschen. Obwohl Multimillionen an Armuts- und Hungerhilfe investiert wurden. Das ist in Wirklichkeit Todeshilfe, keine Lebenshilfe. Und in den entwickelten Staaten verhungert kein Mensch. Aber alle werden durch angebliche Armutsbekämpfung immer ärmer, während es immer mehr Arme gibt. Davor kann man doch nicht die Augen verschliessen.

René Zeyer (Foto: Rolf Edelmann)
René Zeyer (Foto: Rolf Edelmann)

Armutsbekämpfung schafft Armut, statt sie abzuschaffen, schreiben Sie. Klingt ziemlich vermessen.

Das ist das Ergebnis der Untersuchung aller offiziellen Statistiken und Zahlen, die vorliegen. Sprechen wir von den modernen Sozialstaaten. Da ist eine Hilfsverwaltungsindustrie entstanden. In Deutschland ist sie mit rund 1,5 Millionen festangestellten Mitarbeitern der grösste Arbeitgeber überhaupt, mit einem Jahresumsatz von über 100 Milliarden Euro. Trotz ihren Bemühungen gibt es immer mehr sogenannt «relativ Arme», werden ständig neue «Armutslücken» entdeckt, soll es in der EU inzwischen 120 Millionen Arme geben. Schon 1786 erkannte ein englischer Armutsforscher: «Nie gab es mehr Elend unter den Armen, nie kam mehr Geld zu ihrer Hilfe zusammen. Aber besonders verblüffend ist, dass Armut und Not im selben Mass zunehmen wie die Anstrengungen, den Armen grosszügige Unterstützung zu gewähren.» Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Der Sozialstaat gilt als eine der wichtigsten und edelsten Errungenschaften der aufgeklärten Welt. Und ausgerechnet der soll nun an der Armut schuld sein?

Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Zahlen und Tatsachen. Sozialausgaben machen im Schnitt 50 Prozent eines Staatshaushalts aus. Schon lange vor der Finanzkrise 1 explodierten seit den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts diese Ausgaben, während parallel dazu die Staatsschulden ins Unbezahlbare stiegen. Umverteilung hat Wertschöpfung zur Voraussetzung. Wird die nicht wieder investiert, sondern nur konsumiert, ist sie verloren.
 
Zum Wirtschafts-ABC gehört die Feststellung, dass die Armen in den Mittelstand gehoben werden sollen, damit sie konsumieren können und so die Wirtschaft antreiben. Sehen Sie das anders?

Nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren. «Hartzen» ist in den offiziellen Wortschatz des Duden aufgenommen worden, als Synonym für sich «zu keiner Arbeit, Tätigkeit überwinden». Eine ganze Generation tritt in die Alterunterstützung ein, ohne jemals einer regelmässigen Arbeit nachgegangen zu sein. Das hat mit diesem Wirtschafts-ABC nichts zu tun.
 
Ist nicht der Sozialstaat Garant dafür, dass viele in schwierigen Zeiten nicht in die Armut abrutschen und wieder die Möglichkeit haben, sich aufzufangen, wieder eine wirtschaftliche Leistung vollbringen und konsumieren können?

Das sollte er sein. Durch die Pervertierung dieser Idee zu einer Rundum-Versorgung, die keinerlei Anreiz gibt, wieder eine wirtschaftliche Leistung zu erbringen, funktioniert das nicht mehr. Es geht längst nicht mehr um eine kurzfristige Überbrückung. Sondern eine wolkige Umschreibung des Begriffs Armut oder Bedürftigkeit, ganze Kataloge von Zusatzleistungen führen dazu, dass nicht schuldlos ins Elend geratenen Menschen aufgeholfen wird. Schauen Sie sich einmal das «individuelle Unterstützungsbudget» der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) an. Das übersteigt schon mal das Durchschnittseinkommen eines wertschöpfenden Menschen. Niemand hat etwas dagegen, dass Alte, Unmündige, Invalide, geistig oder körperlich Behinderte unterstützt werden, das ist doch selbstverständlich. Aber es geht um die Massen, um Millionen, die in entwickelten Staaten Rechte einfordern, aber ihren Verpflichtungen nicht nachgehen.
 
Eine florierende Hilfsindustrie tabuisiere das Thema, sagen Sie. Jede Kritik werde unterdrückt. Können Sie uns das erklären?

Wer konstatiert, dass selbst nach ihren eigenen Zahlen alle angewendeten Methoden der Armutsbekämpfung in den 400 Jahren, seit es sie gibt, nicht funktionieren und deshalb obsolet sind, begeht einen Tabubruch. Wer sagt, dass die wirksamste Bekämpfung von Armut darin besteht, dass Arme nicht unterstützt werden, von den erwähnten Ausnahmen abgesehen, wer fordert, dass die Mehrzahl der dazu fähigen Armen gezwungen werden muss, wieder Teil der Wertschöpfung zu werden, ist nicht mal gesellschaftsfähig. Die Hilfsindustrie denunziert jeden, der damit an ihrer Existenzgrundlage sägt, als Unmenschen.

Also sind die Armen an den Staatsschulden, der Finanzkrise und der Euro-Krise schuld. Könnte man das Problem nicht umgekehrt sehen? Weil es gewissen Staaten nicht gelungen ist, die Armut zu bekämpfen, steigen die Kosten für die Armutsbekämpfung.

Ich mache im ganzen Buch keine Schuldzuweisung an Arme. Es ist doch selbstverständlich, dass jemand Rechte einfordert und auf Gegenleistungen verzichtet, wenn man ihm das ermöglicht. In den USA gibt es beispielsweise seit Präsident Johnsons Kampf gegen die Armut Anfang der 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts eine Sockelarmut, die sich bis heute in einem Korridor von mindestens 10, maximal 15 Prozent bewegt. Unabhängig von den seither häufig wechselnden Regierungen, mehr oder weniger Armutsbekämpfung, unabhängig von Konjunktur, Wirtschafts- oder Finanzkrisen. Also sind doch wenn schon all die schuld, die nicht einsehen wollen, dass Armutsbekämpfung nicht wirkt.
 
Die Schweiz ist doch ein schönes Beispiel. Da gelang es, die Armut weitgehend zu bekämpfen und damit die Sozialausgaben, die Ausgaben zur Armutsbekämpfung, niedrig zu halten.

Die Schweiz ist tatsächlich die Insel der Seligen. Obwohl es auch hier Auswüchse gibt, die von der SKOS befördert werden, sorgt die Kleinteiligkeit, die Verknüpfung von Sozialausgaben mit dem auf Gemeindebene zu bestimmenden Steuerfuss dafür, dass nicht völlig das Mass verloren geht, der Staat nicht unter Schulden ächzt wie der Rest Europas.
 
