Die Illusion der Zwei-Staaten-Lösung [5]

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Die Illusion der Zwei-Staaten-Lösung [5]

Von Heiko Flottau, 15.10.2012

Politiker in den USA und in Europa sprechen noch immer von einer Zwei-Staaten-Lösung, mit welcher der israelisch-palästinensische Konflikt gelöst werden soll.

Doch die Gründung eines eigenständigen souveränen palästinensischen Gemeinwesens ist durch Israels Siedlungs- und Vertreibungspolitik unmöglich geworden. Wer das Gegenteil behauptet, will die Realitäten nicht zur Kenntnis nehmen, weil sie nicht in sein politisches Weltbild passen.

Palästinenser, die von ihrer Heimatstadt Ramallah zu Freunden oder Verwandten ins palästinensische Bethlehem fahren wollen, müssen durchs Feuer gehen. Oder, etwas weniger drastisch ausgedrückt: Sie müssen durch das Wadi al-Nar fahren, durch das Tal des Feuers.

Die Strasse windet sich – steilen Schweizer Alpenstraßen ähnelnd - in abschüssigen Serpentinen nach unten, danach in eben so steilen Kurven wieder nach oben. Die Strasse ist die einzige Verbindung, auf der Palästinenser vom Norden des israelisch besetzten Westjordanlandes nach Süden (und umgekehrt) reisen können. Sie ist auch die einzige Strasse, auf der Warenverkehr von Palästina nach Palästina möglich ist – wäre da nicht bei Jerusalem der berühmt-berüchtigte israelische „Container-Checkpoint“.

Lastwagen-Checkpoint im Wadi Al-Nar
Lastwagen-Checkpoint im Wadi Al-Nar

Hier können israelische Soldaten jederzeit den innerpalästinensischen Verkehr für Stunden oder auch Tage zum Erliegen bringen. Und wie viele Lastwagen die im Tal operierende palästinensische Polizei schon wegen Überladung hat anhalten müssen, ist kaum bekannt. Jedenfalls ist es nichts Ungewöhnliches, dass sich morgens und abends an den Steigungen nach Ramallah und Bethlehem die Fahrzeuge in langen Schlangen stauen.

Ohne einen Palästinenser sehen zu müssen

Das Tal des Feuers ist also ein eklatantes Hindernis für die Entwicklung der palästinensischen Wirtschaft und für die Reisefreiheit der Palästinenser – ein Nadelöhr zwischen dem Norden dessen, was einst ein palästinensischer Staat werden sollte, und dem Süden.

Israelis dagegen haben es leichter. Von den Siedlungen nördlich von Ramallah etwa und von denen im Süden, etwa um Hebron und Bethlehem herum, können sie ungehindert nach Tel Aviv und Jerusalem fahren – ohne einen Palästinenser sehen zu müssen. Denn Israel hat für seine Siedler ein, sozusagen dreidimensionales, Strassensystem entwickelt: Es geht – über Bypass-Straßen, die im Allgemeinen nur für Israeli zugelassen sind – von Nord nach Süd und von Ost nach West. Die dritte Dimension besteht aus Tunneln und Brücken, die es den Israeli ermöglichen, ohne Berührung mit den Eingeborenen zu reisen.

Schleichende Annexion

Und aus diesem durch Siedlerstrassen, Mauerbau und Siedlungen zerstückelten palästinensischem Land soll ein Staat werden? Es braucht keinerlei Prophetie für die Aussage, dass angesichts dieser „Facts on the Ground“ – dieser täglich neu geschaffenen steinernen Tatsachen vor Ort – ein neuer Staat nicht entstehen kann. Das Nadelöhr im Tal des Feuers ist nur ein handfester Beweis für die so gut wie unumkehrbar von Israel geschaffenen Tatsachen.

