Die Eurorealisten treten endlich an

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Die Eurorealisten treten endlich an

Von Gastkommentar, 15.10.2014

Warum die Schweiz in die EU gehört. Gedanken eines Befürworters

Von Daniel Woker

Ob Libero, CH-in-Europa.ch, Nomes oder Club Helvetique: Was zählt, sind aktiver Widerstand und fundierter Gegenstoss angesichts der rechtsnationalen Rumpelstilzchen und der politischen Euroangsthasen, welche die Diskussion um das schweizerische Verhältnis zu Europa bislang dominierten.

Weder bloss europhil noch naiv enthusiatisch sind jene Schweizer, die wissen und belegen können, dass unser Land nur mit, und in Europa überlebensfähig ist.

Negative Folgen

Eurorealisten sind sie vielmehr , da sie - offensichtlich wie eine Mehrheit aller Schweizer - wissen, was für eine Katastrophe der Wegfall der Bilateralen für die Schweiz wäre. Wie negativ für die schweizerische Wirtschaft sich ein Rückfall in alte Zoll- und Handelsregime innerhalb unseres Hauptmarktes Europa auswirken würde.

Sie realisieren, dass die Zugehörigkeit zu Schengen der Schweiz (europaweiter Markt) und den Schweizern (europaweiter Freiraum) grosse Vorteile bringt. Dass das Jahrzehnteproblem Immigration in und nach Europa nur im europäischen Verbund und nicht im nationalen Alleingang einigermassen in den Griff zu bekommen ist.

Dass der Euro längst zum schweizerischen Parallelgeld geworden ist - mit festemWechselkurs und als Präferenzwährung der Exportwirtschaft und des Tourismus.

Fortschritte und Rückschritte

Dass die Schweiz im 21. asiatisch geprägten Jahrhundert nur als Teil von Europa an grossen globalen Entscheiden aktiv teilhaben kann, welche auch, und gerade uns als mittelgrossen, auf internationalen Verkehr in allen Bereichen angewiesenen Staat betreffen.

Eurorealisten eben, wie viele in der Schweiz in einer nicht weit zurückliegenden Vergangenheit. So etwa der schweizerische Bundesrat, als er 1990 das Beitrittsgesuch in Brüssel deponierte. Und auch die damalige Freisinnige Partei der Schweiz, welche den EU-Beitritt in ihrem Programm verankerte.

Was ist seither geschehen? Sicher, der Weg zur europäischen Einheit ist lang, schwierig und ein Auf und Ab von Fortschritten: Bildung der Europäischen Union; Schaffung einer Einheitswährung; Einleitung einer Fiskal- und Bankenunion. Dazu kommen Rückschritte: zäher Demokratiefortschritt der Union; Eurokrise; nationalistischer Vormarsch in Teilen von Osteuropa (Ungarn!), Grossbritannien, Frankreich und anderen Schlüsselländern der Union.

Vereinfachung, nicht Bürokratie

Aber die drei Säulen der europäischen Einigung stehen und sind solide verankert. Europa als Friedensprojekt, zu Recht mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, ist ebenso historisch relevant (deutsch-französische Einigung, Einfügung von Grossbritannien in Europa) als auch noch heute von grosser Bedeutung (Verankerung von Rechtsstaat und Menschenrechten in vor kurzem noch totalitären Staaten Osteuropas).

Europa als Plattform von Zusammenarbeit angesichts von Herausforderungen welche offensichtlich nur gemeinsam angegangen werden können, wie die bereits erwähnte Immigration. Zusammenarbeit auch bei der Vereinheitlichung von 28 - mit den EU-Aussenseitern Schweiz, Norwegen und Island 31 - Regeln welche von Lebensmitteln zum Transport gefährlicher Stoffe reichen. Dies ist nicht Bürokratie sondern bedeutet im Gegenteil Vereinfachung und besserer Schutz jedes einzelnen Europäers.