Es sei Zeit für eine schonungslose Abrechnung und eine Umkehr, bevor die Gesellschaft explodiert, sagen Sie. Was schlagen Sie ganz konkret vor?

Ich bin in erster Linie Diagnostiker, kein Therapeut. Ich konstatiere nur, dass die wahren Staatsschulden, wenn man zukünftige Sozialversprechen wie Renten und Pflegeleistungen einberechnet, unbezahlbar geworden sind. Sie können nur durch eine Inflation oder einen kräftigen Schuldenschnitt abgetragen werden. Die Leidtragenden werden die Armen sein, und die zukünftigen Generationen, auf deren Kosten wir uns unseren Sozialstaat, unsere sinnlose Armutsbekämpfung leisten. Die Erkenntnis dieses unhaltbaren Zustands, das Hören des Tickens der Zeitbombe, wenn das durch mein Buch erreicht wird, habe ich mein Ziel bereits erreicht. Zudem gibt es, basierend auf den beiden Begriffen Handlungssicherheit und Bildung, durchaus einen Königsweg aus der Armut.

Seit bald drei Jahren geben Sie im Journal21 den Regierungen und den Banken die Schuld an der Wirtschaftsmisere, an den wachsenden Staatsschulden. Und jetzt plötzlich sollen die Armen Schuld an der Misere sein?

Ich konstatiere nur, dass die Finanz- und ihrem Gefolge die Wirtschafts- und Eurokrise, die tatsächlich von einem verrückt gewordenen Finanzsystem und verantwortungslosen Regierungen verschuldet wurden, nur noch eine grosse Schippe neuer Schulden auf einen bereits vorher existierenden Berg geworfen hat.

Werden mit Ihrem Modell nicht die Reichen einfach noch reicher und die Armen noch ärmer?

Es gibt, wenn man Weltbankstatistiken vertrauen kann, weltweit bedeutend weniger absolut Arme als noch vor zwanzig Jahren. Das ist aber kein Erfolg der traditionellen Armutsbekämpfung, sondern liegt daran, dass die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt, Indien und vor allem China, einen bedeutenden Wirtschaftsaufschwung erlebt haben. Dadurch gibt es auch mehr Reiche. Das wahre Problem besteht aber darin, dass die Mittelschicht, der Kitt jeder Gesellschaft, der Träger der Produktivität und der bedeutendste Steuerzahler, zu verarmen droht. Das kann zur Explosion der ganzen Gesellschaftsordnung führen.

Würden Sie also behaupten, dass es immer Arme und Reiche gibt?

Alleine schon die Definition von relativer Armut, die wird üblicherweise an einem Einkommen gemessen, das 60 Prozent oder weniger des Median-Durchschnittseinkommens beträgt, impliziert das. Nur in einer völlig egalitären Gesellschaft gäbe es diese Gruppen nicht. Ob die sich dann als arm oder reich empfindet, wäre eine Definitionsfrage. Diese Idee widerspricht aber der dynamischen Entwicklung aller bekannten Formen des menschlichen Zusammenlebens.

Wenn es dennoch Arme gebe, „ist das ein Skandal, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, schreiben Sie. Das klingt so ein bisschen, als wollten Sie den Wind aus den Segeln jener nehmen, die sich über Ihre Thesen entrüsten und sie als Unmenschen bezeichnen.

Wenn es Arme gibt, die verhungern, obwohl einwandfrei genügend Nahrungsmittel hergestellt werden können und vorhanden sind, die für eine Ernährung aller Menschen ausreichen, dann ist das ein Skandal. Ich bin tatsächlich kein Unmensch. Genauso wenig wie die afrikanische Wissenschaftlerin Dambisa Moyo, die eine sofortige und ersatzlose Einstellung jeglicher Entwicklungshilfe – oder wie das modern auch immer heisst – für Afrika fordert. Nicht, weil uns menschliches Elend egal wäre. Sondern im Gegenteil: Weil das Todeshilfe ist, nichts nützt, nur schadet.
 
Sie deuten in Ihrer Streitschrift an, dass man sich über Ihre Thesen entrüsten wird. Man könne die Existenz des lieben Gottes leugnen, man könnte die Gleichheit von Mann und Frau in Frage stellen und abstruse Rassentheorien verbreiten. Alles werde akzeptiert. Aber wenn man den Sinn der Armutsbekämpfung in Frage stelle, begehe man einen letzten Tabu-Bruch und provoziere schäumende moralische Entrüstung. Übertreiben Sie da nicht ein wenig?

Aber nein. Wenn meine Streitschrift nicht einfach mit indigniertem Ignorieren abgestraft wird, werden wir, werde ich das garantiert erleben. Wie es die wenigen anderen Kritiker der sinnlosen Armutsbekämpfung und der hinter ihr stehenden Hilfsindustrie bereits erfahren mussten.

 

  • René Zeyer: Armut ist Diebstahl. Warum die Armen uns alle ruinieren. Campus Verlag, 2013

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Es gibt nicht "Die Armen" auf der einen Seite und "die Habenden" auf der Anderen. Es gibt nicht die, welche (noch) vermögend sind, oben auf den Hügeln und die elenden Verhungernden unten im Tal. Das sieht nur so aus!
Die Wellen der in Europa von der Armut angespülten Menschen werden logischerweise immer grösser und werden immer schneller die sozialen Unterschiede einebnen. Anders ausgedrückt: Die Armen werden über kurz oder lang das Tal ausfüllen und oben auf den Hügeln ankommen!
Wir alle sind uns nicht bewusst, wie sehr unsere Gesellschaft z.b. von der Plünderung Afrikas profitiert hat und kein Schwein kümmert sich um die Hintergründe des Krieges in Syrien!
Jetzt läuft die Karre nicht mehr wie "geschmiert", weil die Menschen uns auf der Flucht vor inszenierten Kriegen und wilder Ausbeutung, auf der Suche nach einem neuen Leben, mit regelmässig Futter, überschwemmen.

