Eklat in letzter Minute

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Eklat in letzter Minute

Von Journal21, 10.06.2018

Präsident Trump zieht sich nach Abschluss des Gipfels in Kanada von einer zunächst gebilligten gemeinsamen Schlusserklärung zurück.

Faktisch ist die G7 nur noch eine G6: Die tiefen Differenzen zwischen den USA und den sechs übrigen Staaten waren beim Gipfel im kanadischen La Malbaie offen zutage getreten. Trump zeigte sich im Handelsstreit unnachgiebig und reiste vorzeitig ab. Unterschiedliche Meinungen bestehen auch darüber, ob Russland wieder in die G7 aufgenommen werden soll, wie Trump es fordert.

Trotz der Meinungsverschiedenheiten gelang zunächst eine gemeinsame Schlusserklärung zur Handelspolitik. Darin heisst es, man wolle sich bemühen, Zölle, Subventionen und andere Handelshemnisse abzubauen.

Da hoffte man noch auf ein halbwegs vernünftiges Ergebnis (Foto: Keystone/AP/Jesco Denzel)
Da hoffte man noch auf ein halbwegs vernünftiges Ergebnis (Foto: Keystone/AP/Jesco Denzel)

„Sehr unehrenhafter und schwacher Gastgeber“

Doch kurz danach, als sich Trump im Flugzeug nach Singapur zum Treffen mit Kim Jong-un befand, zog der amerikanische Präsident mit wüsten Worten seine Unterstützung für die Schlusserklärung zurück. „Ich habe die US-Vertreter angewiesen, das Communiqué nicht zu unterstützen.“ Erzürnt schrieb er via Twitter, der kanadische Premierminister Justin Trudeau habe sich während des Gipfels noch „lammfroh und milde“ verhalten. In der Medienkonferenz nach dem Treffen habe er jedoch falsche Statements von sich gegeben. Trudeau sei ein „sehr unehrenhafter und schwacher Gastgeber“ („very dishonest and weak“) gewesen.

Die Washington Post schreibt am Sonntag: „Die europäischen Führer sind empört über Trump, aber nicht überrascht.“

(J21)

Kommentare

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...und immer wenn man meint es geht nicht mehr, kommt er noch einen Tick verrückter daher. Das letzte Mal, als die Welt sich mit einem so mächtigen Irren herumschlagen musste, kostete es 55 Millionen Menschen das Leben, bis er gestoppt war. Könnte man das nun nicht gleich abkürzen, bitte? Danke.

Der Westen zerlegt sich selbst und nicht wenige jubeln und klatschen hierüber. So mancher auch hier in Europa sieht in Trump das reinigende Gewitter das den Schmutz und Dreck der Eliten wegspült. Zum Wohle der Nation, der eigenen Nation natürlich. Alle anderen sind Gegner, Feinde mithin die dem Wohlergehen des eigenen Volkes entgegenstehen. Die Parallelen zum allgemeinen Empfinden am Fin de Siecle treten immer mehr hervor. Man kann nur hoffen das am Ende kein zweites 1914 steht.

Ein Puppenspiel der billigsten Art. Es fehlen einem die Worte! Es bleibt einem ein Schimpfwort im Halse stecken. Hat der Mensch einen Ödipus-Komplex? Normalerweise Sohn-Vater-Konflikt; aber hier scheint es:" Alter Mann-junger-gebildeter-Mann-Konflikt" und "Alter Mann-gebildete-Frau-Konflikt" zu sein.
Mal sehen, was der andere "im-Westen-geschulte-'junge'-Machthaber" in Singapur plant. Ob sich hier der verdrehte Ödipus-Komplex wiederholt? Oder kommt hier die asiatische Weisheit: "Lass dein Gegenüber mit seinem eigenen Schwung ins Leere enden" zum Tragen? Na dann: Prost-Mahlzeit!
China, Russland etc. beobachten die Lage. Sie werden von diesem Geldguru gleichzeitig gelobhudelt und beleidigt; und - dieser Oberschlaue vergrault die Verbündeten, isoliert Amerika (bedauernswerte Anti-Donalds) und bildet sich ein, der Messias der Welt zu sein. Wo sind die Psychiater? Selbst ein Laie riecht Lunte...
(Eine Hoffnung habe ich: Ob England den Brexit unter diesen Umständen überdenken wird? Dem Nachtmahr DT entgegenwirken. Träume!?)

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