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Leserbriefe
Wer ist falsch abgebogen?
Es kann genau so gut sein, dass die westlichen Länder falsch abgebogen sind, das heisst, dass sie den Splitter im fremden Auge, aber den Balken im eigenen nicht sehen.
Es gibt Alternativen zur militärischen Verteidigung
Der Wechsel von der Armee zum Zivildienst wird nun erschwert. Den Jungen die Sinnhaftigkeit der Armee zu erklären, wird schwierig sein. Ein Verteidigungskrieg in der dicht besiedelten Schweiz hätte verheerende Folgen, wie heute in der Ukraine. Dort sind bisher einige hunderttausend Soldaten und Zivilisten getötet und verletzt worden. Flächen der Ukraine, die grösser sind als die Schweiz, sind mit Minen, Bomben, Streubombenprojektilen und Uranmunition verseucht. Bevor diese Gebiete nicht entmint sind, können sie landwirtschaftlich nicht genutzt werden. In einem militärischen Verteidigungskrieg in der Schweiz könnten die Atomkraftwerke, Beznau 1 und 2, Gösgen oder Leibstadt durch einen Beschuss beschädigt werden und hochgehen wie Tschernobyl oder Fukushima. Dadurch würden grosse Teile des Mittellands radioaktiv verseucht und unbewohnbar.
Angesichts des Krieges in der Ukraine ist heute aber die Meinung weit verbreitet, es müsse aufgerüstet werden. «Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg», kriegstüchtig sollen wir werden. Es gilt: Es gibt keine Alternative zur militärischen Verteidigung. Aber es gibt solche Alternativen, auch in all den Kriegen der letzten Jahrzehnte hätten sie zugekommen müssen, auch in den kolonialen Befreiungskriegen in Vietnam, Algerien, Mozambique, usw.
Um sich vom Joch einer Diktatur zu befreien, um sich zu verteidigen, um politische und gesellschaftliche Veränderungen zu erreichen, sind gewaltfreie Aktionen meist erfolgreicher als gewaltsames Vorgehen.
Andere Sichtweisen dienen manchmal zur Öffnung des Diskurses
Es ist jedem erlaubt, ein Opus Magnum über andere Kulturregionen zu schreiben. Frankreich inklusive seiner Intelligenzia und Oberschicht hätte sicher auch kein Problem, wenn China oder die Afrikanische Union in Frankreich mit einem grossen Forschungsprojekt inklusive NGOs und breiter medialer Distribution den französischen Kolonialismus und Imperialismus aufarbeiten würde. Russland hat ausgehend von Gorbatschow, Jelzin und dann Putin versucht, mit dem Westen auf gleicher Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Nachzuhören auf YT in verifizierter Quelle in Putins Rede 2001 im dt. Bundestag. Russland hat in dieser Zeit zweimal versucht, der Nato beizutreten, beide damaligen US-Präsidenten waren einverstanden, aber der Machtapparat der USA/EU im Hintergrund war nicht einverstanden (nachlesbar in verifizierten Quellen). Russland hat ab dem späten Jelzin und den Folgenden die die Staatlichkeit bedrohende Oligarchie durch den neoliberalen Überfall in den 90ern wieder der Staatlichkeit unterworfen und die Balkanisierung Russlands zurückgedrängt. Jetzt ist diese Katastrophe entstanden. Den "Arabischen Frühling" gab es auch bei uns (bspw Occupy Wallstreet gegen eine autoritäre Ökonomie, mit brutaler Niederschlagung). Die EU ist bis heute der europäischen Menschenrechtskonvention gar nicht beigetreten. Das Antidot gegen eine wechselseitige "Hermeneutik des Verdachts" wäre das "Prinzip der wohlwollenden Interpretation". Das ist natürlich die Sichtweise eines G. Samsa/Fürst Myschkin ("Der Idiot").
Wo hat die NATO Fehler gemacht?
Russland hatte schon immer Angst vor der NATO unmittelbar an seinen Grenzen. Das ist der russischen Bevölkerung gut vermittelbar: Russlandfeldzüge des Westens; sinnlose kriegerische Interventionen der USA auf der ganzen Welt, um ihre wirtschaftlichen Interessen zu sichern; Angst vor den Demokratie- und Unabhängigkeitsbestrebungen in der ehemaligen Sowjetunion.
DIese Erkenntnis wäre die Basis für die Schaffung einer durch die Uno gesicherten NEUTRALEN ZONE zwisdchen Russland und dem Westen.
Und die Pointe ist…?