Und was passiert: "Wir werden ausgeraubt, unsere Sozialwerke werden von denen geplündert. Die wollen sich auf unserem Rücken ein schönes Leben machen - Hilfe!" so schreien wir.
Noch gefährlicher als die Entrüstung der sich bedroht fühlenden satten Verantwortungslosigkeit, regen sich leise die ersten Hetzer in ihren gut gepolsterten Nestern und klagen die Armen an, mit dem Ziel die leicht zu manipulierende Angst in Hass auf die gut erkennbare Zielgruppe der vermeintlich hilflosen Besitzlosen zu lenken - anstatt auf die Verursacher der Armut.
Dumm eigentlich, denn man soll nicht leichtfertig auf die rasant zunehmende Zahl derer zeigen die Opfer eines Systems geworden sind, welches schon immer die Vielen über den Tisch zieht um die Wenigen zu überfüttern.
Es ist vorauszusehen, dass die zuwandernden und die einheimischen Verlierer sich in Europa in immer grösseren Gruppen sammeln - bis hin zu einem riesigen Heer der Armen. Wie will die kleine Handvoll der bisherigen "Habenden" diesem Heer "begegnen"?
Denken wir es zu Ende: Mit Giftgas? Epidemien? Impfstoffen?
Schrecklich nicht wahr? So oder ähnlich könnte das wieder laufen. (Einzelheiten bitte in den Geschichtsbüchern nachlesen!)
Warum? Weil wir alle DUMM sind! LERNRESISTENTE UND ENTWICKLUNGSBEHINDERTE SKLAVEN an der Leine von ein paar Schattengestalten die sich hinter ein paar Multis verstecken. (siehe dazu die Studie der ETH, Zürich welche um die Welt ging und anscheinend noch nicht hier angekommen ist.)

Es ist dumm, aber es ist die pure Absicht dieser Hetzer und sie handeln genau aus diesen beschriebenen Gründen.
Ein eventueller Denkfehler liegt in der Tatsache, dass sich nur wenige der Propagandisten vor der eigenen "Vergiftung" retten können.

Es ist kein Trost für "uns", wenn die Helfer dieser "Multis" letztlich auch auf den Scheiterhaufen der "Gier-Geistlichkeit" brennen werden.

Die Kunst und Klugheit früherer Herrscher bestand darin, dass sie sie sich Informationen beschafften, um zu wissen, wieviel "Brot und Spiele" nötig sind, damit das Volk ruhig bleibt.

Leider sind die heutigen Herrscher und ihre Hehler allesamt zu dämlich und zu gierig dazu.

darin, dass man denkt, sich durch Hetze auf leicht zu erkennende und vermeintlich wehrlose Ziele retten zu können. Das funktioniert nur solange die welche von der Armut (aus heiterem Himmel befallenen!) klein an der Zahl sind.
Wir wir wissen haben wir es heute mit einer Lawine von Armut zu tun - und die wenigsten dieser Menschen sind Schmarotzer - damit fällt eines der Lieblingsargumente der Hetzer weg.
Diese Masse von armen Menschen in Europa (Zugewanderte und Europäer) wird sich noch stärker sammeln als schon gesehen. Und es wird nicht beim "Sammeln" bleiben. Da nützen angesichts der Lage auch keine "Brot und Spiele Aktionen" mehr. Wer bezahlt die Eintrittskarten?
Bei der Lernresistenz der Herrschenden ist abzusehen wo es enden wird - kleine Chance: Wenn die Herrscher des Kapitals und die ihnen Beifall klatschenden Lakaien kapieren würden, dass diesmal sie ebenfalls zu Opfern werden könnten ....? Wenn überall nur noch "verbrannte Erde" ist, wo wollen sie dann noch Profite machen? Soviel ich weiss gibt es noch keinen alternativen Planeten.

Liebe Arme, bitte ruiniert uns nicht.

werdet ihr bekommen! Amen!

Es sind nicht die Armen, die uns ruinieren, es sind die Schuldenkönige in Griechenland etc. , die Zockerbanden.,
Goldman Sachs etc. Es ist der Euro. Endlich wird Deutschland kein Geld mehr für seine bedürftigen Bürger haben, nachdem es den Süden Europas etc. "gerettet" haben könnte. Armes Deutschland. Egal. Es wird weitergehen. So oder so.
Und keinesfalls ruinieren uns die Ärmsten der Armen, mit deren
Rohstoffe wir reich geworden sind.

diese vielen Kommentare sagen mir: Wenn einer einen Stein in eine Herde Ziegen wirft, meckern jene, die es trifft...

Bitte den obigen Linkl anklicken. 120 Millionen Menschen sind mittlerweile in Europa "Betroffene". Die Armen in der Schweiz nicht mitgerechnet.
Noch meckern sie nicht alle!

das kannst Du auch nicht!

sollten eigentlich nicht mit einem Kommentar gewürdigt werden.

Ich tue es dennoch, weil sich dieser arrogante Steinewerfer genau als das zeigt, was er ist:
Eine überhebliche Kreatur, die sich auf einen Sockel stellt und sich einbildet, alles unter ihm sein weniger Wert, nur Mittel zu seinem Zweck, sei letztlich nur Futter für seinen gierigen Magen.
Er stimmt denjenigen zu, die Angst haben, dass ihre „Herde“ weglaufen oder sie sich an ihren Sockeln schubbern und ihn zum Einsturz bringen könnte.

Am Boden liegend, umringt von Weidegängern, rechtfertigen sie ihre innere Einstellung dann mit einem: „Es war ja nicht so gemeint“.

Und wird ihnen dann verziehen, dann fühlen sie sich wieder als überlegene Sieger.

"Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde": von der Zeit an sitzt der Reiche im Himmel und der Arme liegt auf der Erde.

(Alte jüdische Weisheit)

"Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten", glaubt das Volk, und fragt immer wieder die hohe Politik, mit welcher Finanz- oder Wirtschaftspolitik die "Finanzkrise" zu beenden sei. Die dummen Antworten der Politiker werden immer erst im Nachhinein als solche erkannt – was das Volk nicht davon abhält, weiterhin dumme Fragen zu stellen. So fragen jene, die sich haben einreden lassen, die "Finanzkrise" sei (fast) schon beendet, mit welcher Finanz- oder Wirtschaftspolitik die "Staatsschuldenkrise" zu beenden sei.

Das erkenntnistheoretische Problem besteht darin, dass eine intelligente Frage nur stellen kann, wer den Großteil der Antwort schon kennt. Die erste intelligente Frage lautet: Warum glauben die Politiker, es könnte in "dieser Welt" (zivilisatorisches Mittelalter) eine wie auch immer geartete Finanz- oder Wirtschaftspolitik geben, mit der sich die "Finanzkrise" (globale Liquiditätsfalle, klassisch: Armageddon) überwinden ließe? Antwort: Wenn nicht einmal die "Experten" der Zentralbanken wissen, was Geld eigentlich ist,…

http://www.swupload.com/data/Geld-Geldmengen-Geldillusionen.pdf

…verstehen es die "Spitzenpolitiker" noch viel weniger:

http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/schuldenbremse-und-wachstum....