Die Kleinheit Europas

Die EU schliesslich als Vertretung von Europa am globalen Präsidialtisch. Im Zeitalter der Verschiebung der stategischen Gewichte vom Nordatlantik in den Grossraum Asien-Pazifik droht unsere Kontinent, mit 2% der Erdoberfläche und unter 5% fallendem Anteil an der Weltbevölkerung zum Anhängsel der asiatischen Landmasse zu werden. Bereits in mittelfristiger Zukunft wird allein die EU, als weiterhin grösste Wirtschaftsmacht der Welt europäische Interessen, und auch europäische Wertvorstellungen, mit genügend Gewicht und evidenter Tiefe global glaubwürdig ver treten können.

Das real existierende Europa ist indes nur zu einem kleinen Teil verantwortlich für Angst, Unwissen, Ignoranz und Herablassung gegenüber der EU, welche das Europaverständnis von vielen, zu vielen Schweizern prägt. Primär verantwortlich ist eine seit rund 25 Jahren laufende Kampagne, geführt vom Grossmaul aus Herrliberg und den Milliardenvermögen eines kleinen Kreises innerhalb der SVP, welche mit gleichgeschalteten Kohorten zunächst die knappe ablehnde Mehrheit anlässlich der EWR-Abstimmung gekauft hatten, dann immer weitergehendere Initiativen, allesamt xenophoben und europafeinfeindlichen Inhalts lancierten und finanzierten.

Ihren Höhepunkt erreichte diese Kampagne mit der Masseneinwanderungsinitiative vom 9. Februar 2014, welche das für Europa fundamentale Prinzip der Freizügigkeit aushebelt. Ähnliche Angriffe auf schweizerische Grundwerte, wie den Vorrang von gültigem Völkerrecht vor neuem nationalem Recht sind bereits angekündigt.

Gefährlicher Nationalkonservatismus

Ja, die Mehrheit in unserer direkten Demokratie hat immer Recht, manchmal aber täuscht sich ‘das Volk’, was dann anlässlich weiterer Abstimmungen korrigiert werden muss. So passiert in zahlreichen Beispielen von der Sommerzeit bis zum Frauenstimmrecht. Es ist zu erwarten, dass auch die im aktuellen Europa der Freizügigkeit schlechthin unmögliche Neukontingetierung der europäischen Binnenwanderung durch die Schweiz mit einer Volksabstimmung korrigiert werden wird.

Gefährlich ist nicht nur die direkte Einwirkung der Nationalkonservativen auf die schweizerische Politik. Potentiell schlimmer ist der Versuch der erwähnten Kleingruppe, meinungsmachende Medien aufzukaufen und in ‘their master’s voice’ umzufunktionieren. So geschehen mit der ‘Weltwoche’, der ‘Basler Zeitung’ und Zürcher Regional-TVs; Angriffe auf die NZZ sind belegt.

Unsägliche Diskussionen

Höchste Zeit also, für jene die sich über den in der Europapolitik speziell evidenten Rechtsrutsch in der Schweiz Sorgen machen, aus Berufsleben, Ruhestand und Studium heraus, und in die politische Arena hinein zu steigen.

Höchste Zeit, wie sich anlässlich einer kürzlichen SRG-Areana zeigte, als allein der Europakenner Thomas Cottier und, ausgerechnet, BDP-Präsident Landolt mutig genug waren, zwingende europäische Pflichten auch der Schweiz, damit die Unsinnigkeit der Masseneinwanderungsinitiative, klar darzustellen. Ausgerechnet Landolt, oder vielleicht auch gerade Landolt, der als Präsident einer von der SVP abgespaltenen Partei deren innerparteiliche Mechanism genau kennt. Welche er, zusammen mit SP-Präsident Levrat, ja auch als braunem Gedankengut nahestehend bezeichnet hat.

Gegenpositionen

Wie der ehemalige TA-Redaktor Jürg Schoch in dieser Zeitung aufgezeigt hat, bedeutet dies nicht, dass die SVP eine faschistische Organisation ist, wohl aber teilweise faschistoides Gedankengut vertritt und sich entsprechender Methoden bedient.

