Das ist der Gipfel

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Das ist der Gipfel

Von René Zeyer, 16.10.2013

In Addis Abeba trafen sich 54 afrikanische Herrscher. Um über Flüchtlinge, Elend, Hunger, Bürgerkriege und gescheiterte Staaten wenigstens zu reden? Ach was.

Mit 53 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung (Botswana) forderten vergangenes Wochenende die versammelten Staatschefs der Afrikanischen Union, dass der Prozess gegen den kenianischen Präsidenten Kenyatta vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Dafür beriefen sie extra eine Sondersitzung ein.

Kenyatta war von der afrikanischen (!) Chefanklägerin des ICC auf die Anklagebank zitiert worden, weil ihm die Beteiligung an Ausschreitungen mit Tausenden von Toten während seiner «demokratischen» Wahl vorgeworfen wird. Zudem hat der ICC einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten und Blutsäufer Omar al-Bashir erlassen. Das sei, kommt uns das Argument bekannt vor, Rassismus, immer auf die armen Afrikaner.

Ein Sittenbild

Was kümmert die versammelten afrikanischen Staatschefs das Elend, die Hungernöte, Gemetzel, Flüchtlingsströme, namenlose Verbrechen, die ganze Misere des Höllenlochs, in das sich Subsahara-Afrika verwandelt hat? Wurde wenigstens darüber geredet, dass sie über den einzigen Teil-Kontinent der Welt herrschen, in dem «absolut» Arme (definiert durch Zugang zu weniger als 1,25 PPP-Dollar pro Tag) im Schnitt mehr als 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen? Wurde zur Kenntnis genommen, dass deren Anteil an der gesamten Weltbevölkerung in den letzten zwanzig Jahren von 43,1 Prozent auf 17 Prozent abgenommen hat? Und dass nur in Subsahara-Afrika die Zahl der Hungernden in den letzten 20 Jahren um über hundert Millionen zugenommen hat?

Hat der ehemalige Befreiungskämpfer Mugabe aus Simbabwe eingeräumt, dass er vielleicht auch Schuld daran trägt, dass sich sein einstmals blühendes Land mit grossen Naturschätzen von einem Nahrungsmittelexporteur in eine Hungerhölle verwandelte, in der rund 1,5 Millionen Simbabwer durch internationale Nahrungshilfe vor dem Krepieren bewahrt werden müssen?

Hat der ehemalige Befreiungskämpfer dos Santos, der Herrscher Angolas, angekündigt, dass seine Tochter, immerhin die erste Milliardärin Afrikas, ein Einsehen hat und wenigstens die Hälfte ihres Vermögens den verelendenden Angolanern spendet? Haben die rund 140'000 schwarzafrikanischen Millionäre, die über ein Vermögen von insgesamt einer Billion US-Dollar verfügen, eine Grussadresse gesandt und angekündigt, dass sie dem Elend ihrer Landsleute nicht länger zuschauen könnten und einen Solidaritätsfonds gründeten?

Nein, natürlich nicht. Diese Herrscher und Millionäre interessiert einzig und alleine, dass sie weiter ungestört herrschen, sich und ihre Entourage bereichern und irgendwann einmal einen luxuriösen und friedlichen Lebensabend verbringen können. Gelegentlich schlagen sie sich vor Vergnügen auf die Schenkel, wenn sie zur Kenntnis nehmen, wie schnell und einfach man bei vielen Europäern bis heute Betroffenheit, Schuldgefühle und Helfer- sowie Spendentrieb auslösen kann.

Deshalb war das einzige Traktandum dieses Treffens laut Agenda das Verhältnis zum Internationalen Strafgerichtshof. Pardon, es gab auch noch die Ernennung eines «Kommissars für Frieden und Sicherheit». Damit sollten dann die Flüchtlingsprobleme ja gelöst sein. Und wer weiss, vielleicht wurde unter Punkt 5, «Varia», noch kurz über ein paar unwichtigere Probleme Afrikas gesprochen. Wer abgehärtet genug ist, ich verzichte zum Schutz der geschätzten Leserschaft auf eine deutsche Übersetzung, darf sich noch diesen Auszug aus der offiziellen Erklärung antun: «At their meeting today, the Heads of State and Government reiterated their unflinching commitment to fight impunity, promote human rights and democracy, and the rule of law and good governance on the continent.» Wem es da nicht schlecht wird, der hat wirklich kein Hirn und kein Herz.