Zweite intelligente Frage: (Abgesehen davon, dass sie sich von den Dümmsten regieren lässt) – wie kann eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt (und in "God´s own country" schon wieder einstellen musste), so dumm sein, Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg in Kauf zu nehmen und heute vor der größten anzunehmenden Katastrophe der Weltkulturgeschichte stehen, obwohl spätestens seit 1916 das konkrete Wissen zur Verfügung steht, um in allgemeinem Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau in einer sauberen Umwelt und selbstverständlichem Weltfrieden zu leben?

Antwort: Eine Menschheit, die sich einreden lässt, die Marktwirtschaft sei ein "Obstgarten" und der Urzins müsste wohl auf "Apfelbäumchen" wachsen, muss leider bis zum Jüngsten Tag warten, um aus dem "Programm Genesis" in die Realität entlassen zu werden.

http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/cancel-program-genesis.html

Differenziertes Denken scheint nicht die Stärke des Moralapostels zu sein. Dachte ich mir beim Durchlesen vorallem der einseitigen Kommentare wegen. Mein nächstes Buch, das ich demnächst zu lesen gedenke, heisst "Armut ist Diebstahl". Ich bin gespannt darauf. Es wird mich bestimmt zum Denken anregen. Dann: Sprechen oder Schweigen.

Wie lange wird dieses Interview hier noch stehen?
Gratiswerbung für ein sehr bedenkliches Gedankengut!
Von der Weltwoche ist man sich sowas eher gewohnt - aber hier sollte man dem Autor nicht auch noch wochenlang eine Plattform dafür geben!

Zeyer wird sich ob dieser vielen Kommentare und all derer, die sonstwo noch kommen werden, genüsslich die Hände reiben und sich auf die Verkäufe seines Buches freuen. Das ist ja die Hauptsache. Dass er wohl auch im Buch keine Lösungsvorschläge bietet, ist kein Problem, schliesslich ist er ja Diagnostiker, kein Therapeut. Aber immerhin ist er Prophet und hat voraus gesehen, dass er schäumende moralische Entrüstung provozieren werde.

Der Schuss ist wohl eher nach hinten losgegangen! Wer kauft schon ein Buch das im vorliegenden Interview schon so klar eine Gesinnung definiert, welche die Opfer eines gnadenlosen Systems zu Tätern macht und umgekehrt?
Geldausgeben für durchsichtige Hetze? Das Machwerk kaufen Leute die eh' schon mit dem Autor auf gefährliche Weise einig sind und sich bereitwillig von Meinungsmachern wie ihm instrumentalisieren lassen. Zum Millionär wird er mit denen nicht!
Dem denkenden Teil der Bevölkerung werden gewisse Parallelen im Interview zu Herrenrassen-Ideologien und dem damit verbundenen abwerten von Menschenleben auffallen. Als Information über die "dunkle Seite" des Autors sind solche Veröffentlichungen immerhin wertvoll. Man weiss nun, wie Ernst man seine Breitseiten gegen die Finanzwirtschaft zu nehmen hat.

Wahrlich, einen Wendehalsmessias kann man nicht erst nehmen. Ich bete für Zeyer, dass er wenigsten jedem Weltwochemitarbeiter ein Buch verkaufen darf.

Das Verursacherprinzip! Länder akzeptieren heutzutage Löhne, die nicht existenzsichernd sind mit Rücksicht auf die Arbeitsplatzbeschaffung. Firmen sollten jedoch in der Lage sein, Existenz sichernde Löhne zu bezahlen, ansonsten sie in sozial kapitalistisch orientierten Marktwirtschaften untragbar sind. Sprich nicht überlebensfähig. Dadurch (durch Lohnwahrheit) würden ihre Produkte zwangsläufig teurer und in einer globalisierten Welt an Konkurrenzfähigkeit verlieren. Eine Lösung für westliche Handels - Industriestaaten bestünde darin: Es darf offiziell nur noch mit Waren gehandelt werden, die im Ursprungsland mit existenzsichernde Löhne produziert worden sind. Fazit: Mehr Kapital rotiert, generiert mehr Steuern und verhindert wenigstens einen Teil der Armut und Abhängigkeit. Die dadurch entstandenen Preisaufschläge würden wir zu Unrecht Inflation nennen. (Federn lassen ist ja eigentlich nicht wirklich unser Ding, Hand auf´s Herz.) Aber was machen wir mit den Bauern? Sie sind für uns überlebenswichtig sowohl für die Nahrung wie auch für den Landschaftsschutz. Ihnen, den Bauern, wäre es unsere Pflicht eine staatlich garantierte Ausnahmeregelung zu erstatten!....cathari

Das Echo in den Kommentaren ist ziemlich eindeutig und spricht für die Weitsicht und den kritischen Geist der Leserschaft. Zeyer ist ein selbstverliebter, profilsüchtiger und als oekonomischer Autodidakt mit Komplexen beladener Populist, der undifferenziert auf alles eindrischt, was ihm in die Quere kommt. Sein Europabild ist klischeehaft und kenntnisarm, seine Prophezeiungen harren seit drei Jahren der Erfüllung. Noch jeder zweite Artikel hat den morgigen Bankrott der UBS, der CS und natürlich des Euro angekündigt, der eine absolut stabile Währung ist. Sein Stil ist schäumend und verächtlich und passt tatsächlich in die Weltwoche, die ihn jetzt ja auch portiert. Das auf jounal21 mit ihm geführte Inviu ist zahmer Praktikantenjournalismus, das hat wohl ein Spezi mit dem raunenden Apokalyptiker geführt, der von sehr deutschen Untergangsfantasien getrieben wird. Herrenmensch würde ich den aber nicht nennen, die waren echt gefährlich - er ist nur ein kleiner kleffender Pinscher, den doch nur die Herren in der Weltwoche ernst nehmen und für sich einspannen. Die Leute von journal21 leider auch, die mit solchen Scheindebatten und dumpfen Tabubrüchen gerade ihren Kredit verspielen

Echt, wie kommen Sie darauf, dass der Euro stabil ist?
Bei allem Respekt, aber da liegen Sie voll daneben.
Der Euro ist ein Wackelkandidat, der seit der Gründung von verschiedensten Seiten angegriffen wird, um den Dollar nicht zu schwächen. Falls Sie es noch nicht kapiert haben, läuft gerade ein knallharter globaler Wirtschaftskrieg, der auch die Schweiz im Würgegriff umklammert.
Ich kann Ihnen versichern, dass keine Bank der Welt, und auch die Versicherungen und natürlich auch keine Währung auch nur ein bisschen stabil ist, da sie alle auf Luft bauen.
Gerade heute habe ich in Deutsche Wirtschafts Nachrichten gelesen, dass Bolkestein (einer der wenigen, der von dem Euro von angfang an warnte) eine radikale Währungsreform für Europa vorschlägt. Ich hoffe, Sie wissen was dass bedeutet. Auch die Schweizerfranken fährt dann an die Wand, sollte die Nationalbank nicht rechtzeitig von der Anbindung aussteigen und ihre Eurobestände rechzeitig loswerden.
Im Moment waren alle ehrlichen Finanzexperten von einem Crash, Herr Zeyer muss ich da in Schutz nehmen, wenn ich auch mit dem obigen Artikel nichts anzufangen weiss.

und deutlicher geht es kaum,
scheint es ja tatsächlich besser/sinnvoller zu sein, die Beiträge von René Zeyer zu meiden.
Jetzt hat er doch noch etwas neues gefunden in seinem Beitrag zum Sonntag: "Eine Treppe zum Schafott".
Jetzt geht es um alles,
jetzt geht es um den Untergang von Staat und Ordnung.