Andere einseitig geschaffene Hindernisse für eine palästinensische Staatsgründung sind weniger auffällig. Vor dem Nahostkrieg von 1967 lebten im Jordantal ca. 250'000 Palästinenser. Heute sind es noch maximal 50'000. Die anderen wurden während des Sechs-Tage-Krieges vom Juni 1967 entweder nach Jordanien vertrieben oder sie wurden seit 1967 allmählich, ohne dass die Weltöffentlichkeit diese Tatsachen zur Kenntnis nehmen wollte, in die grossen, übervölkerten palästinensischen Städte wie Ramallah vertrieben. Israel beansprucht das Jordantal als „Sicherheitszone“, Palästinenser sind dort unerwünscht. Intime Kenner der Szenerie befürchten, dass Israel das Jordantal einst annektieren könnte. Eine schleichende Annexion ist seit langem im Gange.

*Jüdische Nationalität"

Andere, eher verdeckte, von Israel geschaffene Tatsachen sollen das Zusammenwachsen von Palästinensern zu einem einzigen Staat verhindern sowie Palästinenser in Israel in ihrer Entwicklung lähmen. So haben zwar Palästinenser in Israel und in Jerusalem die israelische Staatsbürgerschaft und mithin einen israelischen Pass. Sie können wählen, sie haben Abgeordnete im Parlament. Doch neben der israelischen „Staatsbürgerschaft“ gibt es, offiziell oder inoffiziell, eine „jüdische Nationalität“. Jüdische Israeli sind damit vor palästinensischen Israeli in fast allen Bereichen des täglichen Lebens bevorzugt.

Wie bereits berichtet, ist es palästinensischen Israeli verboten, mit ihren palästinensischen Ehepartnern aus dem Westjordanland oder Gaza zusammenzuleben. Im Jahre 2004 kritisierte eine Delegation des britischen Unterhauses die Regelung mit den Worten, das Gesetz diskriminiere Israeli palästinensischer Herkunft, indem es palästinensischen Ehepaaren, die im Westjordanland oder Gaza wohnen, die israelische Staatsbürgerschaft oder das Wohnrecht verweigere.

Und die in Bethlehem ansässige palästinensische Menschenrechtsorganisation „Badil“ schrieb, das israelische Rückkehrgesetz, das nur Juden die Einwanderung nach Israel gestatte, etabliere de facto eine „jüdische Nationalität“, welche der israelischen Staatsbürgerschaft (die auch Palästinensern in Israel zustehe) überlegen sei.

"Bevölkerungsbombe"

Trotz dieser Gesetzgebung, die sich die „einzige Demokratie im Nahen Osten“ gegeben hat, sieht sich der israelische Staat bedroht – durch, wie manche Israeli sagen, eine „Bevölkerungsbombe“. Da die Geburtenzahl der Palästinenser wesentlich höher ist als jene der (jüdischen) Israeli, könnte schon im nächsten Jahrzehnt der Fall eintreten, dass Palästinenser im historischen Palästina die Mehrheit bilden. Deshalb hat Israel nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion beschlossen, möglichst viele russische Juden nach Israel zu locken. Eine Million Menschen kamen, aber nicht alle von ihnen waren, sagen übereinstimmend viele Beobachter, auch wirklich russische Juden.

Seinerzeit errichtete der „Jüdische Nationalfonds“ sogleich Büros in der ehemaligen Sowjetunion. Diese hatten die Aufgabe, möglichst viele Juden zur Einwanderung nach Israel zu bewegen. Dass die Vertreter des Fonds dabei zuweilen relativ grosszügig vorgingen, wenn der Nachweis erbracht werden sollte, ob ein Auswanderungswilliger auch wirklich Jude war, gilt heute auch in Israel als gesichert.

Man wollte keinen Staat, in dem Juden und Araber zusammenleben

Eines der „Facts on the Ground“, eine der Tatsachen, die das Leben im historischen Palästina bestimmen werden, kann Israel trotz seiner Siedlungsbau- und Vertreibungspolitik also kaum ändern – es ist die demographische Entwicklung. Als Gegenmittel verfolgt Israel die Politik, möglichst viel palästinensisches Land unter seine Kontrolle zu setzen und die Palästinenser in die Städte zu treiben, die dann mit Mauern umgeben werden.