Höchste Zeit auch, weil sich anlässlich der genannten ‘Arena’ zeigte, wie stark sich auch aufrechte Mittepolitiker zumindest in der Europapolitik in die Rolle des von der Schlange gelähmten Kaninchens haben hineindrängen lassen. So nachgewiesen vom scharfsinnigen Analysten der Schweizerseele Daniel Binswanger im TA-Magazin, der meisgelesenen seriösen Publikation der Schweiz.

Die eingangs genannten Vereinigungen von Eurorealisten - Club Helvetique, Operation Libero, CH-in-Europa, Nomes, (Darlegung der Intressenbindung: der Schreibende ist Mitglied rsp. Unterzeichner von allen 4) - bilden ein heterogens Ganzes und sind sich, auch intern nicht immer einig genau wann, was und wie vorgeschlagen werden soll: Absoluter Vorgang der Bilateralen, EU-Beitrit erwähnen und wenn ja wann, Fokussierung auf Europa oder weiterer Winkel auf eine global offene Schweiz.

Rechtsnationale Gefilde

Einig sind sie sich indes, dass mit der am 9.2. 2014 erfolgten Einschränkung der Freizügigkeit eine Grenze überschritten worden ist. Dass der aussenpolitische und speziell der europapolitische Diskurs der politischen Schweiz sich in gefährlich rechtsnationale Gefilde hat abdrängen lassen. Darum treten sie an.

Auf das an dieser Stelle zweifellos einsetzende Geheul der Europhobiker von einer europhilen und abgehobenen Elite, welche am Volk vorbei politisiert, kann mit einem simplen Satz geantwortet werden: Wer, wenn nicht die europhobe Rechte, wird wohl von einer Elite dirigiert? Einem kleinsten Kreis von Geldgebern und den nationalistischen Flötenklängen eines einzigen Rattenfängers von Herrliberg nämlich.

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Kommentare

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Ich halte das weitere Befürworten für ein offensichtlich scheiterndes Projekt wie die EU es ist, angesichts der Bereitschaft ganz Europa unter dem Regime der USA in einen Krieg mit Russland hinein zu manövrieren, um das Versagen der EU und den dadurch verursachten Niedergang Europas zu vertuschen, für total verantwortungslos.
Das ist jetzt kein Spiel mehr, Herr Woker. Kein Journalist der sich damit profilieren will das er mit EU-Neusprech die Tatsachen permanent umgekehrt schildert als sie sich tatsächlich zeigen, tut der Menschheit damit einen gefallen.
Die EU hatte lange genug Zeit sich selbst als etwas Positives für die Bürger Europas zu profilieren. Was daraus inzwischen geworden ist, kann man nicht mehr schönreden. Die EU geht unter der Führung von USA gefährliche Wege.
Kann man nicht endlich damit aufhören die alten Geschichten zu wiederhohlen - und damit immer wieder dasselbe Elend über die Menschheit zu bringen?

Herr Woker, Sie liegen wieder einmal falsch. Macht aber nichts, denn der mündige Schweizer Stimmbürger hat das EU Spiel längst durchschaut.

Träumen Sie ruhig weiter. Derweil dreht sich die Welt munter weiter. Hier in Asien reibt man sich die Augen über so viel Selbstzerstörung innerhalb der EU.

"Europa" ist wirtschaftlich übrigens nur in der Form einzelner Staaten wirklich stark.
Die Brüsseler Kloake bringt viele EU Staaten an den Rand des Ruins. Und dafür kämpfen Sie, Herr Woker? Think again.

England wird wohl aus der EU aussteigen und dadurch möglicherweise ein interessantes Dominospiel in Gang setzen. Mit oder ohne Cameron.
Dass die EU Machthaber einen Krieg mit Russland riskiert haben, nur um die Ukraine zwecks Vergrösserung (und damit Vertuschung der wirtschaftlichen Unfähigkeit) in die EU zu bekommen, spottet dem ehemaligen Friedensprojekt. Der Nobelpreis verkommt auch hier zur Farce.

Die Schweiz gehört zu Europa, die EU hingegen nicht.

Nach dem Lesen der diversen Kommentare kann ich nur eines sage: ich bin stolz auf die kompetenten Bürger und stolz Schweizer sein zu dürfen.

Ergänzung zu meinem Kooment. Nach gelinde gesagt fehlt das Wort einfach!