Meine Oma, eine eiserne Kirchengängerin, malte auch immer so dunkel, richtig schwarz. Ich glaube, sie wollte nur, wie ihre Kirchenvorbilder, dann einmal sagen können:
"Und wahrlich, ich hab Euch ja gewarnt!"

Hat der Zeyer mal Theologie studiert, wollte der mal Pfarrer werden
(Wahrlich, ich sage Euch ...)?
Oder kommt bei ihm das alles von einem alten Kindheitstrauma
(In meinem Umfeld kann ich keinem mehr vertrauen ...)?

Andererseits, und René beschwert sich auch darüber,
guck ich gerne mal einem Clown zu.

Herr Zeyer falls Sie davon tatsächlich nichts wissen sollten?
Hier gehts um die welche tatsächlich uns alle ruinieren:

http://www.focus.de/finanzen/banken/tid-33723/darth-vader-der-wall-stree...

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1442419/Nazis-Gold-un...

http://alles-schallundrauch.blogspot.ch/2011/10/das-netzwerk-der-globale...

(Hierzu war die weltweit beachtete Studie der ETH über global vernetzte Banken und Multis die Basis, mit einer sehr interessanten Liste der "im Netz verwobenen" Firmen, dazu muss man ein bisschen scrollen - oder einfach alles lesen, nehmen Sie sich die Zeit!)

Doch Herr Zeyer, ich denke Sie kennen die Inhalte der Links ganz genau!
Wieso hetzen sie gegen die schwächsten Opfer dieses Systems?
Um auf dem Rücken der Armen schnell Geld zu machen?
Um die tatsächlich marode Sozialindustrie in die Enge zu treiben?
Dann müssten sie diese angreifen, ohne die Armen als vermeintliche Schuldige vor die Flinte derer zu schieben, die immer bereit sind auf zur Verfügung gestellte Sündenböcke zu schiessen - und wie Sie selbst, die wahren "Produzenten" der zunehmenden Armut, die Profiteure dieser inszenierten Krisen und die sie begleitenden Abzocker, je beim Namen zu nennen. Was Sie hier tun ist reine Hetze. Können Sie für Ihre Zündeleien gleich neben dem Pulverfass die Verantwortung übernehmen?
Mit Sicherheit nicht! Aber damit fallen Sie in dem ganzen Haufen nicht weiter auf! Aber verantwortlich für das was Sie tun sind sie trotzdem.

"Warum die Armen uns alle ruinieren" sagt eigentlich schon alles über die Herrenrassenmentalität dieses selbsternannten Schlechtmenschen, dessen Weltsicht am Rand seines eigenen Portemonaies aufhört. Mit diesen Worten verlässt er jede neutrale Sicht, denn er sieht sich ja als einer der Reichen, der Glücklichen und gibt, genau wie es die Partei der Neidgenossen gerne tut, all denen die Schuld, denen es schlechter geht und die nie die Möglichkeiten und Chancen dieses Narzisten hatten. Eine solche fehlende Demut, um nicht zu sagen Präpotenz disqualifiziert jede weitere Aussage als dass was sie ist; Eine leere Kritik, die nur den Kritisierenden zum Thema hat und uns sagen will: "Schaut her, was für ein toller Kerl ich bin! Sogar die kruden Thesen eines Thilo Sarazzin verblassen ob dem populistischen Schwachsinn, mit dem ich nun versuche, ein nie dagewesenes Tabu zu brechen." Ich habe selten ein derartiges Pamphlet, voll logischer Fehler, unter Ausblendung wichtiger wirtschaftlicher und sozialer Faktoren gelesen und die Geschichte wird diesen feinen Egoisten hoffentlich seine Lektion erteilen! Schmeisst dieses Weltwochepamphlet der Unmenschlichkeit zusammen mit seinem, von mir mal sehr geachteten Autor, dorthin wo es hingehört; auf den Misthaufen der selbstgefälligen Narzisten! PS: Ich wünsche eigentlich niemandem etwas schlechtes, aber Hr. Zeyer, ihnen wünsche ich eine lange Zeit der Armut und viel des daraus entstehenden Schweigens.

Schließe mich Ihren Wünschen an.

Genauso. Diese ganze Sozialhilfeindustrie nützt meistens den Falschen. Ich kenne einige die mit zwei miserabel bezahlten Jobs (weil mehr bezahlen einfach nicht rentiert) so knapp über die Runden kommen und niemals den Gang zum Sozialamt machen würden. Dann kenne ich aber auch solche die nicht arbeiten wollen und mit der Sozialhilfe ganz gut leben, nichtstun und das Leben geniessen, GA inbegriffen.

Joe,

wenn ich schon allein für den Jet-Sprit 1000,-€/Monat ausgeben muss, gleiches für Klamotten, Drogen und Alkohol , dann nochmal je 1000,-€ für Hotels, Bars und Restaurants berappen muss, von der Sozialhilfe,
sag mir mal, Joe,

womit soll ich da noch das "Leben genießen" können?

Ich finde die Armut losgelöst von der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen zu betrachten als völlig verfehlt.
Zeitgleich mit dem Kampf gegen die Armut, hat auf wirtschaftlicher Ebene auch einen Kampf für die Armut stattgefunden.
Die Theorie, wenn die Gelder nicht für die Armutsbekämpfung ausgegeben worden wäre es zu mehr Investitionen kommen könnte kann man als Wunschtraum abtun. Alle Daten weisen daraufhin, dass das Kapital zu Spekulationszwecken verwendet würden. Dieselbe Demagogie verwendete man um Stersenkungen durch zu Boxen aber die versprochenen Arbeitsplätze blieben mehrheitlich aus.
Das Grundproblem liegt darin, dass der heutige Reichtumszuwachs nur noch selten zu Investitionen führt welche Arbeitsplätze schafft.