Ist der Zionismus – die Bewegung also, die den Juden einen eigenen Staat bescheren sollte – von vornherein ungerecht? Das Streben der europäischen Juden nach einer eigenen „Heimstatt“ (so die Balfour-Erklärung von 1917) war durchaus berechtigt. Diskriminierung in Mittel- und Westeuropa, Pogrome im Zarenreich legten eine starke Grundlage für das Streben nach einer aussereuropäischen „Heimstatt“. Doch der Zionismus hat sich unter allen israelischen Regierungen – ob Likud oder Arbeitspartei – so entwickelt, dass ein friedliches Zusammenleben mit den Palästinensern ausgeschlossen war. Man wollte einen jüdischen Staat, nicht aber einen Staat, in dem Juden und Araber zusammenleben. In Israel haben manche schon ein „post-zionistisches Zeitalter“ ausgerufen – eine Ära also, in welcher der Zionismus sein Ziel erreicht habe. Doch die Realität zeigt, dass der Zionismus noch immer aktiv ist, indem seine Protagonisten palästinensisches Land in Besitz nehmen.

"... wird sich Israel selbst zerstören"

Kluge Köpfe wie die jüdische Philosophin Hannah Arendt warnten früh, noch vor der Gründung Israels, vor der Etablierung eines jüdischen Nationalstaates nach europäischem Vorbild. Dieser werde den Antisemitismus nicht besiegen, er werde den Interessen der Arabern nicht gerecht; ein solcher jüdischer Nationalstaat werde deshalb dazu führen, dass sich Israel stets in einer „Wagenburgmentalität“ befinden und danach handeln werde. Vielmehr plädierte Arendt – die die Einwanderung von Juden nach Palästina durchaus befürwortete – für einen binationalen, für einen jüdisch-arabischen Staat.

Genau einen solchen Staat wollen bisher alle israelischen Regierungen verhindern. Wohin treibt Israel mit einer solchen Politik?

Graffito in einem palästinensischen Lager
Graffito in einem palästinensischen Lager

Der israelische Journalist und Friedensaktivist Uri Avnery schrieb im Mai 2012: "Israel steuert auf einen Eisberg zu, auf einen grösseren als einer von denen, die auf dem Weg der Titanic schwammen. Er ist nicht verborgen. Alle seine Teile sind von weitem sichtbar. Und wir segeln geradewegs mit Volldampf auf ihn zu. Wenn wir den Kurs nicht ändern, wird sich der Staat Israel selbst zerstören – er wird sich erst in ein Apartheidstaat-Monster vom Mittelmeer bis zum Jordan verwandeln und später vielleicht in einen binationalen Staat mit arabischer Mehrheit vom Jordan bis zum Mittelmeer."

Lesen Sie die ersten Teile dieser Serie und klicken Sie auf untenstehende Titel:

Teil eins: Kreuz und quer durch Palästina

Teil zwei: Expedition in ein besetztes Land

Teil drei: Palästina, Land ohne Recht

Teil vier: Israel: Land ohne Grenzen

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Kommentare

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Herr Flottau

„…..dass Palästinenser im historischen Palästina die Mehrheit bilden.“

Wenn Sie vom „historischen Palästina“ sprechen, was genau meinen Sie dann?

Auf der amerikanischen Homepage der PLO umfasst dieses Kunstgebilde exakt das heutige Staatsgebiet von Israel, inklusive WJL und Gaza. http://www.plomission.us/uploads/Historic%20Compromise%20map.jpg

Dieses exakt umrissene homogene Gebiet gab es in dieser Form vor dem UN Teilungsplan aber gar nicht. Und was es nicht gab, kann nicht historisch sein. Aber auf der Basis dieser verlogenen Karte wird munter weiter argumentiert: Nach dem UN Teilungsplan wären noch 44% vom „historischen Palästina“ geblieben usw.

Der üblicherweise nicht zimperlich mit Israel umgehende Guardian zitiert Ismael Haniyeh: „.. er gelobte, Israel niemals anzuerkennen und beanspruchte das gesamte historische Palästina für die Palästinenser. „Palästina vom Meer bis zum Fluss, wir werden es nicht aufgeben“, http://www.guardian.co.uk/world/2009/dec/28/hamas-birthday-celebrations

Wie britische Historiker und Geographen über das historische Palästina berichteten, ist in der online Ausgabe der „1911 Classic Encyclopedia (britannica)“ nachzulesen. http://www.1911encyclopedia.org/Palestine

Ich kann da beim besten Willen nicht DAS historische Palästina entdecken, welches von den Hassern Israels, die gleichzeitig die Freunde der Palästinenser sind, so gerne so gerne auf ihren Fahnen geschrieben werden.