Herr Woker, den Wotschatz den Sie für Ihre "Gegner" verwenden ist gelinde gesagt
(getrofffene Hunde bellen). Ich arbeitete als Selbstänger (KMU betonung auf K) viele Jahre im Ausland und insbesonder in Deutschland gearbeitet und wohlvertstanden ohne bilaterale Verträge. Kontakte insbesondere zu deutschen Bürgern sind noch in Takt, als Sie und auch Andere Personen überschätzen die "Bilateralen" gewaltig.
Was in der EU-Zone seit Jahren abläuft ist gelinde gesagt Grössenwahnsinn.Zudem ist es erschrecken wie das durch die Realwitrschaft verdiente Geld geradezu aus dem Fenster geworfen wird, zentralisiert wird ist gelinde ausgedrückt absurd. Zu Ihren von mir negativ beurteilten Höhhenflügen hier nur eine Empfehlung: Lesen sie das Buch "die vereinigten Staaten von Europa von OLiver Janich, Europa vor dem Crashvon MichaelGrandt und Gerhard Spannbauer und Udo Ulfkotte etc. Dann geht Ihnen, so hoffe ich, ein Licht auf. Als streuen Sie dem Bürger nicht Sand in die Augen und bleiben Sie auf dem Realboden

Man muss Hern Woker zugutehalten, dass er soviel "Füdli" besitzt, eine aussichtslose Position zu verteidigen.
Der Inhalt seiner Polemik besteht allerdings grossteils wie gewohnt nur aus den altbekannten,langweilenden Kampfparolen gegen diese eine Partei und deren Exponenten.
Wann begreift dieser Herr endlich, dass er besser Überzeugungsarbeit leisten würde,als auf Andere einzudreschen? Oder fehlen die überzeugenden Argumente tatsächlich, sodass nur diese widerliche Knüppelei übrigbleibt?

Um sich ein realistisches Bild zu machen ob die Schweiz zu einer Organisation angehören soll, muss man zuerst mal herausfinden was dies für eine Organisation ist und ob die Schweiz dazu passt.

Um was handelt es sich bei der EU?
Die EU ist eine uralte Idee, die zum ersten Mal im Jahr 800 auftauchte, dann wieder bei Napoleon und letztlich bei Hitler.
Sämtliche Pläne zu einer Zusammenschließung scheiterten. Als das Nazireich endete, gab es eine Gruppe von Personen aus dem Chemiekartell vor allem aus IG Farben (Judenvergasung), die nach ihrer Freilassung aus dem Knast die EU planten, was zu den EWG Verträgen von 1957 führte und letztlich zur Gründung der EU. Diejenigen die die Verträge schrieben, waren also nachweislich verurteilter Massenmörder.
Die diktatorische Grundstruktur, der EU ist von Beginn weg eingeplant worden. So ist es heute nicht möglich die oberste Führung direkt zu wählen. Noch ist es dem Volk möglich auf Themen einzugehen. So brachte es nichts als 1'000'000 Bürger mit Unterschriften dagegen waren, dass die Wasserprivatisierung gestoppt wird. Also Demokratie stelle ich mir anders vor.
Der absolute Gipfel für ein christlich geprägtes Land war der Bau des EU Gebäudes in Brüssel, dass dem Turm von Babel nachempfunden ist und somit den Kampf gegen die Schöpfung schon mal fest im System eingebaut hat. Die Eu steht nicht für die Schöpfung.

Während die EU immer mehr Macht erhält, bzw. durch EMS, verlieren die Staaten immer mehr Einfluss, vor allem bei den Finanzen.
Seit 2007 merken unzählige Staaten, dass die Gemeinschaftswährung nicht funktioniert, was allerdings von unzähligen Ökonomen noch vor der Gründung des Euros voraussagten und somit die Politiker die Bürger absichtlich ins offene Messer laufen liessen.