Auch in Bezug zu Afrika will man nicht sehen, dass alle Hilfszahlungen und Entwicklungshilfezahlungen zusammen nur zwischen 2-10% von den Werten entsprechen die aus Afrika abfliessen. Jedes Kind kann an den Fingern abzählen, solange wir mehr aus Afrika herauspressen als hereinkommt muss es immer schlimmer werden.

Da hat ein Berufs-Apokalyptiker sich entschlossen, sich auf einem neuen Themenfeld zu tummeln. Genug von vom prophezeihten Euro-Untergang und der angeblichen Bananenrepublik Schweiz?

Ja, tut mir leid Leute, das mit dem Euro zieht sich. Kommt eventuell gar nicht. Nicht meine Schuld!
Wegen den blöden Russen, die mit den Syrern jetzt gegen die USA ... Und da machen die doch gleich noch ein Eigentor hinterher.
Ach je, das kann doch keiner ahnen.

Aber das mit den Armen, dass kommt gut.
Ist was neues, geht jedem unter die Haut (weil das kennt irgendwie jeder; jeder hat doch eine Putzfrau, Gärtner oder Handwerker; jedenfalls in Germany; und die wollen doch noch ein bisschen Wohlstand, mit dunkelgrauer Vergütung , auf die Kralle).
Da kann ich sogar mehr ansprechen und verdienen, als mit den Finanzproblemen. Die sind eh ausgeleiert.

Und falls das dann doch nicht richtig läuft, gibt es ja noch die Themen:
Krankheit, Pflege, Bildung, die gelbe Gefahr und last, not least Einwanderung usw.

Also, wir sehen uns! (ist keine Drohung meinerseits)

Gemeint war natürlich nicht, dass Arme, sondern dass die Armut bekämpft würde (siehe unten)

Herr Zeyer ist da, wo er hingehört und bitte auch bleiben soll: In der Weltwoche, gross angekündigt und mit Bild. Diese Publikation ist immer dabei, wenn es um Schuldzuweisungan an Arme, Invalide, Arbeitlose geht. Zeyer meint, er gebe den Armen keine Schuld, er kontastiere: das ist bei einem solchen Thema intellektuell unredlich, und gelogen ist es auch. Der Titel besagt: Armut ist Diebstahl, und das heisst logischerweise, da Diebstahl kriminell ist, dass Arme kriminell sind.
Mit Zahlen und Statistiken kann man alles behaupten. Grundsätzlich wird hier aber nicht gefragt, wie es um die Armen stünde, würde es keine Bekämpfung derselben geben. Her Zeyer möchte das gerne einmal ausprobieren, Leidtragende wären allenfalls ja die Armen.
Ein Tabubruch sind Zeyers Thesen auch nicht: An Goldküste und Zürichberg denken die massgeblichen Kreise schon lange so, Zeyer redet nur nach ihrem Munde.
Dass Armut Diebstahl sei, soll er all den zu Sklavenbedingungen, miesesten Löhnen und ohne soziale Absicherung arbeitenden Menschen in der Dritten Welt (aber teilweise als Illegale auch hier) erzählen. Wer bestiehlt hier wen? Ich glaube die Antwort kann ein Kind geben.
Polemik ist in Ordnung, das beherrscht der Zeyer, aber ist schon nicht unwesentlich, gegen wen man polemisiert und in welcher Absicht. Darf man sich fragen, weshalb so leicht widerlegbarer Unsinn auf Journal21 stattfindet und nicht ausschliesslich in der Weltwoche, wohin es Zeyer nach langer Weibelei und Hassartikeln gegen EU und Euro jetzt endlich geschafft hat? Es ist ja auch nicht ganz unwesentlich, WO man seine Polemik publiziert - denn auch das ist eine Aussage.

Ich denke auch, dass Zeyer zum Adlaten von Köppel mutiert ist. Wenn es nach der köppelschen Welt ginge, müsste der Staat und damit auch die Verantwortung gegenüber seinen Bürgern auf ein absolutes Minimum, sprich das CH auf den Autoschildern, heruntergefahren werden. Zeyer ist nicht konvertiert, sondern dort angekommen, wo er immer hinwollte. Jetzt, da die meisten Menschen in diesem Land noch einen Job haben und folglich etwas weniger empfänglich sein dürften, Stimmung gegen die Besitzlosen zu machen, ist die Schreibe von Zeyer noch kein Grund für einen Schwelbrand. Sollten sich jedoch die wirtschaftlichen Verhältnisse ändern, sind solche populistischen Manifeste gefährlich. Zeyer hat es nie verstanden, die soziologischen Mechanismen aufzuzeigen, ob gewollt oder ungewollt. Die Finanzindustrie und ihre Paten (Politiker), etwa Goldman Sachs, sind wesentlich daran beteiligt, dass die Welt mit ihren Rohstoffen geplündert wird. Und in Zug und Genf hocken die Drahtzieher. Diese rücksichtslose kapitalistische Wirtschaftsordnung, unter dem Moto nach mir die Sintflut, ist dafür verantwortlich, dass Armut entsteht und mit ihr eine Helferindustrie, die leider das perverse System am Leber erhält. Zeyer sollte mal darüber nachdenken, wie in diesem Land der Lebensunterhalt mit einem Lohn von Fr. 3800.00 zu bestreiten ist. Dass Köppel der Fürsprecher für eine Feudalherrschaft ist, ist nichts neues. Seine Liebesdefizite sind derart ausgeprägt, dass er mit seiner immer gleichen Leier gegen den Mainstream und seinem starken Hang zum Schlossbesitzer und anderen Burgherren seinen Selbstwert aufpäppelt. Und Köppel hat Zeyer soweit aufgepäppelt, dass er ein vollwertiges Mitglied der Weltwoche geworden ist. Beide haben unermüdlich den Rechtsstaat hochgehalten, als das Parlament den Steuerdeal mit den USA absegnete. Wie wenn ein Rechtsstaat mit einem Bankkundengeheimnis, das dafür installiert wurde, Konten im Rest der Welt zu plündern, sakrosankt wäre. Man kann Bücher darüber schreiben, Herr Zeyer, wer Armut mit welchen Machenschaften verursacht. Davon sind sie weit entfernt.

entfernt davon ist der René Zeyer, meine ich, Herr Hofstetter.

Wer in seiner Position, durch die Medien, im Sinne diese Systems, lautstark solche Thesen verbreitet, wird mitschuldig z.B. an der "verursachten Armut", ist dann auch immer Teil der "Machenschaften".