Danke für diesen sehr differenzierten und gut dokumentierten Text, der mich Italo Calvino noch mehr bewundern lässt als ich das eh schon tat. Am Ende bleibt aber ein interessantes Rätsel unaufgelöst, ja unerwähnt: Woher nahm ChatGPT in seinem umformuilierten Rilke-Gedicht den expliziten Bezug zum Ungeschriebnen? War das Zufall (und dem geneigten Leser durch den Autor als Hausaufgabe überlassen), oder deutet es vielleicht auf vorangehende Prompts im gleichen Chat hin? Mit anderen (englischen) Worten: What prompted ChatGPT to rephrase Rilke with Calvino?
Schleier?
Rakete im Emblem - wo ist da Frieden?
Die beiden Damen sind erfreulich frei, aber Schleier trägt die eine ganz sicher nicht , höchstens ein sehr freizügig angelegtes Kopftuch.
Bitte nicht mit Schleier vergleichen!
Erwarte genauere Wortwahl von journal21
Danke
Zu schlüssig, um wahr zu sein
Der Gegensatz zwischen der "religiösen" Führung, die ein Überleben des Regimes nur durch Gewalt, und die pragmatische Staatsführung, die vergleichsweise friedenswillig wäre, ist ein künstlicher, übersieht, dass die religiöse Führung den Krieg ja nicht gewählt hat, dass er ihr im Gegenteil aufgezwungen wurde. Übersieht darüber hinaus das Eigeninteresse der Revolutionsgarden, das ich hier aber nicht ansprechen will. Das ist im Wesentlichen auch das, was 1980 geschah, als die USA Saddam Hussain zum Krieg gegen den Iran anstifteten und unterstützten. Schulze ignoriert, dass die Proteste von Anfang Jahr wesentlich von aussen, von amerikanischen und israelischen Agenten angestiftet worden sind, die friedliche Proteste zu gewalttätigen machten. Überdies sind die Widersprüche auf der Seite der Angreifer, zwischen Israel und den USA noch sehr viel ausgeprägter. Es ist Israel, das beide Angriffe auf den Iran zu verantworten hat, und es ist Israel, das ein Ende des Kriegs zu hintertreiben sucht, während Trump und die USA zu spät erkannten, dass es in diesem Krieg für sie nichts zu gewinnen, aber sehr viel zu verlieren gibt. Inzwischen stehen die Interessen Israels an einer Fortführung des Kriegs nicht nur denjenigen der USA, sondern einer überwältigenden Mehrheit der Weltbevölkerung entgegen, die unter gestiegenen Energiepreisen und Düngermangel etc. zu leiden hat. Die Absicht Schulzes scheint es so zu sein, Israel durch das Ansprechen der Widersprüche des Irans zu entlasten.
zynisch-nihilistisches gefährliches Spiel mit systemischer Staatlichkeit
Ich habe seit einiger Zeit wieder begonnen, mich mit der Frage von Symmetrie und Asymmetrie im Verhältnis zwischen rechtsstaatlicher Demokratie und Wirtschaft zu befassen, auch in historischer Perspektive seit der Aufklärung.
Es gibt seit den 80ern/90ern zwei Formen von Neoliberalismus, rechter und liberaler/mittiger/mittig-linker Neoliberalismus. Der einzige Unterschied scheint derjenige der Frage der Grösse der Bürokratie zu sein, und das Auftreten der Repräsentanten im öffentlichen Raum.
Von Kant gibt es die ethisch-erkenntnistheoretische Maxime, sich in Absehung eigener Interessen mit einem Gegenstand zu befassen.
Ich finde nicht, dass diese Maxime noch genügend bei den Funktionseliten vorhanden ist. Der finale Preis ist irreversibler Zerfall der systemischen Staatlichkeit, wie im Artikel beschrieben ist.
Der einzige Grund, warum der Zerfall noch nicht total erfolgt ist, liegt darin, dass Menschen nicht 24 Stunden 7 Tage die Woche schlafen können.
Nicht unser Problem
Die inneren Widersprüche dieses Regimes hat seit 1979 genug Schaden angerichtet. Es ist ein ebenso dysfunktionaler Staat wie der Libanon und andere Staaten, die sich vom Iran für dessen Zwecke missbrauchen lassen. Daran ändert auch nicht die seit 1996 grössere Einflussnahme via rechtsextremer Juden in den USA wie Meir Kahane u.v.a. und die offen rassistische Jewish Defence League . Der Geburtfehler Israels eines Einkammerparlaments, dem jegliche Korrektions- und Ausgleichsfunktion fehlt ist schon den Engländern 1948 sauer aufgestossen. Nimmt man noch den antidemokratischen Duktus von Trump dazu, dann wird es momentan keine Lösung geben ausser einer eigenständigen EU in allen Belangen. Vermutlich würde das Loch namens Schweiz ziemlich schnell geschlossen werden durch die umliegenden Länder, da die Unfähigkeit - siehe chinesisches Restaurant 50 Meter neben der Startbahn Meiringen - nicht hinnehmbar ist.
