Damals am 13. Juni

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Damals am 13. Juni

Von Journal21, 13.06.2021

Hinrichtung der „letzten Hexe Europas“ - Geburt von Christo und Jeanne-Claude - Massenverhaftung deutscher Juden - Koblet gewinnt den Giro – Tod von Martin Buber - Ja zur Arbeitslosenversicherung - Tod von Benny Goodman - Die Berliner Mauer wird abgerissen

Herausgegriffen

13. Juni 1990: An der Bernauer-Strasse in Berlin beginnt der Abbruch der Berliner Mauer. Beteiligt am Abriss sind 300 DDR-Grenzsoldaten sowie später Pioniere der Bundeswehr. Offiziell geht der Abriss am 30. November 1990 zu Ende. Geöffnet worden war die Mauer am Abend des 9. November 1989. Das Bild zeigt den Abbruch in der Bernauer-Strasse. (Foto: Keystone/DPA)
13. Juni 1990: An der Bernauer-Strasse in Berlin beginnt der Abbruch der Berliner Mauer. Beteiligt am Abriss sind 300 DDR-Grenzsoldaten sowie später Pioniere der Bundeswehr. Offiziell geht der Abriss am 30. November 1990 zu Ende. Geöffnet worden war die Mauer am Abend des 9. November 1989. Das Bild zeigt den Abbruch in der Bernauer-Strasse. (Foto: Keystone/DPA)

Es geschah an einem 13. Juni

1782: In Glarus wird Anna Göldi, die „letzte Hexe Europas“, mit dem Schwert hingerichtet.

1809: Geburt von Heinrich Hoffmann, deutscher Psychiater, Autor, Verfasser des Kinderbuchs „Struwwelpeter“ (1845). 

1865: Geburt von William Butler Yeats, irischer Nobelpreisträger für Literatur (verliehen 1923), (u. a. „The Wild Swans at Coole“ 1917). Er stirbt am 28. Januar 1939 in Menton.

1886: Ludwig II. von Bayern wird tot im Starnberger See aufgefunden.

1915: Geburt von „Don“ Budge, amerikanischer Tennisspieler.

1918: Michail Alexandrowitsch Romanow, der jüngere Bruder des letzten russischen Zaren Nikolaus II., wird zusammen mit seinem englischen Sekretär von den Bolschewiki in einem Wald bei Perm erschossen. Nach seiner erzwungenen Abdankung am 15. März 1917 hatte Zar Nikolaus das Zepter Michail übergeben. Zuvor hatte er ihn wegen der Ehe mit einer verheiraten Frau verstossen. Am 16. März erklärte sich Michail zur Thronfolge bereit, verlangte jedoch, dass später das Volk in geheimer Abstimmung darüber entscheiden solle. Gut einen Monat nach der Erschiessung Michails wurde sein Bruder, der ehemalige Zar Nikolaus II. und seine Familie in Jekaterinburg umgebracht.

1919: „Zürcher Blutnacht“: Bei Krawallen vor dem Bezirksgebäude an der Kanzleistrasse sterben zwei Lehrlinge und ein Kantonspolizist. 14 Personen werden verletzt. Am gleichen Tag war in Berlin die ermordete Rosa Luxemburg begraben worden. Die sozialistische Zürcher Arbeiterunion „Arbeiter und Genossen“ wollte mit einer Grossdemonstration ihre Solidarität mit Rosa Luxemburgs Kampf für eine Weltrevolution zum Ausdruck bringen.

1928: Geburt von John Forbes Nash, amerikanischer Mathematiker. Seine Lebensgeschichte wird in „A Beautiful Mind“ (2001) verfilmt. Mit Reinhard Selten und John Harsanyi erhält er den Nobelpreis für Wirtschaft 1994 für die „grundlegende Analyse des Gleichgewichts in nicht-kooperativer Spieltheorie“.

1935: Geburt von Christo (Wladimirow Jawaschew), bulgarisch-amerikaischer Verhüllungskünster. Er wird am gleichen Tag geboren wie seine in französisch Marokko geborene Frau Jeanne-Claude. Bekannt wird das Künstlerehepaar durch teils spektakuläre Verhüllungen, so der Berliner Reichstag, der Pont Neuf in Paris, Bäume im Park der Fondation Beyeler und schwimmende Stege im italienischen Lago d'Iseo. Er stirbt am Pfingststonntag in New York im Alter von 84 Jahren in New York. Im Bild: Christo am Filmfestival von Locarno, 9. August 2018 (Foto: Keystone/Alexandra Wey)

