Waffenstillstand jetzt, Verhandlungen später

Arnold Hottinger's picture

Waffenstillstand jetzt, Verhandlungen später

Von Arnold Hottinger, 27.08.2014

Ein sogenannter Langzeit-Waffenstillstand im jüngsten Gazakrieg wurde in Kairo vereinbart. Er könnte diesmal einige Zeit halten, weil beide Seiten kriegsmüde sind.

Wer hat gewonnen? Beide Seiten versuchen ihrer Bevölkerung klarzumachen, dass sie es sind. Die Vereinbarungen, die in Kairo getroffen wurden, um zu dem Waffenstilstand zu gelangen, sind so formuliert, dass beide Seiten dies behaupten können. Hamas erhielt das scheinbare Zugeständnis, die Abschnürung Gazas solle «gelockert» werden. Das Zugeständnis ist scheinbar, weil nicht gesagt ist, wie weit es gehen soll: ein ganz kleines bisschen, ein klein bisschen, ein bisschen? Theoretisch könnte es sogar noch mehr sein.

Doch die versprochene Lockerung hat genügt, um in Gaza bescheidene Freudenkundgebungen auszulösen, und sie hat Hamas erlaubt, grossspurig von einem Sieg zu sprechen. «Wir stehen hier, um den Sieg des Widerstandes zu erklären,» gab Hamas bekannt. «Es ist der Sieg von Gaza mit der Hilfe Gottes und der Durchhaltekraft unseres Volkes sowie des edlen Widerstandes.»

Umgekehrt wollen auch die Israeli gesiegt haben. Sie haben erklärt, sie hätten Hamas entscheidend geschädigt. Sie sprechen von angeblich tausend toten Terroristen und von 5’200 «Terrorstrukturen», die sie aufs Ziel genommen hätten. Was sie nicht erwähnen, sind die ursprünglich niedergelegten Kriegsziele ihrer Aktion. Anfangs hatten sie erklärt, der Krieg werde fortdauern, bis keine Raketen mehr auf Israel abgeschossen würden. Raketen fielen jedoch auf Israel bis zum letzten Moment vor dem «langfristigen Waffenstillstand». Die kämpferische Infrastruktur von Hamas ist wahrscheinlich schwer geschädigt, doch sie ist offenbar aktionsfähig geblieben.

Verhandlungen über Waffen und Abschnürung

Eine Abkühlungsfrist von einem Monat ist nun vorgesehen. Erst danach sollen in Kairo die Verhandlungen über die hauptsächlichen Anliegen beider Seiten beginnen. Hamas strebt eine Aufhebung der Abschnürung Gazas durch Israel und durch Ägypten an. Israel will eine Entwaffnung von Gaza mit Kontrollen, sodass dort keine Aufrüstung mehr folgen kann. Beide Seiten haben bereits erklärt, dass die Forderungen der Gegenseite für sie unannehmbar seien. Theoretisch wären Kompromisse denkbar, die beiden Seiten erlauben würden, ihre Anliegen zu verwirklichen: Verzicht auf Bewaffnung gegen Öffnung der Grenzen. Details wären auszuhandeln.

Das wäre ein Schritt voran. Doch ein endgültiger Frieden würde erst möglich, wenn es zu einem Friedensvertrag zwischen allen Palästinensern und den Israeli käme. Einem solchen steht die Politik Israels entgegen, die eine Kontrolle über die Westjordangebiete anstrebt mit der Option, diese Gebiete grösstenteils oder völlig Israel einzuverleiben.

Hamas wurde zum Verhandlungspartner

Eine der Folgen des jüngsten Krieges ist, dass Israel nun mit Hamas verhandelt, zwar nicht offiziell und bloss indirekt über zwischengeschaltete Vermittler, doch Tatsache ist, sie kommunizieren. Die anderen Folgen des Krieges sind unschön. Er führte zum Tod von über 2’200 Personen, zur Verwundung von vielen Tausenden mehr. Er hat auch die Infrastruktur von Gaza so gründlich zerstört, dass die ohnehin unsichere Wasserversorgung und Entsorgung der anderthalb Millionen Bewohner des Gaza-Freiluft-Gefängnisses (oder soll man es «Ghetto» nennen?) noch zusätzlich gefährdet ist.