Der Grund für die Eurokrise ist, die Staatsschulden der Länder sind zu hoch und die einzelnen Staaten müssten unterschiedliche Zinsbeträge zahlen und können die Währung jedoch nicht abwerten oder aufwerten.
Seit 2007 redete man viel was zu tun sei, getan hat man nichts. Die EZB hat zwar ein gigantisches Konto für Bankenrettungen aufgebaut (mittels erneuten Staatsschulden versteht sich), dieses Konto wird nun nach und nach auch für andere Zwecke missbraucht, z.B. für Infrastruktur.
Die Politiker informierten das Volk nie ehrlich, wie es um die EU steht. Mittlerweile vergingen 7 Jahre und die EU hat wie ein Schneepflug ihre Probleme vor sich hergeschoben, bis sie irgendwann unlösbar werden und in einer Währungsreform, und letztlich in einem Bürgerkrieg endet.

Als wäre all dies nicht schon schlimm genug, kreiert die EU geheime Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA, die praktisch die Gerichte und Staaten in ihre Bestandteile auflösen, weil Vertragsklauseln den Konzernen eine nie da gewesene Macht in die Hand geben.
Es gibt Leute die Faschismus als ein Zusammenschluss von Politik und Konzernen unter Ausschluss des Volkes definieren. Und so ein abscheulicher Koloss baut sich gerade vor unseren Augen auf. Das sind Chlorhänchen noch das geringste Übel. Konzerne werden mit den Regierungen umspringen wie der Torero mit dem Stier. Nur dass der Stier keine Hörner mehr hat.

Also ehrlich, wer nach unter Berücksichtigung aller Fakten immer noch in die EU will, leidet gewaltig unter akuten Realitätsverlust oder man wurde als Journalist mit Beträgen bestochen (siehe gekaufte Journalisten, von Udo Ulfkotte).

Der einzige Weg für die Schweiz ist, exakt wie im 1. und 2. Weltkrieg einigermassen neutral durchharren und sich durchschlängeln, bis Europa einen erneuten desaströsen und menschenverachtenden Irrtum begreift und dieser faschistische Koloss in sich zusammenbricht wie der Turm zu Babel.

Die "Eurorealisten" , wie zum Beispiel der Herr Woker, können es nicht erwarten, bis das Jagdrevier der Pleitegeier um die Schweiz erweitert wird. Als ob es nicht schon völlig genug wäre, das fast alle EU-Mitglieder einschließlich Deutschland mehr oder weniger erfolglos gegen die Pleite ankämpfen und auf Befehl der USA die eigene Deindustrialisierung vorantreiben..

Angesichts der vielen Europhoben sind die Europhilen sehr nötig. Natürlich sollte man wenigstens Eurorealist sein.

@Daniel Woker, René, Christoph, dann will ich Eure Ruhe hier mal etwas stören (Ps: lese Journal 21 u.a. wegen Réne Zeyer)

Mensch hat nicht nur eine linke Seite sondern eben auch eine rechte. Wie Sie sich denken können bin ich gegen einen EU Beitritt und dieser Artikel konnte das nicht ändern.

Wie hier beschrieben wird wollte man mit der EU einen Gegenpol zu bevölkerungsstarken Länder schaffen und Wirtschaftsmacht bleiben. Doch wie entwickelt und zeigt sich dieser „Gegenpol“? Ein Pol ist ein Anziehungspunkt. Dieser Punkt zieht aber nicht in eine andere Richtung, sondern immer noch in die gleiche, nur mit mehr Menschen. Einer der EU-Grundpfeiler heisst PFZ. Mit ihr ist der Mensch endgültig zur Ware verkommen, denn sie setzt ihn mit Ware gleich, nur scheint das keiner zu merken.

Die EU gibt an eine Einheit, eine Familie zu sein. Diese Familie hat unzählige Menschen dazu gebracht ihre (immerhin geliebte) Heimat zu verlassen. Das Kapital ging nicht zu den Menschen, sondern der Mensch ging zum Kapital. Dieses Konstrukt hat dazu geführt dass Europäer durch den ganzen Kontinent reisen (müssen) um einen Job zu finden (was nichts mehr mit Wahlfreiheit und Reiselust zu tun hat. Höchstens für eine Minderheit. Wie bei Güter geht es in den „Mitgliedstaaten“ um Fragen wie Quantität und Qualität. Es gibt einen Arbeitsmarkt (der mit dem Osten neu erschlossen wurde) und über diesen Markt wird bewertet. Das wir uns mit „Lohndumping und Preisdumping“ herumschlagen müssen haben wir unserem Wirtschafts- und Wertesystem zu verdanken das nur eine Richtung kennt und begünstigt.