Lügen Herr Flottau, nichts als Lügen!

Herr Russak, ich staune, dass Sie mit den rechthaberischen Ewiggestrigen in diesem Artikel diskutieren. Diese Leute verhalten sich sektiererhaft und lassen strikt nur die eignene Meinung und eigenes, wenn auch krummes Wissen gelten. In diesem Fall ist es der von ihnen wohl mit der Muttermilch aufgenommene Hass auf Juden.

Tja, Herr Russak, ich kapituliere vor Ihrer geballten Weisheit! Dies, obwohl Ihre Beleidigungen und Unterstellungen in literarischer Hinsicht durchaus einen gewissen Unterhaltungswert haben. Das mit dem ejakulierenden Israelkritiker ist wirklich originell.

Lieber Herr Kühne, ihrer Bücherauswahl in Ehren, doch sie verrät, wessen Geisteskind sie sind. Wie wärs mit Literatur von Bernard Lewis (der grosse alte Mann der Orientalistik und der Islamwissenschafter, Bassam Tibi (Professor in Göttingen), Benny Morris "1948", Fuad Ajami (professor in Princeton), Sari Nusseibeh (Professor in Jerusalem und Mann der Vernunft), Oriana Falacci, Hans Peter Raddatz "Allah und die Juden", Efraim Karsh, Brigitte Gabriel (eine christliche Libanesin), David Pryce-Jones "The closed circle", Samuel H. Huntington "Kampf der Kulturen", Walter Laqeur "Geschichte des Zionismus", Friedrich Dürrenmatt "Zusammenhänge", Tilman Tarach "Der ewige Sündenbock" etc.

Mist wie die Tochter eines grossartigen Mannes und Zionisten wie Heinz Galinsky s.A. ,vom dessen Namen sie zehrt und sein Vermächtnis sie verfälscht (ich sehe das als eine Art Leichenfledderei) oder einen selbsthassenden Juden wie Ilan Pappe, der schon aus Universitäten herausgeflogen ist, sind für einen "Israelkritiker" eine Art Ejakulation, mit der das Motto "die Juden sagen ja dasselbe wie ich" bestätigt wird.

Lesen sie bitte Seriöses.

Gruss, Paul Uri Russak

OK, Herr Russak, dann also Exil-Zürcher und Zionist der 3. Garde: Indem Sie die Schrift in Ihrem Beitrag vergrössern, wird dessen Inhalt nicht glaubwürdiger und indem Sie Hitler und seine Kumpane ins Spiel bringen kommen Ihre verzweifelten Anschuldigungen noch hilfloser daher. Als Eränzung zu Herrn Flottau's Berichten noch drei Buchempfehlungen:

Harald Neidfeind: "Der Nahostkonflikt" Evelyn Hecht-Galinski: "Das elfte Gebot: Israel darf Alles" Ilan Pappe: "The ethnic cleansind of Palestine"

Wie sagte doch Moshe Dayan einst: "Alle unsere Siedlungen sind erbaut auf den Ruinen palästinensischer Dörfer. Ja, wir haben sie nicht nur ausradiert bis auf den Boden, sondern auch ihre Namen aus der Geschichte getilgt. Sie haben also triftige Gründefür den Kampf, den sie gegen uns führen. Unser Problem ist nicht, wie wir sie loswerden sollen, sondern wie wir mit ihnen leben können. Wenn ich selbst ein Palästinenser wäre, wäre ich wahrscheinlich ein Fatah-Kämpfer."

Lieber Herr Kühne,

  1. ich bin Exil-Zürcher und Zionist, schon des Alters wegen, eher der 3. Garde.
  2. ich fühle mich in Israel ganz und gar nicht im Exil, sondern mindestens so zu Hause, wie in Zürich, wenn nicht mehr. Auch fühle ich mich ganz und gar nicht als Täter von irgend etwas, sondern als Teilnehmer des wohl erfolgreichsten sozialen Projektes der letzten hundert Jahre, nähmlich Israel als Heimat der Juden wieder zu re-etablieren, also Zionismus. Ihren Zeilen entnehme ich, dass sie vorziehen Juden als Opfer zu sehen - etwas, das Leute wie sie während der Hitlerzeit mit Wonne beobachtet haben. Allerdings stimmte es auch damals nur zum Teil. Juden, die sich verteidigen, sind heute wieder vielen ein Dorn im Auge.