Schreiende Widersprüche

Rassismus, Kolonialismus, die ewige Schuld des weissen Mannes (und der weissen Frau), die Ausbeutung Subsahara-Afrikas durch profitgierige internationale Multis, willkürliche Grenzziehungen, Handelsschranken. Alles Faktoren, die einen Beitrag dazu leisten (oder leisteten), dass Afrika im Elend ist. Aber sie begründen nicht ausschliesslich und ausreichend, wieso Afrika beispielsweise zwar mehr als ein Viertel (27 Prozent) allen landwirtschaftlich nutzbaren Bodens der Erde besitzt, 34 afrikanische Staaten aber mehr Nahrungsmittel importieren als sie ausführen.

Das Problem unserer Sicht auf Afrika ist aber ein ganz anderes. Man kann da noch so viele unbezweifelbare und offizielle Zahlen internationaler Organisationen aufeinanderstapeln. Man kann darauf hinweisen, dass auch bedeutende afrikanische Wissenschaftler schon seit Jahren die sofortige und bedingungslose Einstellung jeglicher Entwicklungshilfe fordern. Man kann darauf hinweisen, dass Länder wie Südkorea, von Vietnam ganz zu schweigen, noch vor wenigen Jahrzehnten wirtschaftlich weit hinter afrikanischen Staaten lagen und im Falle Vietnams zudem den grausamsten und längsten postkolonialen Krieg erleiden mussten.

Das alles prallt aber an der einbetonierten Meinung vieler menschlich Bewegten und Betroffenen ab, dass ein von Schuldgefühlen getriebenes Helfen, egal wie, die einzig moralisch erlaubte Haltung sei. Ein Tabu, ein unbezweifelbarer Glaubenssatz, eine unverrückbare Wahrheit. Wie alle Tabus krankt auch dieses daran, dass es seinen schreienden Widerspruch zur Realität nicht reflektieren kann.

Falsch mit Fortsetzung

Beelendend ist: Wenn ein Handeln, eine Politik, eine Massnahme unwiderlegbar mindestens fünfzig Jahre lang nichts genützt, im Gegenteil: geschadet, verschlimmert, alles nur noch furchtbarer gemacht hat, dann gäbe es doch eigentlich keinen einzigen Grund, ihre Fortsetzung zu fordern.

Wem der Gipfel der Schande und Heuchelei der afrikanischen Potentaten in Addis Abeba nicht die Augen geöffnet hat, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen.

Kommentare

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Journal 21 hat unter der Fahne Zeyers mitsamt den sich unter ihr tummelnden neuen (extrem themenbezogenen) Kommentatoren nicht unbedingt eine Verbesserung erfahren.
Zeyer ist der einzig hier Schreibende, der Krähenschwärme anzieht. Er hat wohl das richtige Futter gestreut?
Amüsant. Aber schlecht für's gesamte Klima hier!

Es ist doch besser wenn hier, beim René, diese Post abgeht, als anderswo. Hier geht nicht viel kaputt!
Wenn die eine Krähe der anderen dann mal die Augen ausgehackt hat, sehen wir weiter und das Klima bessert sich.

Da muss man jetzt halt durch, wenn man keine Anmeldepflicht haben will.
Der "Terror" soll doch nur die Kommentar-Kontrolle bewirken. Dann erst kann man schreiben und Beifall ernten und unliebsame Kritiker ausblenden.