Wie immer dient das Ganze am Ende einer kleinen Elite und ihren Mitläufer (die im BIS in Basel ein und aus gehen). Man hat sich das so ausgedacht, weil es die logische Folge eines destruktiven Systems ist. All das hat nichts mit Einheit zu tun wie es „links“ selber glauben möchte. Eine Einheit klafft nicht auseinander wie eine Schere. Und wie einst mit dem 2WK sind es genau die Menschen die dann im nach hinein stöhnen werden „aber das haben wir doch alles nicht gewusst“.

Die Elite hätte sich was neues einfallen lassen können, doch dazu hat sie keinen Mut, denn sie müssten sich selber bewegen. Sie ist aber der grösste Sklave des Systems. Umdenken und Veränderung würde sie nur einschränken, also bleibt man auf Kurs.

Die PFZ (so bequem es für Grenzgänger und Reisende auch sein mag) ist ein unmenschliches Konstrukt. Mir ist es ein Rätsel wie ausgerechnet linke Parteien so etwas gutheissen können. Wer mich auf der Pro Seite haben will soll mir sagen wie die CH ihre direkte Demokratie beibehalten kann. Man soll mir den ESM erklären, warum man es gutheisst wie der Lissabonner Vertrag zu stände kam, last but not warum das TTIP auf soviel Gegenwehr in der Bevölkerung stösst? Was Völkerrecht und Scheinjustiz angeht. Alles was man über sich stellt sollte man hinterfragen. Wenn wir unser Recht über ein anderes stellen, dann hinterfragen wir nur uns selbst. Fakt ist: die wahren „Verbrecher“ werden nie vor einem solchen Gericht stehen.

"Mir ist es ein Rätsel wie ausgerechnet linke Parteien so etwas gutheissen können."

Die Gewerkschaften sind mit der Umsetzung der Flankierenden Massnahmen steinreich geworden. Und Gewerkschaften sind die Sprungbretter für SP-Politiker.

Nomen est omen. So wie Sie, werter Herr Schweizer, denken gefreute Miteidgenossen ! Danke für ihre klugen und gesunden Worte.

Der Esm ist ein wichtiger Faktor den mal nie vergessen darf. Gegen diese entscheidung darf man keinen rekurs einlegen und hat in 7 tagen zu zahlen. 700 millionen warens für Deutschland letztes mahl. Diese zahlen werden entschieden von leutem denen die schweiz am A**** vorbei geht. Da es uns besser geht als den deutschen was dürfen wir dann zahlen? Rechnet sich das? Und das ist nicht der einzige Punkt. Deutschland sowie die gesamte Eu vergessen andauern ihre verträge sonst währe der esm nicht entstanden was heisst das für uns dann? Wir können keinem Vertrag umd schon gar keinen Worten vertrauen wenn wir uns mit der Eu einlassen. Die schweizer regen sich auf das sie wegen Arbeitslosen zahlen müssen was sagen die dann wenn sie andern länder ihre steuergelder hinterher werfen müssen ohne eigene kontrolle? Vielen ländern in der Eu geht es immer schlechter. Kein zahlungskräftiges Land will mehr in die Eu aber wir sollten?

