Brennpunkt al-Aqsa-Moschee

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Brennpunkt al-Aqsa-Moschee

Von Arnold Hottinger, 19.11.2014

An der al-Aqsa-Moschee kristallisieren sich die Konflikte zwischen Israel und den Palästinensern. Beginnt eine Intifada der Einzeltäter?

Es gibt zwei Erzählstränge, die aufeinander stossen, wenn man versucht zu verstehen und zu erklären, wie es zu solchen Untaten kommen kann, wie den am 18. November geschehenen Mordanschlag auf die Kehilat Bnei Torah Synagoge in Jerusalem.

Anlass für Rache

Eine der beiden Berichttendenzen ist die medial mächtigere, die viel Raum in den Zeitungen und auf den Bildschirmen der westlichen Welt einnimmt. Sie beginnt mit Äusserungen der Empörung über die Bluttat und erklärt diese rückblickend damit, dass Israelhasser dahinter steckten "wie die Hamas", doch auch Mahmud Abbas sei nicht ohne Schuld, denn er versuche ja, sich mit der Hamas zusammenzuschliessen. Es gibt extremistische Gruppen, die Rache fordern gegen "die Araber", die in Jerusalem leben.

Dieser Diskursstrang wird verbunden mit der "völligen Ablehnung"des jüdischen Staates durch die Hamas und den Raketen, die Hamas "zu Tausenden" auf Israel schoss und vielleicht wieder abschiessen werde. Dies berechtige die "schwere Hand", die der Ministerpräsident versprach.

Die Sicht der Palästinenser

Doch das Geschehen kann nicht erklärt werden, wenn man nicht auch die Gegenerzählung kennt. Sie beginnt mit der in Frage Stellung des seit 1967 bestehenden Statuts der al-Aqsa-Moschee durch bestimmte israelische Gruppen vom vergangenen Oktober. Die seit der israelischen Eroberung im Sechstagekrieg bestehende und immer noch gültige Regelung legt fest, dass das Areal der al-Aqsa-Moschee von einer Waqf-Kommission aus islamischen Gottesgelehrten und Würdenträgern beaufsichtigt wird.

Waqf ist das arabische Fachwort für muslimische religiöse Stiftungen. Diese Kommission wird ihrerseits vom jordanischen König beaufsichtigt. Diese Regelung ist im Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien festgeschrieben.

Israel regelt seinerseits den Zutritt zum Areal der al-Aqsa-Moschee. Dort dürfen nur Muslime beten, doch Angehörige anderer Religionen dürfen Besuche abstatten. Der Gebetsort für Juden ist die Klagemauer. Doch israelische religiöse und nationalistische Gruppen - die bekannteste ist jene der Bewegung des Tempelberges - traten einmal mehr mit der Forderung hervor, die Juden sollten die Erlaubnis erhalten, auf dem al-Aqsa-Moschee Areal zu beten.

Neu daran war, dass diese Forderungen in der Knesset und bei gewissen Ministern der Regierungskoalition Zustimmung fanden. Die Tempelberg-Bewegung begründet ihre Forderung mit der Aussage, dort habe einst der Salomonische Tempel gestanden. Für die Muslime und natürlich besonders für die dort heimischen Palästinenser zählt mehr, dass das Gelände der al-Aqsa-Moschee seit über 1300 Jahren den drittheiligsten Ort des Islam darstellt

Der neuralgische Punkt Jerusalems

Agitation um dieses Heiligtum hat schon oft zu bitteren und blutigen Auseinandersetzungen zwischen Juden und Muslimen geführt. Die letzte in einer langen Kette, die schon zur Zeit des britischen Mandates begann, war durch den provokativen Besuch Ariel Sharons am 28. September 2000 gegeben. Sharon war begleitet von Hunderten von bewaffneten Sicherheitsleuten. Sein Besuch führte zu Zwischenfällen und in den folgenden Tagen zu Toten durch scharfe Schüsse der Polizei.