Das ist doch genau der Wunde Punkt. Den linken Ratten (nicht Krähen) geht es gar nicht um die Sache und Thema, sie wollen nur gegen Zeyer oder Kommentatoren hetzen die keine harsche Kritik an ihm üben sondern sich mit seinen Thesen auseinardersetzen, sie verunglimpfen und beleidigen. Anscheinend geht es nur mit Kommentarkontrolle ! Keiner braucht hier Beifall. Kritik muss sein, da bin ich einverstanden aber sie muss nicht anonym sein. Anstand und Respekt funktioniert anscheinen nur unter Kontrolle.
Den Terror, wie sie ihn nennen, wurde von solchen Leuten hier geschaffen. Ich nenne es Blowback. Als Vergleich: Osama Bin Laden wurde von dem USA geschaffen gegen die Russen in Afganistan. Nachher wendete sich das Blatt er wurde zum Blowback.

Nein nein, ich sehe es wirklich so: Es wurde das richtige Futter gestreut!
1. Zeyer arbeitete in seinen Interviews zur Promo seines Buches und in der Arena, wie auch hier verbal mit dem Zweihänder und sehr undifferenziert schuld zuweisend. Das ist in Frage zu stellen.
Muss man!
Weil es, gerade wieder in der heutigen Zeit, wo das aufbricht, was sich ca. 20 Jahre lang unter dem Teppich zusammen gemottet hat einfach ist, das Fadenkreuz der krisengeschüttelten Angsthasen auf die greifbaren Opfer zu richten, statt auf die wirklichen, schwer angreifbaren Verursacher der Zustände.
Diese Art der Problembewältigung findet immer in der gleichen Ecke begeisterte Anhänger und in der anderen erbitterte Gegner - aber vor allem führt zu nichts! Nein, nicht zu Nichts! Genau diese Strategie hat Europa vor ein paar Jahrzehnten in Schutt und Asche gelegt.
2. Mit dem agressiven Geschrei der Krähen will man also nun das Bedürfnis nach Kommentarkontrolle wecken und legitimieren, wie ich Ihrer Bemerkung entnehme. Genauer betrachtet nützt diese allerdings wenig. Es ist wirklich einfach so eine Kontrolle mit gefakten Mailadressen und -Namen zu umgehen. Faktischer Nutzen der geplanten Restriktion: Null!
Aber man hat einen Vorwand um eine Kontrolle einzubauen, ob sie nützt oder nicht ist zweitrangig. Das Vorgehen erinnert nicht umsonst an die Polit- und Militärstrategien auf höchster Ebene. Die nützen ja auch nichts, aber bringen jedesmal Schändliches zu den Betroffenen.
Noch zu der Bezeichnung "Linke Ratten": Ich bleibe bei Krähen. Meine Krähen sind nicht zwingend links, es giebt nicht wenige die fliegen vorzugsweise rechts herum. Alle haben aber etwas gemeinsam:
Sie krähen gerne.
Es ist sehr einengend wenn man alles was einem begegnet ins Links-Rechts-Schema pressen will. Sowas funktioniert wie Scheuklappen = eingeschränktes Gesichtsfeld!

Auf Punkt 1 von ihnen gehe ich nicht ein, weil ich dies ein wenig anders sehe und hier nicht gebrandmarkt und denunzeirt werden möchte von, Sie nennen sie Krähen ich linke Ratten. Vielleicht ist ja René Zeyer der Rattenfänger von Hameln. das gibt aber solchen Leuten nicht das Recht ihn und andere so zu attakieren.

Ich gebe ihnen recht Schwarz/Weiss denken bringt nicht viel. Doch leider wird die Mitte aufgerieben es gibt je länger desto mehr nur noch ein polarisierung der Gesellschaft. Nicht nur in der Schweiz auf in ganz Europa. Das macht mir sorgen.

Nun zu den Kontrolle. Es ist fast wie bei Gesetzen und Vorschriften, sie werden eingeführt, zum Leidwesen einer Mehrheit, weil sich eine Minderheit nicht an geltende Regeln halten kann.

Scheuklappen haben diejenigen die keine anderen Meinungen zulassen und die Kommentatoren mit bashing Mundtot machen.