Ihr Paul Uri Russak

Der Augenschein aus Palästina, scheint mir der etwa wahrgenommen durch Hühneraugen?

An Anonymous, 15. Oct., 12:27 Wenn jemand dermassen Tatsachen verdreht und lügt, dann muss er doch ein wenig Kritik ertragen, gelle?

Nach erneuter Prüfung der 5 Hassberichte über Israel, stelle ich fest: alles Plattitüden, die von bereits veröffentlichten Berichten stammen. Dazu tatsächlich Wortgebilde, die fast denen von Julius Streicher nachempfunden sind. Im Prinzip ist der ganze Bericht ein PLAGIAT. Aehnlichen Unsinn kann man auch in diversen anderen Berichten lesen. Und in der Presse von Hitzbollah, Hamas, Islambrüder, Iran PLO und anderen Terrororganisationen.

Abschliessend, es geht Heike Fladder nicht um Palästina, sondern nur darum, gegen Israel zu berichten.

Die Berichte von Herrn Flottau bringen die Situation im Israel-Palästina-Konflikt auf den Punkt. Dass dies Herrn Russak (Exil-Basler und Zionist der 2. Garde) ärgert, kann in seinen Reaktionen nachgelesen werden. Er kämpft mit einer bedauernswerten Hilflosigkeit an der Seite einer Nation, die vom Opfer zum Täter geworden ist.

Lieber Kollege Flottau,

Ich muss ihnen einfach leicht auf die Finger hauen. Was sie hier geschreiben haben ist das Resultat eines oder einiger Heiliglandbesuche durch einen Rapporteur, der vorbelastet durch fehlendes Hintergrundwissen Berichte ohne Bezug zu irgendeinem Kontext schreibt. Vielleicht, weil viele seiner Gesprächspartner auf Gespräche mit sympathischen Gutmenschen gedrillt sind und brav die erwarteten Antworten geben. Vielleicht, weil sie ihre Reise praktisch ausschliesslich auf Palästina beschränkt haben, wird gerade der Kontext zu Juden und Israel auf Israels Negativstes beschränkt, genau so wie Kontext in diesem Zusammenhang in der Mehrheit aller Berichterstattungen unterdrückt wird. Als hätte es nie palästinensischen Terror und Pogrome gegen Juden (nicht nur erst seit der Staatsgründung Israel 1948, sondern schon viele Jahrzehnte davor), keine von Arabern ausgelöste Kriege, ohne den Hitlerfan al-Hussein, Grossmufti aus Jerusalem und viel unerwähntes mehr gegeben. Zur Not wird noch Uri Avneri auf die Tastatur genötigt, um wenigsten einen jüdischen "Zeugen" zu haben, nach dem klassischen antijüdischen Motto "ja die Juden sagen das ja auch", eines der zwei antisemitischen Standard-Mottos. Das andere ist „ich habe jüdische Freunde“.

Sollten sie, Herr Kollege, meine Journal21 Beiträge gelesen haben, werden sie wissen, dass ich alles andere als ein Anhänger der nationalistischen Politik der gegenwärtigen Regierung Israels bin. Diese ist, so bin nicht nur ich überzeugt, ein Produkt langjähriger arabischer Feindschaft. Es heisst ich sei ein schröcklicher Linker, ich war in meiner Jugend sogar Marxist, doch heute geheilt. Heute bin ich mehr als je der Überzeugung, dass Israels Existenz unantastbar ist, das diese Existenz, der Zionismus, als Resultat der jüdischen Schicksalsgeschichte, an denen auch die arabische Welt und muslimische Politik mitgemischt hat, zu verstehen ist. Eine Alternative gibt es nicht. Auf den Punkt gebracht versuchen sie mit Ihren Jeremiaden über die ach so armen, wenn auch von der UNO, EU und USA sehr gut bezahlten Palästinenser, ganz einfach Israel das Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen.

