Schickt Iran Truppen in den Irak?

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Schickt Iran Truppen in den Irak?

Von Journal21, 18.06.2014

Iran könnte im Irak militärisch eingreifen. Dieses deutet der iranische Präsident Hassan Rohani an.

Nach dem Vormarsch der vorwiegend sunnitischen islamistischen ISIS-Kämpfer erklärte der Präsident, Iran werde nicht zögern, die schiitischen heiligen Städte im Irak zu schützen. 

Nach ihrer jüngsten Offensive kontrollieren Kämpfer der sunnitischen Islamistengruppe "Islamischer Staat in Syrien und im Irak" (ISIS) weite Teile des Irak. So befindet sich die nordirakische Stadt Mosul fest in den Händen der Extremisten. 

Die ISIS-Kämpfer drohen, die schiitischen Gräbmäler der Imame in Bagdad, Samarra, Kerbela und Nadschaf zu zerstören. Für die sunnitischen Extremisten ist der schiitische Präsident Rohani einer ihrer Hauptfeinde. 

In einer vom Fernsehen übertragenen Rede sagte der iranische Präsident, viele freiwillige Kämpfer seien bereit, im Irak einzumarschieren, um die bedrohten schiitischen Heiligtümer zu schützen. 

Inzwischen hat der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki mehrere ranghohe Armeekommandanten entlassen, unter anderem den Militärchef der der nördlichen Provinz Ninive. Maliki wirft ihnen vor, beim Vormarsch der ISIS-Extremisten versagt zu haben. 

Die USA wollen bis zu 275 amerikanische Soldaten in den Irak schicken, um amerikanische Einrichtungen zu schützen. Erwogen wird auch eine Spezialmission. Washington betont aber, die USA wollten sich nicht in einen neuen Krieg ziehen lassen. 

Kommentare

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Den Isis-Kämpfern scheint es an nichts zu fehlen, um einen ganzen Staat vor sich hertreiben zu können. Wie die Taliban in Afghanistan, Boko Haram in Nigeria etc.
Eine gefährliche Situation bei der alle genau wissen, wer dahinter steckt, aber keiner es wagt, es auszusprechen.
Solange die sunnitischen Herrscherhäuser eine derart globale Macht ausüben können, wird die Gewalt noch lange andauern und sich weiter ausbreiten.

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Das Historische Bild

Vor 50 Jahren, am 28. September 1966, starb André Breton. Er gilt als der wichtigste Vertreter des Surrealismus in Frankreich. Im 9. Arrondissement in Paris trägt ein Platz seinen Namen. Ursprünglich wollte André Breton, geboren 1896, Arzt werden. Aber seine Begegnungen mit Paul Valéry, Stéphane Mallarmé und Guillaume Apollinaire führten dazu, dass er sein Medizinstudium abbrach, um freier Schriftsteller zu werden. 1919 gründete er zusammen mit Louis Aragon und Philippe Soupault die Zeitschrift Littérature, die sich zunehmend dem Dadaismus öffnete. 1924 verfasste Breton auch unter dem Einfluss surrealistischer Maler wie Max Ernst und Salvatore Dali das „Manifest des Surrealismus“. Ursprünglich stand diese Bewegung dem Sozialismus nahe, aber 1935 brachen Breton und einige seiner Freunde mit der kommunistischen Partei Frankreichs. Während des 2. Weltkrieges emigrierte Breton mit finanzieller Unterstützung von Peggy Guggenheim zusammen mit seiner 2. Frau, der Malerin Jacqueline Lamba, nach New York. Der Begegnung mit ihr widmete Breton sein vielleicht erfolgreichstes literarisches Werk, L´Amour fou. Nach dem Krieg kehrte Breton nach Paris zurück und blieb dem Surrealismus, der bereits seinen Zenit überschritten hatte, verbunden. André Breton trug im Laufe seines Lebens die bedeutendste Privatsammlung surrealistischer Kunst zusammen. Nach seinem Tod wurden zahlreiche Werke versteigert. Das Centre Pompidou hat einen Teil der Sammlung erworben und stellt sie in einem eigens dafür eingerichteten Raum aus. (Foto: Keystone/STR) Mehr…