1935: Geburt von Jeanne-Claude, Verhüllungskünstlerin

Jeanne-Claude (links) wird am gleichen Tag geboren wie ihr Mann Christo. Das Bild zeigt die beiden im Kunstgewerbemuseum in Zürich im Jahr 1978. Die beiden waren nach Zürich gekommen, weil das Kunstgewerbemuseum ihnen eine Ausstellung gewidmet hatte. Gezeigt wurden dabei unter anderem Skizzen und ein Modell des Projekts „Verpackter Reichstag“ sowie eine Dokumentation über den „Running Fence“ bei San Francisco. (Foto: Keystone/Str)
Jeanne-Claude (links) wird am gleichen Tag geboren wie ihr Mann Christo. Das Bild zeigt die beiden im Kunstgewerbemuseum in Zürich im Jahr 1978. Die beiden waren nach Zürich gekommen, weil das Kunstgewerbemuseum ihnen eine Ausstellung gewidmet hatte. Gezeigt wurden dabei unter anderem Skizzen und ein Modell des Projekts „Verpackter Reichstag“ sowie eine Dokumentation über den „Running Fence“ bei San Francisco. (Foto: Keystone/Str)

1938: Erste Massenverhaftungen von Juden in Deutschland und Österreich.

1941: Geburt von Esther Ofarim, israelische Sängerin und Schauspielerin.

1944: In London schlägt eine deutsche V1-Rakete ein.

1944: Geburt von Ban Ki-Moon, 8. Generalsekretär der Uno vom 1. Januar 2007 bis 31. Dezember 2016.

1946: Der letzte italienische König, Umberto II., verlässt das Land und flieht nach Portugal. Am 2. Juni hatten sich die Italienerinnen und Italiener in einer Volksabstimmung für die Abschaffung der Monarchie ausgesprochen. 

1950: Hugo Koblet gewinnt den Giro

Als erster Nicht-Italiener gewinnt der Schweizer Hugo Koblet den Giro d’Italia. Im Bild: Koblet bei der Siegesfeier in Rom. Rechts im Bild (mit Brille) seine Mutter. Im gleiche Jahr gewinnt er die Tour de Suisse. Koblet und Ferdy Kübler waren die besten schweizerische Radrennfahrer in den Fünfzigerjahren. Koblet flogen zwischen 1947 und 1955 die Siege nur so zu – und die Frauen auch. Mehrmals wurde der angehimmelte Hugo Schweizer Meister. 1951 gewann er die 38. Tour de France. Ein französischer Journalist bezeichnete ihn als „Pédaleur de charme“. Drei Mal beendete er die Tour de Suisse als Sieger. 1953 gewann er auch die Tour de Romandie. Er stirbt 1964 im Alter von 39 Jahren. Mit einem weissen Alfa Romeo Giulia rast er zwischen Mönchaltdorf und Esslingen im Kanton Zürich in einen Birnbaum. Polizei und Verwandte vermuteten Suizid. (Foto: Keystone/Str)
Als erster Nicht-Italiener gewinnt der Schweizer Hugo Koblet den Giro d’Italia. Im Bild: Koblet bei der Siegesfeier in Rom. Rechts im Bild (mit Brille) seine Mutter. Im gleiche Jahr gewinnt er die Tour de Suisse. Koblet und Ferdy Kübler waren die besten schweizerische Radrennfahrer in den Fünfzigerjahren. Koblet flogen zwischen 1947 und 1955 die Siege nur so zu – und die Frauen auch. Mehrmals wurde der angehimmelte Hugo Schweizer Meister. 1951 gewann er die 38. Tour de France. Ein französischer Journalist bezeichnete ihn als „Pédaleur de charme“. Drei Mal beendete er die Tour de Suisse als Sieger. 1953 gewann er auch die Tour de Romandie. Er stirbt 1964 im Alter von 39 Jahren. Mit einem weissen Alfa Romeo Giulia rast er zwischen Mönchaltdorf und Esslingen im Kanton Zürich in einen Birnbaum. Polizei und Verwandte vermuteten Suizid. (Foto: Keystone/Str)

1965: Tod von Martin Buber, österreichisch-israelisch jüdischer Philosoph und Theologe, Kämpfer für den interreligiösen und interkulturellen Dialog.

1971: Die New York Times beginnt mit dem Abdruck der geheimen Pentagon-Papiere.

1976: Die Schweizer Stimmberechtigten befürworten mit einem Ja-Anteil von 68,3 Prozent den Bundesbeschluss über eine Neukonzeption der obligatorischen Arbeitslosenversicherung. Ausser Schwyz sagen alle Stände Ja zur Vorlage.