Pflege erzeugt Wert, aber nicht dort, wo unsere Buchhaltung hinschaut
Die Schweiz hat Pflege verfassungsrechtlich aufgewertet, behandelt sie politisch aber weiterhin als Kostenstelle. Doch Pflege am Menschen ist keine industrielle Dienstleistung. Sie lässt sich nicht beliebig takten, automatisieren oder verdichten. Ihr Kern ist qualifizierte, aufmerksame und verfügbare menschliche Zeit.
Wenn Alterung, Multimorbidität, Demenz und kürzere Spitalaufenthalte die Anforderungen erhöhen, während Fachzeit und Kontinuität sinken, fällt Qualität zwangsläufig. Pflege erzeugt gesellschaftlichen Wert, auch wenn dieser betriebswirtschaftlich kaum sichtbar wird. Sie verhindert Komplikationen, Qualitätsverluste und Todesfälle. Sie ist Sicherheits- und Resilienzleistung.
Bessere Arbeitsbedingungen kosten Geld. Schlechte Bedingungen auch: Fluktuation, Temporärpersonal, Berufsausstiege, Krankheitsausfälle und Erfahrungsverlust. Diese Kosten verschwinden nicht; sie bleiben weniger sichtbar. Entscheidend ist nicht nur, wie viel die Schweiz für Gesundheit ausgibt, sondern wofür: für Administration – oder für Pflegezeit und Würde.
Der Anreizgradient ist falsch: mehr Fälle, kürzere Aufenthalte, Dokumentationslast, enge Personaldecken, Stress, Austritte. Wer Kosten kurzfristig senkt, zerstört mittelfristig Pflegekapazität. Pflege ist Infrastruktur. Alter ist kein privates Fehlverhalten, Angehörigenpflege keine kostenlose Reserve, Würde kostet Zeit. Die Frage lautet nicht, wie halten wir Pflege billig, sondern wie teuer wird es, wenn Pflege billig organisiert wird.
Der Krieg geht weiter bis das Volk sich erhebt
Was Reinhard Schulze ganz richtig analysiert, ist für ein Kleinhirn wie Donald Trump natürlich vollkommen unverständlich. Insofern wird der Krieg zwischen den USA und dem Iran - auch weil Israel daran sehr gelegen ist - leider weitergehen und damit auch das Leiden der Iraner. Aber irgendwann einmal ist das Maß voll und das Volk wird sich erheben und dann Gnade Gott, egal wie man ihn nennt.
Wem gehört die Krim
Die Krim gehört völkerrechtlich nicht zur Ukraine sondern den Krim-Tataren, welche nach dem 2. Weltkrieg nicht dort hin zurück kehren durften.
Nachzulesen bei Andreas Kappeler emeritierter Schweizer-Prof. früher in Wien an der Uni tätig.
Nachzulesen in seinen Büchern: "Russen und Ukrainer, Ungleiche Brüder" oder
"Kosaken" und wahrscheinlich noch anderen Büchern dieses Autors.
Danke für diese schönen persönlichen Erinnerungen
Es entbehrt nicht der Ironie, dass Jean Ziegler sich in einer Zeit von der Welt verabschiedet, wo diese ihm (traurigerweise) in seinen wesentlichen Kritikpunkten recht geben muss. Oder, um es sinngemäss mit Mani Matter zu sagen: "Und jitz wo me′s hätt verstande, het är leider nüt meh gseit."
Trumps Schwiegersohn und dessen Vermischung von Politik und Business
Albaniens Ministerpräsident Edi Rama ist von der Trump-Familien-Mafia und einflußreichen israelischen Hintermännern "gekauft" worden. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel wurde von der Netanyahu-Regierung seinerzeit ganz groß propagandistisch herausgestellt als Beispiel guter "islamisch-israelischer Zusammenarbeit". Bei der Gelegenheit erhielt Kushner "unter der Hand" grünes Licht für sein Luxus-Resort an der Adria. Dass nun Millionen Albaner im Land und auch in der albanischen Diaspora gegen diese Kungelei ihres korrupten Präsidenten mit der Trump-Mafia auf die Strasse gehen, ist ein sehr positives Zeichen für die immer stärker werdende albanische Zivilgesellschaft.
Danke !