War am Wochenende in Dijon (sehr schöne Stadt, interessante Bewohner). Da gab mir vor der Markthalle eine junge Frau ein Flugblatt, das vor dem ruinösen Abkommen "TAFTA" warnte, das die USA jetzt gerade der EU in aller Heimlichkeit und auf Geheiss der Grosskonzerne aufdrängen wollen. Es würde die endgültige Vorherrschaft undemokratischer und obskurer Wirtschaftsgremien (Schiedsgerichte) vor den demokratischen Institutionen etablieren. Als ich der Frau erklärte, bei uns hätte derlei Unfug in der Volksabstimmung keine Chance, reagierte sie mit Verwunderung und Neid. Und sagte, wir könnten froh sein, dass wir nicht dieser rein auf Kommerz und Wirtschaftswachstum ausgerichteten EU angehörten.
So ist das. Die Frau ist eine "Eurorealistin" der gescheiteren Art.
Herr Woker hingegen, der hier meint, er vertrete die Schweizer "Eurorealisten", tut dies mit einem ganz fiesen und recht eigentlich frechen Trick: Wer der EU kritisch gegenüber steht, der oder die ist ein "Rumpelstilzchen" (Aber hallo: War mal eine sehr gute Berner Band!) oder eine "Ratte", die Blocher hinterher läuft. Und "heult", wie ein Hund oder ein Wolf. Derlei Beleidigungen helfen dem Diplomaten a D indes nicht gegen harte Fakten: Sein Anschlussprogramm an EU und Nato unterstützen nur noch etwas über 10 % der Schweizer Stimmberechtigten. Und was ist mit den anderen mehr als 80%, Herr Alt-Botschafter? Alles Ratten, die blindlings dem "braunen" Blocher hinterherlaufen? Wenn das so wäre, warum ist denn die SVP in neusten Umfragen auf noch 25% Zustimmung abgefallen? Eben! Und die dauernde Vermischung von "Europa" mit dem Moloch EU verfängt auch nicht mehr: Die Schweiz und ihre Bevölkerung leben als eigenständiger, demokratischer Rechtsstaat seit ihrer Gründung 1848 vergleichsweise problemlos in Europa – über weite Strecken gar weit besser, als die Menschen in ihren Nachbarländern. Die grosse Mehrheit in unserem Land, weiss das – und schätzt es. Die informierteren unter unseren NachbarInnen wissen es auch: Darum kommt bei ihnen etwa mal Neid auf. N. Ramseyer, BERN

Sehr gut analysiert, danke.

...und wenn wir in die EU gehen dann lauschen wir den Flötenklängen aus Brüssel, ist ja eine super Alternative! Nein Danke!

Das Geheul wird wohl (leider) ausbleiben, weil die potenziell Heulenden hier gar nicht erst auftauchen.

Oh täusch Dich nicht! Die gekauften Kampfschreiber sind nachweislich überall aktiv.

Sogar "gekaufte Kampfschreiber" wären mir jedenfalls noch lieber, als freche Feiglinge, wie dieser "René", die nichts zu sagen haben, und sich nicht einmal dafür getrauen, mit vollem Namen hin zu stehen.
N. Ramseyer, Bern

..was der Kommentar von @Ramseier beweist. Die Diskussion über Europa müssen wir führen ob wir wollen oder nicht. Den Supergau, nämlich Krieg unserer Nachbarn hatten wir bereits. Gehen wir die Sache doch auch sachlich an, und dabei muss ich leider schon auch feststellen dass wir seit 20 Jahren gelähmt sind. So gesehen hat uns der CHB auch nicht weiter gebracht. EU Beitritt muss nicht sein, aber ein offenes und zuverlässiges Verhältnis zu Europa ist ein MUSS

Gemach, gemach, so schlecht ist das Verhältnis zur EU gar nicht und zu Europa sowieso nicht. Was dabei oft vergessen geht: Selbst der Verzicht auf die Personenfreizügigkeit wäre kein Drama. Es würde nur bedeuten, dass bezüglich Personenverkehr auch für EU-BürgerInnen die gleichen Regeln angewendet würden, wie für alle Leute aus dem "Rest der Welt", für welche letztere ja beispielsweise Kontingente gelten. Und was die Bilateralen generell angeht: Da hat die EU mindestens so viel Interesse daran, wie die Schweiz. Und auch hier gilt wieder: Ohne diese Verträge wäre etwa der Geschäftsverkehr mit Frankreich oder Portugal halt erneut mit gleich vielen Formalitäten verbunden, wie mit zahlreichen Ländern weltweit auch. Aber von "Abschottung" oder gar Abbruch der Beziehungen könnte keine Rede sein. N. Ramseyer

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