Dies bildete den Auftakt zur Zweiten Intifada (Erhebung) der Palästinenser der Westjordangebiete. Sie wird auch die al-al-Aqsa-Moschee-Intifada genannt. Sie endete vier oder fünf Jahre später (je nachdem, welchen Zeitpunkt man als ihr Ende ansetzt) mit zwischen 3000 und 4500 palästinensischen sowie gegen 1000 israelischen Todesopfern. Sie verursachte auch den Beginn des Baus der Sperrmauer, die weitgehend innerhalb der Besetzen Gebiete verläuft. Damit ist die bis heute andauernde Niederhaltung des Westjordanlandes durch die permanente Präsenz der israelischen Armee verbunden.

Im palästinensischen Sprachgebrauch nennt man das kurz, "die Besetzung". Praktisch hatte, wie im Rückblick erkenntlich, die Zweite Intifada zum Ende der Chancen der seit 1993 angekündigten und versprochenen Zweitstaatenlösung geführt. Seither ist von dieser Zweistaatenlösung nur noch in diplomatischen Gesprächen und fruchtlosen Verhandlungen die Rede. In der politischen Realität existiert sie nicht mehr, weil Israel mit Gewalt durchsetzt, dass immer mehr Siedler in den Besetzten Gebieten angesiedelt werden.

Wiederaufbrechen einer alten Wunde

Dies ist der Hintergrund der palästinensischen Sicht auf die al-al-Aqsa-Moschee. Die Entwicklungen der jüngsten Zeit spielen sich vor diesem Hintergrund ab. Dabei gab es zwei Akte, die in palästinensischer Sicht miteinander verbunden sind: Der erste war das Vorspiel zu dem jüngsten Gaza-Krieg. Er begann mit der Erschiessung von drei jugendlichen Israelis durch eine Extremistengruppe von Hebron, die - jedenfalls aus der Sicht der Palästinenser - nicht zur Hamas gehörte, sondern eher zu deren Herausforderern auf ihrem linken, extremistischen Flügel.

Die israelische Polizei reagierte darauf, indem sie eine Treibjagd auf die Hamas in den Besetzten Gebieten eröffnete und viele der führenden Hamas Politiker einkerkerte. Die Treibjagd kostete auch zahlreiche Menschenleben. Gleichzeitig fingen israelische Extremisten aus Siedlerkreisen einen palästinensischen Jugendlichen und verbrannten ihn lebend, um ihrerseits Rache zu nehmen. Dies provozierte den Raketenbeschuss aus Gaza und führte zu 52 Tagen der Kriegshandlungen gegen Gaza mit schweren Zerstörungen und Verlusten von über 2100 Menschenleben in Gaza, davon waren 72 Israeli. Zur Zeit gibt es einen bitteren Streit über die Verhinderung des Wiederaufbaus der Stadt durch israelische Liefersperren. Kürzlich warnte die Hamas, neue Kriegshandungen könnten ausbrechen.

Was "beten" bedeutet

Der zweite Akt nach dem Gazakrieg begann mit den erneuten Forderungen bestimmter jüdischer Gruppen, auf dem Gebiet der al-Aqsa-Moschee zu beten. Was die Forderung "zu beten" in der Praxis bedeuten könnte, steht den Bewohnern von Jerusalem täglich vor Augen. Die Klagemauer und ihre Umgebung wurde zu einem jüdischen Heiligtum ausgebaut.

Dazu wurde ein grosser Vorplatz angelegt. Um ihn anlegen zu können, wurde unmittelbar nach der Eroberung im Sechstagekrieg ein historisches Altstadtviertel Jerusalems zerstört, in dem arabische Muslime gelebt hatten. Es war als Maghrebi-Viertel bekannt, also als Nordafrikaner-Quartier. Angesichts der physischen Übermacht Israels besteht Angst unter den Palästinensern Jerusalems, die Forderung nach Gebetsbewilligung werde sich als das scharfe Ende eines Keils erweisen, dessen Eindringen auf die Enteignung des Areals der al-Aqsa-Moschee und seine Umwandlung zum "Tempelgebiet" der Juden abziele.