"Une Suisse au-dessus de tout soupçon" war 1977 der Augenöffner für eine ganze Generation, die sich nicht mehr mit den Sonntagsreden zuhause und in Bern zufrieden geben wollte. Natürlich wurde der Verkauf freiheitlich und demokratisch wie die Schweiz halt so ist VERBOTEN. Payot ? Nichts da, gibt es nicht, der SBVV stoppte Auslieferungen freiwillig. Ich habe in Paris ein Exemplar gefunden und da ich keinem Zöllner traue gut versteckt im Sack mit der dreckigen Wäsche. Ohne Zieglers Anstoss wäre doch in den gutbürgerlichen Unis nie eine Diskussion über gewisse unangenehme Details der Schweizer Geschichte diskutiert worden. Es ging 1979 mit den "unheimlichen Patrioten" weiter, das den Wert als Nachschlagwerk bis heute behalten hat. Niklaus Meienberg ist ein weiterer. "Meine" Philosophieassistentin hat hat mir 1980 gesgt, dass ich die NZZ lesen solle damit ich weiss was ganz sicher nicht wahr ist; ich habe mich daran gehalten.
Denkt jemand an die Klimaerwärmung ?
Die Funktion verschiedener Flüsse als Gratiskühlwasser ist per se eine Dummheit. Siehe Fessenheim im Elsass, wo sich nach ein paar sich folgenden heissen Sommern die Gefahr einer Kernschmelze durchaus reell zeigte. Es wurden gratis Jodtabletten und Merkblätter für das Verlassen der Gegend verteilt ! Bis dorthin durfte eine Madame le maire und die CGT unbelckt jeglichen Wissens noch herumheulen wieviele Arbeitsplätze und Steuereinnahmen verloren gehen. Irgendwann ist dann wohl "Paris" eingeschritten und hat das Ganze still und leise eines Abends um 23.00 im Februar stillgelegt. Das grün-rote Basel heizt übrigends "dank" Steuergeldern der Pharma und Chemie den Rhein weiterhin mit warmem Abwasser auf, wohl da die nur ideologisch starke IWB nicht fähig ist die vergeudete "Wärme" in ihr Fernwärmenetz einzuspeisen... Ausserdem werden von Microsoft entlang des Rheins beidseitig grosse Datenspeicher geplant. Vermutlich wird der dumme Donald zum Wohle seiner Freunde Europa wieder gedroht haben.
Das uneinlösbare Versprechen des Zionismus
Hieß es nicht einst, Israel sei der sicherste Ort für Juden in aller Welt? Die immer aggressiver und brutaler gewordene völlig rücksichtslose und das Völkerrecht ignorierende Machtpolitik des Besatzungsstaates zeigt auch dem Letzten, dass das Versprechen des Zionismus uneinlösbar ist und das Land sich das eigene Grab schaufelt. Seinen 100. Geburtstag wird Israel jedenfalls ganz sicher nicht mehr feiern können, wenn es so weitermacht.
Was ist das Ziel der SVP Führung
Liebe Autoren des Journal21
Ich bin immer wieder so froh über Eure Hintergrundberichte, welche mir aktuelle regionale, nationale und internationale Themen näher bringen und verständlich machen. Meinen herzlichen Dank für diesen Qualitätsjournalismus!
In Ihren Berichten zur 10-Mio-Abstimmung und auch hier zu Guy Parmelin geht es immer wieder darum, dass die SVP Führung den Ausstieg aus den bilaterialen Verträgen und die "Abnabelung" von der EU als strategische Ziel anvisiert. Was ich und viele andere wissen möchten: Was ist der Plan der SVP, wenn dies erreicht wird? Mit wem sollen wir dann handeln? Wer sind dann unsere Verbündeten? Woher kommen die benötigten Arbeitskräfte? Es muss doch eine Vision der SVP Strategen geben, wie die Schweiz ohne ihren wichtigsten Handeslpartner prosperieren soll.
Ich würde mich – wenn es ihn nicht schon gibt – über einen Recherche und Hintergrundbericht freuen, welche die Vision/Plan der SVP ohne EU aufzeigt.
Mit besten Grüssen
Michael Kistler
Verpasst
Trotz schon mehrerer Besuche auf dem Darss (Zingst, Prerow) war und ist mir die Seemannskirche in Prerow bisher nicht bekannt. Sollte ich doch noch einmal nach Prerow kommen, werde ich sie sicher nicht verpassen. Das Baselitz-Bild nicht live gesehenzu haben, stört mich hingegen weniger.
Besten Dank für den Reisetipp
Die Kirche scheint wirklich ein etwas vergessenes Juwel am Wegesrande zu sein. Ein Ausflug nach meinem geliebten Wismar, Rostock, Stralsund würde sich anbieten; warum nicht auch noch Prora, das würde sich doch anbieten nach einem Baselitz - gross, hässlich und so deutsch.