Ob die Wasserversorgung wiederhergestellt werden kann, bevor Seuchen ausbrechen, ist unsicher. Wenn es zu Seuchen kommt, ist mit einer Kindersterblichkeit zu rechnen, die droht, die bisherigen 2’200 Opfer an Menschenleben in den Schatten zu stellen. Der Umstand, dass die israelischen Bomben auch das Elektrizitätswerk von Gaza unrettbar zerstörten und dadurch die Pumpen stillgelegt wurden, die für das Wasserwesen der Küstenenklave unentbehrlich sind, erschwert die Notlage.

Die Rolle des Auslands

Ob in die geplanten Friedensverhandlungen über Gaza ein Kompromissresultat erreichen werden oder nicht, hängt wesentlich davon ab, ob Israel weiterhin bedingungslose Unterstützung von Amerika und aus Europa erhält. Wenn ja, besteht kein Zwang für die israelische Regierung, auf Kompromisse betreffend Gaza  einzugehen. Dann ist nicht zu erwarten, dass sie dies aus eigener Einsicht tun wird. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die geplanten Verhandlungen resultatlos verlaufen werden.

Der gegenwärtige Status quo wird bestehen bleiben. Das heisst prekäre Waffenruhe für einige Zeit, dann wieder «Rasenmähen» von Seiten Israels, wahrscheinlich jedesmal mit mehr Zerstörungen und mehr Toten, weil die Verzweiflung im Gazastreifen und die entsprechende Stimmung für einen Verzweiflungskampf unter diesen Umständen nur wachsen können.

Das «Rasenmähen» hat allerdings seinen Preis, wie schon diesmal feststellbar war. Ganz wirkungslos auf die politische Umwelt bleiben die Bilder der Zerstörungen und die Berichte über Verwundete und Tote nicht. Wie viele Male sie sich noch wiederholen müssen, bis die politische Umwelt sich entschliesst, Druck auszuüben, um eine Kompromisslösung zu erzwingen, bleibt abzuwarten.

Kommentare

Die Redaktion von Journal21.ch prüft alle Kommentare vor der Veröffentlichung. Ehrverletzende, rassistische oder anderweitig gegen geltendes Recht verstossende Äusserungen zu verbreiten, ist uns verboten. Da wir presserechtlich auch für Weblinks verantwortlich sind, löschen wir diese im Zweifelsfall. Unpubliziert bleiben ausserdem sämtliche Kommentare, die sich nicht konkret auf den Inhalt des entsprechenden Artikels oder eines bereits aufgeschalteten Leserkommentars beziehen. Im Interesse einer für die Leserschaft attraktiven, sachlichen und zivilisierten Diskussion lassen wir aggressive oder repetitive Statements nicht zu. Über Entscheide der Redaktion führen wir keine Korrespondenz.

Beide Seiten kriegsmüde? Wohl kaum, denn in den Suren steht klar, wie die Gläubigen mit Juden umzugehen haben. Der Koran gilt. Zudem: Islam ist Frieden! Ein Mantra, das im Westen noch immer glaubhaft ist.

" Richard Scholl - 29.08.2014 19:12 " Dieser Eintrag gefährdet den religiösen Frieden und sollte entfernt werden.

Und jetzt kommt das Kriegsverbrechertribunal von Den Haag und verurteilt die Israelis der Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Sämtliche führende, israelische Politiker, Generäle und Offiziere werden zu langjährigem Gefängnis verurteilt. Die zerstörten Gebäude muss Israel wieder aufbauen und für jedes getötete Kind wird Israel zur Zahlung von 15 Millionen Dollar verurteilt. Hat eine Familie die Mutter oder den Vater durch Bombardierung verloren, so hat Israel 20 Millionen der Familie zu überweisen. Die Amerikaner werden als Mittäter und Waffenlieferant dazu verurteil, sämtliche noch zu erwartenden Kosten zu übernehmen.

Bis alle Zahlungen (Kriegsschäden) geleistet wurden wird Israel mit Handelssanktionen belegt und sämtliche Guthaben israelischer Bürger auf europäischen Banken werden eingefroren.