Autos als Waffen

Diese Befürchtungen werden bestärkt durch den Umstand, dass es in der Tat laut vorgebrachte Forderungen in diesem Sinne gibt, die von bestimmten jüdischen Gruppen vertreten werden. Die erneute Agitation um al-Aqsa-Moschee führte am 15. Oktober zum Anschlag auf Rabbi Yehuda Glick, den Vorsitzenden der Tempelbergbewegung, der tödlich verletzt wurde. Sein mutmasslicher Mörder wurde von der Polizei erschossen. Die Reaktion auf den Anschlag von israelischer Seite war ein Verbot für alle Männer unter 50 und alle Frauen unter 40 Jahren, die al-Aqsa-Moschee zu besuchen.

In dem dadurch entstandenen Klima kam es zweimal zu mutmasslichen Mordaktionen durch palästinensische Autofahrer, die israelische Fussgänger anfuhren. Beim ersten kam ein israelisches Kleinkind ums Leben, der zweite "Auto-Anschlag" wie man sie nun nennt, führte zu Verletzungen von 13 Personen. Die angeblichen Täter wurden beide Male von der Polizei erschossen.

Der Erhängte

Es kam zur Erschiessung eines weiteren Autofahrers durch die Polizei, wobei Bilder aufgenommen wurden, die zu zeigen schienen, dass die tödlichen Schüsse der Polizei nicht, wie von dieser behauptet, aus Notwehr abgegeben worden waren. Diese Bilder zirkulierten im Internet. Sodann wurde am vergangenen Sonntag spätabends ein palästinensischer Autobusfahrer an einem Draht erhängt in seinem Autobus im Autobusdepot von Arbeitskollegen gefunden. Die Polizei erklärte, es habe sich um Selbstmord gehandelt. Doch weder die Familie noch die palästinensischen Arbeitskollegen des Erhängten wollen dies glauben. Sie behaupten, das Opfer sei von Siedlern als Racheakt geschlagen, erwürgt und dann aufgehängt worden.

Ein palästinensischer Pathologe, der der Obduktion beiwohnte, sprach gegen den Selbstmordbefund und bestätigte die These der Familie. Arbeitskollegen des Toten wollen auch nicht an seinen Selbstmord glauben. Sie haben Streiks angekündigt und sie beklagen sich über zunehmende Drohungen von Seiten gewisser israelischer Passagiere. Was wirklich geschah, weiss niemand mit Sicherheit. Doch die Palästinenser sehen in erster Linie Polizeiexkutionen und Siedlermorde, die Israeli Autoanschläge als neueste Mordmethode.

Rivalitäten zwischen der Hamas und der PLO

Die Hamas hat den Mordanschlag in der Synagoge als einen Racheakt für den Erhängten erklärt. Ihre gewiss absichtlich provozierende Aussage lautet: "Das Verbrechen der Hinrichtung von Yussef al-Ramouni (so heisst der Busfahrer) spiegelt den Rassismus der Besetzung und der Siedler - die Antwort darauf muss sein, dass der Widerstand in all seinen Formen eskaliert!"

Die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) hat erklärt, die beiden von der Polizei erschossenen vermutlichen Attentäter in der Synagoge seien ihre Mitglieder. Die Volksfront gehörte früher zur PLO. Man hat seit langem nichts mehr von ihr gehört. Sie war einst in den 60er und 70er Jahren berühmt und berüchtigt für ihre Flugzeugentführungen. Sie ist heute der Ansicht, weder die PLO noch die Hamas seien "legitim", weil beide seit 2007 keine Wahlen mehr durchgeführt haben.

Mahmud Abbas hat den Mordanschag in der Synagoge verurteilt, jedoch in sehr kühlen Tönen: "Die Präsidentschaft verurteilt den Angriff auf jüdische Gläubige an ihrer Gebetsstätte und verurteilt die Tötung von Zivilisten unabhängig davon, wer sie vornimmt". Der scharfe Ton von der Hamas und der kühle von Abbas haben beide damit zu tun, dass die beiden theoretisch neu zusammengeschlossenen, tatsächlich aber rivalisierenden palästinensischen Organisationen sich in Wirklichkeit in einem komplexen Ringen um die künftige Macht über die Palästinenser befinden. Dieses soll den Übereinkünften nach in kommenden Wahlen entschieden werden. Doch ob es überhaupt zu einem Urnengang kommt, ist sehr ungewiss. In der Zwischenzeit versuchen beide Gruppen, die Gunst der Palästinenser für sich zu gewinnen.