Zur Kontrolle es braucht nicht zwingend eine e-mail kontolle, sie haben recht man kann e-mail addys faken aber das nüzt nichts. Es gibt weit bessere Möglichkeiten für einen Webmaster solche User zu
blockieren und es ist nur mit einem kleinen Aufwand verbunden. Es läuft Softwaregesteuert. Mehr verrate ich nicht.

dann soll man das halt tun und die freiflottierenden Unflätigen blockieren.
Man braucht das nutzlose Anmeldeblingbling nicht. Es ist nicht fair, die korrekte Mehrheit zu ärgern, wegen einer überreagierenden Minderheit, wie Sie selbst antönen. Kritik an den Autoren, resp. ihren Ansichten und Schlussfolgerungen muss aber akzeptiert werden, sonst macht kein Forum einen Sinn. Gerade bei Autoren mit Ansichten und einer Formulierung wie Zeyer ist Widerspruch vorprogrammiert und muss nur schon aus humanitären Gründen zugelassen werden. Es gibt einfach zu viele Leute die nur auf "so einen" gewartet haben, um ihm ohne nachzudenken hinterher zu hecheln. Die Gesellschaft steht unter Druck!

IP-Adressen kann man ausforschen, aber das kann verhindert werden, wie ich ich im Zusammenhang mit der NSA-Affäre gelesen habe.

Mich wundert es, dass bestimmte Leute sich nur vor „linken Ratten“ fürchten.
Das werden doch nicht diese „Linkshänder“ sein, denen bei jedem „ARME RAUS!“, „NEGER RAUS!“ oder „KONTROLLE, JAWOHL!“
der rechte Arm sofort strack wird.
Als Rechtshänder kriegen die doch nur Striche aufs Papier gebracht!

Es liegt nicht an Herrn Zeyer, es liegt an den linken Ratten die sich hier tummeln. Aber in einem Punkt gebe ich ihnen recht es ist sehr schade für das Klima hier im J21.

Tja, gar nicht schlecht (nicht ironisch gemeint). René Zeyer war mal NZZ-Korrespondent in Kuba (ganz geschnallt hat er es dort nicht - aber es war nicht schlecht). - Es wäre zu wünschen, dass Beiträge wie „Das ist der Gipfel“ auch in der NZZ und anderswo erscheinen könnten (in der Weltwoche [Roger Köppel/ex NZZ] erscheinen sie, aber die WW ist ja ein rechtspopulistisches Hetzblatt - oder?). Aber da gilt (noch nicht durchgehend, aber furchterregend steigend): Political Correctness (m.a.W. die Wahrheit bzw. die Suche nach der Wahrheit wird im Grab der Plausibilität versenkt). – Wie sagt doch Dürrenmatt Fritz (für die, die es nicht wissen: Schweizer Dramatiker (1921 - 1990)). „Es gibt nichts genierlicheres als die Wahrheit ...“ etc.

Nein, nein - der Zeyer versucht es jetzt mit einem klitzeklein wenig Differenzieertheit. Nur: Was schwatzt er als Weisser, der Afrika sich selbst überlassen will, in afrikanische Konferenzen hinein? Notorische Rechthaber, Besserwisser und Fanatiker müssen eben zu allem ihren Senf abgeben.
Journalistisch könnte man fragen: Wecke Relevanz hat das kommentierte Ereignis überhaupt? Keine. Der Mann pickt sich heraus, was ihm bei der Behauptung hilft: Afrikaner sind "Blutsäufer" (da müssen Multis gar nicht nachhelfen). Man sollte solche Demagogen niemals unterschätzen, denn genau genommen legt er jetzt eine Steigerung hin: Afrika soll sich selbst helfen - aber können tun es diese Blutsäufer natürlich nicht.
P.s. Zu den Zeyer-Freunden, die hier überall Linke, Linksextreme und dogar zukünftige Mitglieder der Roten Armee Fraktion sehen - man hat die Freunde, die man verdient. Zeyer ist difinitiv bei den Rechtsextremen angekommen. Die Einfachheit und vor allem von aller Ethik und Veranmtwortung gesäuberte Weltsicht, die Zeyer präsentiert, gefällt solchen Leuten ja auch, weil sie so einfach zu verstehen ist.