1986: Tod von Benny Goodman, Jazzer, Klarinettist, Bandleader

1990: Beginn des Abrisses der Berliner Mauer.

2011: Jeder zweite Wähler gibt bei den Parlamentswahlen in der Türkei der islamisch-konservativen Partei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan seine Stimme. Die Zweidrittelmehrheit im Parlament verfehlt Erdoğan. Diese würde er für eine neue Verfassung benötigen.

2012: Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist zu einer Europa-Reise aufgebrochen. Erste Station der Friedensnobelpreisträgerin ist die Schweiz.

2019: Eskalation im Golf von Oman

Zwei Öltanker, die je von einer deutschen und einer norwegischen Reederei betrieben werden, sind das Ziel von Attacken im Golf von Oman. Das Bild der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irib zeigt den norwegischen Tanker „Front Altair“, in dem Feuer ausbrach. Die Matrosen wurden evakuiert. Die USA und Saudi-Arabien machen Iran für die jüngsten Attentate verantwortlich. Teheran weist jede Schuld von sich und spricht von „Verschwörungstheorien“. Bereits vor einem Monat sind vier Tanker im Golf von Oman angegriffen worden. Die Spannungen nehmen weiter zu, als Iran am 20. Juni über der Strasse von Hormus eine amerikanische Drohne vom Typ „RQ-4A Global Hawk“ abschiesst. (Foto: Keystone/AP/Irib/Islamic Republic of Iran Broadcasting and News Agency).
Zwei Öltanker, die je von einer deutschen und einer norwegischen Reederei betrieben werden, sind das Ziel von Attacken im Golf von Oman. Das Bild der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irib zeigt den norwegischen Tanker „Front Altair“, in dem Feuer ausbrach. Die Matrosen wurden evakuiert. Die USA und Saudi-Arabien machen Iran für die jüngsten Attentate verantwortlich. Teheran weist jede Schuld von sich und spricht von „Verschwörungstheorien“. Bereits vor einem Monat sind vier Tanker im Golf von Oman angegriffen worden. Die Spannungen nehmen weiter zu, als Iran am 20. Juni über der Strasse von Hormus eine amerikanische Drohne vom Typ „RQ-4A Global Hawk“ abschiesst. (Foto: Keystone/AP/Irib/Islamic Republic of Iran Broadcasting and News Agency).

2021: Mit 51,6 Prozent der Stimmen lehnen die Schweizer Stimmberechtigten das CO2-Gesetz ab. Ja sagen nur die Kantone Genf, Waadt, Neuenburg, Basel-Stadt und Zürich.  Das Covid-19-Gesetz wird mit 60,2 Prozent angenommen. 56,6 Prozent sagten Ja zum Terrorismus-Gesetz. Chancenlos sind die Trinkwasser-Initiative (60,7 Prozent Nein) und die Pestizidfrei-Initiative (60,6 Prozent Nein). Die Stimmbeteiligung liegt bei sehr hohen 59 Prozent.

2021: Netanjahu abgewählt

Die zwölfjährige Amtszeit von Benjamin Netanjahu ist zu Ende. Das israelische Parlament, die Knesset, sprach am Sonntagabend mit 60 zu 59 Stimmen dem designierten Ministerpräsidenten Naftali Bennett das Vertrauen aus. Während der Debatte pöbelten Netanjahu-Anhänger gegen die neue Regierung, die aus acht Parteien zusammengewürfelt ist. Einige der Störenfriede wurden aus dem Parlament entfernt. Vor der Residenz von Netanjahu tanzten und sangen am Abend Netanjahu-Gegner. Der Langzeit-Ministerpräsident verliert jetzt seine Immunität und muss – angeklagt der Korruption – vor Gericht erscheinen. (Foto: Keystone/AP/Ariel Schalit)
Die zwölfjährige Amtszeit von Benjamin Netanjahu ist zu Ende. Das israelische Parlament, die Knesset, sprach am Sonntagabend mit 60 zu 59 Stimmen dem designierten Ministerpräsidenten Naftali Bennett das Vertrauen aus. Während der Debatte pöbelten Netanjahu-Anhänger gegen die neue Regierung, die aus acht Parteien zusammengewürfelt ist. Einige der Störenfriede wurden aus dem Parlament entfernt. Vor der Residenz von Netanjahu tanzten und sangen am Abend Netanjahu-Gegner. Der Langzeit-Ministerpräsident verliert jetzt seine Immunität und muss – angeklagt der Korruption – vor Gericht erscheinen. (Foto: Keystone/AP/Ariel Schalit)

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