Von dem Sockel auf den er gestellt wurde, wo er auch hin wollte, sieht der "kleine Bürger" mickrig, unbedeutend und überflüssig aus.
Aber unten, auf dem Boden des Bürgers, fühlt man, wie dünn die Säule seines Sockels ist.

Heute gelesen: In Sevilla, Südspanien verhungert ein polnischer WANDERARBEITER. Er wird dehydriert und unterernährt in die Notaufnahme gebracht, bekommt dort weder zu trinken, noch zu essen (???) von da bringt man ihn ins Obdachlosenasyl. Während er auf einen Teller Suppe wartet, stirbt er!
In Irland, Spanien, Portugal, Griechenland greift der Hunger um sich.
Vor allem leiden die Kinder!
WIEDERHOLUNG: MAN STIRBT HEUTZUTAGE IM KONTINENT DER VOLLEN SUPERMÄRKTE ALS WANDERARBEITER AN HUNGER UND DURST!!!
Wanderarbeiter werden gezielt "gemacht"! Die ganze Völkerwanderung der Ärmsten in Europa und Afrika ist eine strategisch geplante Sache.
In Ihren Heimatländern geht es den Menschen schlecht, sie werden zum auswandern gezwungen. In den Ländern in denen sie ankommen gehören sie zu den absolut rechtlosen, die man problemlos ausbeuten kann.
Die Wanderarbeiter sind mental schwach, weil sie ihre Kulturen verlassen haben und sich in ihren Einwanderungsländern nicht zurecht finden können.
Sie sind entwurzelte Menschen.
Die Bürger der Einwanderungsländer werden durch die Zunahme der Migration der Ärmsten irritiert, provoziert, durch die Kriminalität und durch den Zusamenbruch ihrer gewohnten Infrastruktur in Frage gestellt - verunsichert. Ihnen fehlt mit der Zeit ebenfalls die Identifikation mit ihrer Kultur und ihren Wurzeln.
Dieser Verlauf ist erwünscht weil:
Die zunehmende Agressionen zwischen den Einheimischen und den zugewanderten Armen können wunschgemäss für die Interessen der Eliten genutzt werden.
Die Parteien können mit dem Thema wunderbar von den tatsächlichen Gründen für den Zusammenbruch des Systems ablenken und wohl noch eine Zeitlang verwedeln, wer und was tatsächlich für den Totalcrash des Systems verantwortlich ist und sich ausserdem (wie man doch immer lauter hört) schamlos bis zum letzten daran zu bereichern versucht!!!

Und nun kommt unser allseits geschätzter Herr Zeyer daher und beschuldigt die gut erkennbaren, leicht anzuvisierenden Träger der "Krankheit" Armut - appeliert an die niedersten Instinkte der noch Besitzenden - und bläst zum Angriff!
Könnte klappen, Herr Zeyer! Weil es immer noch "Habende" in der Schweiz und Europa gibt, die sich einbilden ihr Zusammengespartes gegen die von der inszenierten Armut gezeichneten verteidigen zu müssen - anstatt gegen die Zockerbanden aus Politik und Finanzwirtschaft.
Das haben wir doch schon in wievielen Varianten in der Geschichte der Menschheit durchexerziert? Mit welchem Resultat jeweils?
Krieg, Tod und Vernichtung in jeder Art mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Wem hat's jeweils geholfen? Immer denselben!
Und immer dieselben haben jeweils mit ihren Leben und allem was sie besassen dafür bezahlt. Wer sich also von den Aussagen Herrn Zeyers auf die billige Tour rekrutieren lässt zeigt sich historisch blind, denkfaul, lernresistent - und labil.

Herr Zeyer, für mich haben Sie sich in erster Linie gerade 100% zielsicher
selber disqualifiziert !

in diesem Zusammenhang erinnere ich an Jean Ziegler's Buch 'La victoire des vaincus, oppression et résistance culturelle` ("The Victory of the Defeated"), Seuil, 1988. ISBN 978-2-02-013098-1. René Zeyer zeigt in seinem Buch auf wie eine solche Machtübernahme der Armen auf demokratische weise erfogen kann. Der Ruin einer Demokratie (finanziell und politisch) wäre logischerweise ein Teil der Machtübername.

altes Denken führt nicht zu neuen Fragen und ebenso zu keinen neuen Erkenntnissen, Papier ist immer noch geduldig, schade für den Baum.

(Unter dem Vorbehalt, nur das Interview gelesen zu haben, was sicherlich zu wenig ist, wie ich als Buchautor schmerzlich selbst erfahre:) der "Sozialstaat" ist ja auch nie als Hilfe für die Armen geplant worden, sondern als Schutz der Reichen vor den Armen. Schweigegeld könnte man das nennen. Polemisch zur Bundestagswahl gesprochen: gib ihnen genau so viel (und nimm den Reichen genau so viel weg), dass die Armen auf einem Sofa hocken können und nicht wählen gehen. Sie werden weder Aufstandsführer noch Terroristen. Und dass es global betrachtet nicht um "die armen Menschen" geht, können wir täglich sehen, an der Verhältnismäßigkeit ("Berliner Stadtschloss"), an der Gleichgültigkeit ("Lampedusa"), und ja: an der Industrie, die davon lebt. Vermutlich sehe ich im Detail vieles anderes als Herr Zeyer, aber in jedem Fall recht hat er mit der Behauptung, es handele sich um ein Tabu. Allerdings nicht um das letzte!

Sehe ich auch so!

Ich glaube, René Zeyer Weiß, dass unser System die Armut braucht und Arme produziert. Nur so kann so schnell Energie verbraucht werden, zur Entropieerhöhung.
Mit seinem Vorstoß, aus Angst um seine Pfründe und das Ersparte, will er wahrscheinlich nicht die Armut bekämpfen, sondern die Armen.
Wird die Zahl der Armen zu groß, dann wird auch das "Schweigegeld/Schmerzensgeld" zu teuer. Die Armen werden dann gefährlich, weil zu zahlreich und radikal.

Werden dann aber die Armen "abgeschafft", die Zahlen reduziert (Arme eben nicht reicher gemacht), dann kann das System wieder weiterlaufen und aus den noch nicht Armen, neue Armut bilden.
Früher hat man das, ganz easy und mit Unterstützung der Kirchen, durch Kriege geschafft.

Wenn Herr Zeyer seine Schlussfolgerungen aus aggregierten Macrodaten gewinnt. Dann empfehle ich dringend eine Recherche zum Stichwort ecological fallacy. Dann die Reanalyse basierend auf Statistiken auf der URSACHEN erklaerenden Microebene. Dann noch Beachtung Regeln der good epidemiological practice. Dann das Buch stillschweigend vom Markt eliminieren?