Mir ist egal wo Zeyer angekommen ist, extreme sind immer schlecht, links oder rechts = gehupft wie gesprungen! Wichtig ist was der Herr sagt, bzw. schreibt.
Das letzte Mal kam es zu dreist aus der rechten Ecke - man soll nicht neben den Dynamitfässern zündeln. Aber hier liest man, wie erwähnt, differenzierteres zur Ursache des Elends der afrikanischen Flüchtlinge. Man müsste nur alles noch ein wenig genauer durcharbeiten und konkreter zusammenfassen, laut! Das braucht aber mehr Mut als auf die Leute in den Booten zu zeigen. Den haben die anderen Kritiker aber alle auch nicht.

Wenn du kritisiert wirst, dann musst du irgend etwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen an, der am Ball ist.

Bei uns ist er noch nicht angekommen. Ich werde mich mal umhöhren.
Nach deinen Aussagen über ihn, müsstest Du ja zu ihm passen. Zitat:
"Notorische Rechthaber, Besserwisser und Fanatiker müssen eben zu allem ihren Senf abgeben"

Bevor ich mit den Wölfen heule,
Werd‘ ich lieber harzig, warzig grau,
Verwandele ich mich in eine Eule
Oder vielleicht in eine graue Sau.
Ich laufe nicht mit dem Rudel,
Ich schwimme nicht mit im Strudel,
Ich hab‘ noch nie auf Befehl gebellt.
Ich lasse mich nicht verhunzen,
Ich will nach Belieben grunzen,
Im Alleingang, wie es mir gefällt!
Ich will in keinem linken Haufen raufen,
Laß mich mit keinem rechten Verein ein!

Rechnet nicht mit mir beim Fahnenschwenken,
Ganz gleich, welcher Farbe sie auch sein‘n.
Ich bin noch imstand‘, allein zu denken,
Und verkneif‘ mir das Parolenschrei‘n.
Und mir fehlt, um öde Phrasen,
Abgedroschen, aufgeblasen,
Nachzubeten jede Spur von Lust.
Und es paßt, was ich mir denke,
Auch wenn ich mich sehr beschränke,
Nicht auf einen Knopf an meiner Brust!
Ich will in keinem linken Haufen raufen,
Laß mich mit keinem rechten Verein ein!

Bevor ich trommle und im Marschtakt singe
Und blökend mit den Schafen mitmarschier‘,
Gescheh‘n noch viele ungescheh‘ne Dinge,
Wenn ich mir je gefall‘ als Herdentier.
Und so nehm‘ ich zur Devise
Keine andere als diese:
Wo schon zwei sind, kann kein dritter sein.
Ich sing‘ weiter ad libitum,
Ich marschier‘ verkehrt herum,
Und ich lieb‘ dich weiterhin allein!
Ich will in keinem linken Haufen raufen,
Laß mich mit keinem rechten Verein ein!
Erinnert euch daran: Sie waren zwölfe:
Den dreizehnten, den haben sie eiskalt
Verraten und verhökert an die Wölfe.
Man merke: Im Verein wird keiner alt!
Worum es geht, ist mir schnuppe:
Mehr als zwei sind eine Gruppe.
Jeder dritte hat ein andres Ziel,
Der nagelt mit Engelsmiene
Beiden ein Ei auf die Schiene!
Nein, bei drei‘n ist stets einer zuviel!
Ich will in keinem linken Haufen raufen,
Laß mich mit keinem rechten Verein ein!

Ob rechts ob links das ist die Frage, ist doch die Mitte gut für eine Waage, ist dies der Grund warum ich fast verzage ob der rechten oder linken Plage?

Schau, schau cathari der Polit-Poet. Wo Poesie und Reime blühen, da muss Karl Marx sich nicht bemühen.