Gestatten sie mir bitte abschliessend die Frage, warum sie sich ausgerechnet den relativ doch bescheidenen Krisenherd Palästina-Israel als Thema ausgesucht haben. Gibt es doch unvergleichlich viel schlimmeres aus dem Sudan (Nord und Süd), aus Afghanistan, Syrien, Jemen, Irak und eben Iran, Nigeria usw. zu berichten, wo der Islam Menschenrechtsverletzungen ausführt, die weit über denen (ich gebe zu, es gibt sie) stehen, die Israel ausüben soll - aber dennoch relativ wenig Aufmerksamkeit in den Medien finden. Könnten es die Ungefährlichkeit, die kurzen Distanzen und die israelische Pressefreiheit und der luxuriöse Komfort Tel Aviv’s sein, der Reportagen aus Palästina und Israel so populär machen? Ganz im Gegensatz zu anderen Ländern im Mittleren Osten. Die Karl May-Romantik der arabischen Welt ist doch seit bald hundert Jahren einem totalitären reaktionären, korrupten und gewalttätigen Islam gewichen, der den Anschluss an die zeitgemässe Welt verpasst hat und diese so schnell auch nicht finden wird. Und, bitte stellen sie dem nicht dem eiskalten arabischen Frühling entgegen.

Übrigens, haben sie bei ihren Besuchen in Palästina einmal darüber nachgegrübelt, ob die dortige Bevölkerung und ihre Führer, sich je überlegt haben, für ihr eigenes Tun und ihre eigene Zukunft, selbst Verantwortung zu übernehmen, statt alles ihrem Watschenmann, Israel, anzulasten?

@Susya Bar Dror: und damit hoffentlich auch ihre faschistoiden, rassistischen und beleidigenden kommentare. es würde ihnen warscheinlich gut tun, sich mal mit ihrem irrationalen hass auf andersdenkende auseinanderzusetzen!

64 Jahre arabische Ablehnung Israels.

Fünf mal durfte also Heiko Flottau für seine sog. Analysen den Journal 21 entwürdigen und in widerlicher Weise Israel pausenlos als Sündenbock für alles Uebel im Nahen Osten darstellen. Aktion durfte er mit Reaktion vertauschen, genau wie es in den Propaganda-Werken der professionellen Israel-Gegner ständig sichtbar ist. Er übergeht die instruktive Tatsache, dass das Begehren «Die Besetzung muss ein Ende haben» für Gaza realisiert wurde. Er verschweigt, dass statt einer konstruktiven Kooperation mit Israel die niederschmetternde Antwort aus Gaza bis zum heutigen Tage hiess: 13 000 Raketen auf zivile Ziele Israels, begleitet von den Rufen zu dessen vollständigen Vernichtung .

Es ist weder kreativ, hilfreich, noch korrekt die geschichtlichen Tatsachen zu übergehen: So etwa 64 Jahre arabische Ablehnung des von der UNO anerkannten Existenzrechts Israels; der zur Vernichtung bestimmte Angriff auf Israel durch fünf arabische Staaten, einen Tag nach der 1948 erfolgten Staats-Gründung. Aber auch spätere periodische Vernichtungs-Kriegsangriffe, gefolgt von den beiden Intifadas mit dem Ziel, Zivilisten umzubringen, Männer Frauen und Kinder, zum Beispiel mit Bomben, zur grausamen Wirkungsverstärkung bestückt mit Schrauben, Muttern und Nägeln aus Stahl. Und dann noch jetzt, zugegebenermassen an Stelle eines Kriegsangriffes, ein arglistiger Feldzug zur Isolierung, Delegitimierung und Diabolisierung Israels.

Für jeden Kenner der Wahrheit ist aber erschütternd, wie auch durch den fachmännischen Helfer Flottau verstanden wurde ein Nebenproblem zum Hauptproblem aufzublasen, durch Fürsprache für eine judenreine biblische Gegend, hemmungslos nach dem System „300‘000 besiedelnde Juden bedrohen 2,5 Millionen Araber“.