Sie weben "Hilfsindustrie" und "Armut" zu einem Ganzen zusammen, Ihre durchaus sachlichen Zahlen und Fakten verlieren sich - meinem Meinung nach - in einer Rhetorik. Ihre Argumentationen empfinde ich zum Teil als interessant und mutig, gesamthaft jedoch als undifferenziert und irreführend. Schade eigentlich.

René Zeyer stellt fest: „In Subsahara-Afrika stieg die Zahl der Hungernden in den letzten 20 Jahren von 160 Millionen auf geschätzte 234 Millionen Menschen. Obwohl Multimillionen an Armuts- und Hungerhilfe investiert wurden.“ Die Armen ruinieren uns also, die Leute hier die so wenig verdienen, dass sie ihre Familie nicht durchbringen können, die Working poor. Sie putzen für uns, arbeiten in der Pflege, auf dem Bau, in der Küche des Restaurants. Sie sind dann vielleicht wenn sie über fünfzig sind verschlissen, werden nicht mehr gebraucht, werden arbeitslos. - Dann ruinieren sie uns vom Mittelstand anscheinend noch ganz richtig, wenn sie ein Gnadenbrot beziehen. Gehören die Armen die in Bangla Desh unsere Schuhe und Kleider herstellen auch zu den Leuten die uns ruinieren, die frech werden und mehr Lohn verlangen? Ruinieren uns die Leute in Subsahara-Afrika die für einen Hungerlohn in den Gold- Diamanten-, Koltan- und Uranminen arbeiten, die für uns Öl fördern?

René Zeller hätte auch folgendes feststellen müssen, wenn er behauptet die Armen würden uns ruinieren: „289-mal mehr wird für Rüstung als für das Welternährungsprogramm ausgegeben, in dieser Welt in der eine Milliarde Menschen unterernährt ist“

Andrew Feinstein hat in sein seinem 847 seitigen Buch „Das Globale Geschäft mit dem Tod“, Hofmann und Campe, 2012 ausführlich dokumentiert wie arme Länder sich ruinieren mit dem Kauf von Rüstungsgütern. Er dokumentierte wir Firmen der USA, Grossbritanniens, Deutschlands, Schweden usw. mit riesigen Schmiergeldzahlungen (oft via Switzerland) und anderen kriminellen Machenschaften dieses dreckige Geschäft im Gange halten. Auch Jürgen Grässlin dokumentierte das Geschäft mit dem Tod von deutschen Konzernen, mit dem Segen der christlichen, sozialdemokratischen und grünen Politikern, mit armen Ländern und Diktaturen in seinem 624 seitigen Buch „Schwarzbuch Waffenhandel, Wie Deutschland am Krieg verdient, Heyne 06/2013.

Laut dem Stockholm Peace Research Institute (SIPRI) wurde 2011 1‘738 Milliarden US Dollar für die Rüstung vergeudet. Das sind 289-mal weniger als das Budget des Welternährungsprogramms von 6 Milliarden US Dollar beträgt. - Für 2010 wurde für das Welternährungsprogramm mit Ausgaben in der Höhe von fast 6 Milliarden US-Dollar gerechnet, die tatsächlichen Spenden beliefen sich aber nur auf etwa 3,82 Milliarden US-Dollar. (laut Wikipedia)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der UNO verfügt über ein jährliches Budget von 2 Milliarden US Dollar, also 869 mal weniger als die Rüstungsausgaben dieser Welt.

Nicht die Armen ruinieren uns, sondern die Ausbeutung von armen Menschen hier und in der Dritten Welt und Kriege und Rüstung.

Genau, die Reichen ruinieren teils bewusst die Armen.
Zumal das Geldsystem so eingestellt ist, dass es automatisch von Fleissig nach Reich verteilt. Die oberen Zehntausend müssen nur gelegentlich ihre Taschen öffnen und zusehen wie das Giralgeld aus dem Füllhorn die prallen Taschen füllt bis sie platzen.
Praktisch, so kann man die Welt ideal versklaven.

Der Tabubruch...
...ist die praktizierte Konsensverweigerung!

Im (post-)industriellen System der omnikontroversen Werteinhomogenität herrscht die absolute Konsensfreiheit!

Im Zustand der absoluten Konsensfreiheit sind keinerlei Konsensverweigerungen möglich!

Somit ist "Tabubruch" lediglich eine sinnleere Worthülse!

Q.E.D.

PS:
Die parareligiöse Überhöhung der Konsensverweigerung wurzelt wohl in der Gesellschaftskritik der Hippiebewegung und erreicht ihren kulturellen Höhepunkt in den Punkkrawallen der 80-er Jahre.

Heute findet die inszenierte Konsensverweigerung auf der politisch-wirtschaftlichen Bühne der "neuen Rechten" statt. Narzisstische Akteure instrumentalisieren den infantilen Renitenzreflex zutiefst verunsicherter Wutbürger um sich mittels "Streitschriften" als "Vordenker" und "Tabubrecher" zu präsentieren.

PPS:
Ein zumindest ansatzweiser Tabubruch wäre wohl die gesellschafts-analytische Rückbesinnung auf das Zwei-Klassen-Modell. Aber damit müssten sich die Autoren auf das intellektuelle Niveau eines Karl Marx' begeben...
..."sich herablassen" oder "aufsteigen" sei dahingestellt.

Wenn "die Öffentlichkeit" aus Beavis und Butthead besteht, können sich Dumm und Dümmer gar nicht blamieren!

PS:
Wie war das nochmal mit Einsteins Aussage bezüglich der Unendlichkeit des Universums?

Ist alles relativ, meint Einstein.
Da ist aber auch das Universum nur relativ unendlich, nur bis sich alle schwarzen Löcher aufgelöst haben. Dann wird alles relativ dunkel und eng.

Meinte etwa der Zeyer, dass er relativ ungeschoren mit diesen Einstellungen und "Gedanken-Ergüssen" davonkommt?
Oder meinen Sie, dass seine "Streitschrift" relativ vielen am Gesäß vorbeigeht?

Hat der nicht auch mal was über die Zusammenhänge von Arm und Reich geschrieben?
Hatte Karl Marx nicht auch eine Lösung für das Armutsproblem? Ne richtige, nicht so ne TV-Lösung, damit sich Dumm und Dümmer öffentlich blamieren können?
Das war doch was religiöses, von dem Karl Marx, oder?

Den, den Sie meinen, das war Jesus.

Jesus Marx?

Oder hieß der Karl Jesus?

Genau, kenn ich.
Die hab ich hier schon öfter mal gesehen!

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