Heulende Wölfe ärgern sich weil der Mond aufgeht und bilden sich ein, die Sonne habe ihren Glanz verloren……oder ist es womöglich der verblasste roten Stern dem sie nachheulen? Wo neue Denkweisen und Ansichten diskussionslos verworfen werden, ist das Totalitäre nah. Das gilt auch für Links!....cathari

Die mächtigen, in der westlichen Welt ausgebildeten und von westlichen Staaten und Industrien allimentierten Afrikaner lösen ihre Probleme selber in Afrika. Dass ist doch genau nach Zeyer's Anleitung und nun ist er schon wieder nicht zufrieden? Herr Deutschlehrer, mit ihren beleidigten Rundumschlägen sind sie nicht mehr ernst zu nehmen.

Herr Zeyer benennt die Ausbeuter und erwähnt dabei neben den vollgestopften afrikanischen Häuptlingen sogar die internationalen Multis. Die, welche allesamt in null Sekunden die Armut, den Hunger, die Kindersterblichkeit, die Kriege, das ganze Elend in Afrika beenden könnten und es nie im Leben tun werden - ausser sie würden dazu gezwungen.
Diese kalten Ungeheuer führen im Drama Afrika die Regie.
Durch das "Engagement" der Multis und die Fäden welche durch sie global gesponnen worden sind, hängen wir allerdings alle mit drin, ob wir wollen oder nicht.

Nachdem man erkennt, dass das Elend in Afrika nicht ein Gottgewolltes ist, sondern ein Menschengemachtes das wenigen korrupten Privilegierten zu einem perversen Profit verhilft und millionen Unterprivilegierte sterben lässt und dabei das Spinnennetz der weltweit aktiven Multis und Banken die sich in Afrika festgebissen haben im Sinn behält, muss man diese Erkenntnisse und Zusammenhänge deutlich und konkret an die Öffentlichkeit bringen.

Nicht die Boote mit den Armen sind das Problem, sondern eine abgehobene Horde von weltweit aktiven gewinnsüchtigen Psychopaten, ihren Lakaien und ein paar afikanischen Despoten die vor lauter Reichtum keinen Reallitäsbezug mehr haben (wie die anderen übrigens auch nicht!).

Wenn man also erreichen will das die Afrikaner zu Hause bleiben (was sie sicher auch lieber täten!), dann muss man sofort dafür sorgen, dass das skrupellose Netzwerk in Afrika durch Reformen gestürzt wird, welche den Menschen erst mal Grundsätzliches zur Verfügung stellen, nämlich Wasser, Essen, medizinische Versorgung und Prävention für alle. Danach erst können sie anfangen ihre Gesellschaften neu zu gründen. Ohne Elend, Kriege und Quälereien.
Man könnte das tun, es würde was kosten, es wäre anstrengend (!)und es bräuchte Mut, denn man müsste sich mit dem ganz grossen Geld anlegen. Aber es wäre mit Sicherheit langfristig billiger als das was jetzt auf uns zurollt! Vor allem wenn man sich überlegt, wie wir andauernd von denselben über den Tisch gezogen werden, wären Reformen auch für uns in Betracht zu ziehen.
Jedenfalls wäre es der positive Weg etwas zu verändern.
Aber ich bilde mir nicht ein das zb. wir und unsere Regierungen zu so was fähig wären. Einfacher ist es doch rechtlose Bootsflüchtlinge für alles was kommt verantwortlich zu machen. Davor muss man sich hüten. Sowas würde in jedem Fall extrem teuer.

Zu „Beelendende-Heuchelei usw.“ Alarm…im Hühnerstall. Nahe dem Gehege ein Fuchs gesichtet! Würde es Herr Zeyer nicht geben, müsste man ihn erfinden! Journal 21 kann sich glücklich schätzen einen für Gutmenschen typischen „Ketzer“ als Autor zu beherbergen. Auseinandersetzungen sind das Salz in der Suppe. Versalzen sind jedoch nur etliche der Kommentare. Einige Weltverbesserer sind wahrlich konservativer als ihre Feindbilder.....cathari

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