ROGER GUTH

Ist es die Angst? Eine Jahrtausend-Paranoia? Eingenistet durch Verfolgung, Vertreibung und grausamster Vernichtung? Ein Volk will überleben! Keine Frage! Ja, es muss! Auch muss es unser aller Anliegen bleiben, dem jüdischen Volk beizustehen und ihren Bestand als Nation zu sichern. Nun, wo liegen sonst noch die Ursachen für zum Teil irrationales Verhalten aller dieser Problematik gegenüber? Amerika hat alle vier Jahre Präsidentschaftwahlen, das darf man keinenfalls vergessen. England schämt sich leise für die damalige Grenzziehungen auf dem Reissbrett ( Die Kurden haben sie ja ganz vergessen ) Deutschland kann durch seine History nur leise und zaghaft Stellung nehmen, was durchaus verständlich ist. Wo liegen nun aber die Lösungsansätze? Das Idealste wäre ein Israel-Palestina durch "Kooperation" und "Akzeptanz" zweier souveräner Staaten mit einer gemeinsamen Armee und gemeinsamer Sicherheitsinteressen aber mit getrenntem Rechtsstatus .d.h.je eigene Verwaltung und eigene Justiz. Wirtschaftlich und touristisches aufblühen würde die Zukunft sichern und die Gegend stabilisieren. Einzig die Rückkehr der vertriebenen Palestinenser wäre da noch ungelöst. Sollte die Menschen wirklich nicht vom Affen abstammen, wie es einige behaupten, müsste doch auch für dieses Problem eine vernünftige Lösung gefunden werden. Gespräche mit Jordanien oder Teile des Sinai bieten sich geradzu an. Die Hoffnung darf nicht aufgegeben werden denn.... sie lebten ja schon mal eine zeitlang fast friedlich mit und nebeneinander! Könnte möglicher Weise wieder gehen...oder etwa nicht?

Tatsächlich, für Israel ist die 2-Staatenlösung eine Illusion. Die Palästinenser waren nie an einem Frieden interessiert, sondern an einem Palästina ohne Israel und ohne Juden. Frieden mit Juden gibts nämlich im Koran nicht!

Trotzdem, die üble Defamierung und Delegitimierung von Flodder ist mit seinem 5. Erguss endlich zu Ende. Flodder ist als Journalist nahezu unbekannt. Er hat seine Anhänger unter den Israel- und Juden-Hasser. Davon lebt er.

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Das Historische Bild

Vor 50 Jahren, am 28. September 1966, starb André Breton. Er gilt als der wichtigste Vertreter des Surrealismus in Frankreich. Im 9. Arrondissement in Paris trägt ein Platz seinen Namen. Ursprünglich wollte André Breton, geboren 1896, Arzt werden. Aber seine Begegnungen mit Paul Valéry, Stéphane Mallarmé und Guillaume Apollinaire führten dazu, dass er sein Medizinstudium abbrach, um freier Schriftsteller zu werden. 1919 gründete er zusammen mit Louis Aragon und Philippe Soupault die Zeitschrift Littérature, die sich zunehmend dem Dadaismus öffnete. 1924 verfasste Breton auch unter dem Einfluss surrealistischer Maler wie Max Ernst und Salvatore Dali das „Manifest des Surrealismus“. Ursprünglich stand diese Bewegung dem Sozialismus nahe, aber 1935 brachen Breton und einige seiner Freunde mit der kommunistischen Partei Frankreichs. Während des 2. Weltkrieges emigrierte Breton mit finanzieller Unterstützung von Peggy Guggenheim zusammen mit seiner 2. Frau, der Malerin Jacqueline Lamba, nach New York. Der Begegnung mit ihr widmete Breton sein vielleicht erfolgreichstes literarisches Werk, L´Amour fou. Nach dem Krieg kehrte Breton nach Paris zurück und blieb dem Surrealismus, der bereits seinen Zenit überschritten hatte, verbunden. André Breton trug im Laufe seines Lebens die bedeutendste Privatsammlung surrealistischer Kunst zusammen. Nach seinem Tod wurden zahlreiche Werke versteigert. Das Centre Pompidou hat einen Teil der Sammlung erworben und stellt sie in einem eigens dafür eingerichteten Raum aus. (Foto: Keystone/STR) Mehr…