Ha....Ha... 1. April. Was sonst !!!!

P.S. Bin nicht Moslem

Ha Ha, dann könnten wir aber gleich alles seit dem 2. Weltkrieg aufarbeiten und wiedergutmachen und die ganze Welt verhaften, angefangen bei den Russen seit Stalins eigenen 22 Millionen Toten bis zum Tschetenien-Krieg, zum Korea- und Vietnamkrieg der Amis mit den Millionen Toten Asiaten auch in den Nachbarländern, Maos Millionen Hunger- und Kulturtoten, die Toten der südamerikanischen Militärdiktaturen auch vom Westen und USA verursacht und Contras und Terroristen auch in Zentralamerika und grausamster Drogenkrieg in Mexiko, all die Toten der Afrikaner von Idi Amins Uganda bis Mugabes Simbabwe und Hutu mit Tutsis und ständig irgendwo ein Bürgerkrieg und Putsch am laufen, wieder zu den asiatischen Diktaturen und Toten in Myanmar, Kambodschas Rote Khmer, Ost-Timor, zurück zu den Millionen Toten des Irak-Iran Kriegs und dann auch selber wieder durch die Amis und die Achse der Willigen persönlich nochmals mehr Millionen Tote davon und Afghanistan und tausende unschuldige Drohnentote auch in Arabien und ganz Islamien, und der arabische Frühlings-Albtraum mit auch Ägypten kaputt aber wieder Militär als Chef und aktuell Libyen im Bürgerkrieg und Syrien zerstört 200'000 Tote und Millionen Flüchtlige und immer noch mehr und in der Ukraine auch noch kein Frieden und Krieg und Zerstörung auf der ganzen Welt wohin man schaut, wenn man will. Der Mensch ist eine raubmordende Fehlkonstruktion, so gesehen, der Abschaum der Schöpfung. Oder sind wir bloss selber alle Opfer einer höheren Macht, Entitäten, die von uns und unserem Leiden und dem Blut der Unschuldigen leben, die uns wie oben so unten als Futter gezüchtet haben? Manche Exopolitiker sind zu diesem Schluss gekommen und nennen sie Anunnaki, Reptioloide, Archonten, Dracos usw, der Teufel, die alte Schlange, der Drache, Satan, Luzizer, Jahve, Jahbulon, Umbaba-Samahongo auf afrikansich, der Alte, einäugiger Königs-Gott der Chitauli, welche tief im Erdinnern grosse Feuer unterhalten weil...aber das ist eine andere Geschichte /;-=)

Da werden ein paar durchgeknallte, afrikanische Schlächter verhaftet und vor das internationale Kriegsverbrechertribunal gestellt und verurteil. Zu Recht.

Bush, Benjamin Netanjahu, und andere lässt man laufen. Verlogenes Tribunal, verlogene Politik.

Und wir Schweizer?

Wir sind mutig, gerecht, ethisch, einstehend für Gerechtigkeit und Menschlichkeit.

Ha....Ha... 1. April. Was sonst !!!!

Wo bleiben die Sanktionen gegen Israel? Ach ja, Sonderstatus, habe ich vergessen. Weiters stimmt es mich traurig wenn in den Massenmedien stets von "Toten auf beiden Seiten" berichten. Das Ungleichgewicht der Gefallenen (und Unschuldigen) gleicht eher einem Massaker als einem Krieg. Wie lange kann der (Heiligen) Schein denn noch bewahrt werden, ich verstehe es nicht. Warum erhält Israel noch immer eine derartige Rückendeckung aus Europa? Ich meine als Wirtschaftsmacht kann man Israel ja nun wirklich nicht sehen.

2’200 Menschen ermordet. Wieviele Tote mehr braucht die Krone der Schöpfung wohl noch, bis sie findet, nun den Holocaust eigenhändig Auge für Auge, Zahn für Zahn an den Gojim gerächt zu haben? Schande über sie und uns alle, die Kriege ob in der Ukraine oder wie in Gaza Massen- und Völkermord an unschuldig in Ghettos Eingesperrten, wieder zulassen.

SRF Archiv

Newsletter kostenlos abonnieren