Intifada der Einzeltäter?

Ministerpräsident Netanjahu hat verschärfte Polizeimassnahmen angeordnet und die Zerstörung der Häuser der erschossenen Mörder. Die palästinensische Knesset-Abgeodrnete Haneen Zoabi, die selbst den Unruhen um die al-Aqsa-Moschee Moschee beiwohnte, gibt eine kühle aber scharfe Einschätzung der Lage, wie sie sich nun ergibt. Sie sagte: "Es gibt einen wohlbekannten Zusammenhang zwischen tiefgreifender Unterdrückung und vertiefter Gewaltsamkeit. Dazu kommt die Vernachlässigung und Unterdrückung der jungen Generation von 15 bis 20 Jahren, die keine Möglichkeiten der Erziehung, der Ausbildung oder Arbeit erhalten. Dies facht die Wut der Palästinenser in Ostjerusalem an. Der Grund dafür ist die Abschnürung (Ost-)Jerusalems. Den Behörden ist es gelungen, durch den Mauerbau Jerusalem in eine belagerte Stadt zu verwandeln. Sie sind zuversichtlich, dass dies nicht zu einer neuen Intifada führen wird, weil die Ostjordangebiete dafür notwendig sind".

Die Rede von der kommenden Inifada ist auf der israelischen und auf der palästinensischen Seite in vieler Munde. Manche der Bewohner von Ostjerusalem sagen, sie stünden bereits mitten in der Dritten Intifada. Doch diese ist bisher keine Massenbewegung wie die vorausgehenden. Sie kann es möglicherweise auch gar nicht werden, weil die israelischen Sicherheitsdienste diesseits und jenseits der Sperrmauer zu effizient dafür sorgen, dass Massenbewegungen abgewürgt werden, bevor sie an Gewicht und Permanenz gewinnen. Doch ist es denkbar, dass statt der Massenbewegungen immer mehr Verzweiflungstaten von Einzelnen in der Art der jüngsten Anschläge begangen werden. Sie können als Anschläge mit suizidaler Komponente bezeichnet werden. Sie sind weniger leicht im Voraus erkennbar und daher weniger leicht einzudämmen als Massenbewegungen. Alle Gegenmassnahmen gegen solche ihren eigenen Tod in Kauf nehmende Täter und ihre überlebenden Verwandten und Gesinnungsgenossen werden unter den gegeben Umständen wahrscheinlich weitere ähnliche Einzeltäter motivieren.

Kommentare

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Einmal mehr ein Artikel von Arnold Hottinger mit der Fussnote „Irrtum und Auslassungen“ vorbehalten … Zu viele Auslassungen, wie z.B. der-massive Eingriff vor 15 Jahren in den Tempelberg durch den illegalen Bau jener unterirdischen Moschee, wo auch keine Archäologen zugelassen wurden. Ich habe auf dem Tempelberg erlebt, wie unauffällige jüdische Besucher von den Muslimen angepöbelt wurden, d.h. man will dort keine Juden, mit oder ohne Gebet. Warum kritisiert Hottinger nicht, dass z.B. Christen auf dem 20 Fussballfelder umfassenden Tempelberg nicht beten dürfen? Warum darf ich keine Bibel mitnehmen? Der Tempelberg erfreut sich seit 1967 nur deshalb bei Muslimen grosser Wichtigkeit, weil man mit ihm so gut die Flammen der Agitation gegen Israel entfachen kann.

Im Führer zum Tempelberg des Obersten Muslimischen Rats wurde (bis in die 50er Jahre) der Tempelberg immer als den Ort bezeichnet, wo „ohne jeden Zweifel“ einst der salomonische Tempel gestanden und wo David einst geopfert habe. Davon will man heute nichts mehr wissen und erfindet die wundersamsten Geschichten. So soll Moses der erste Palästinenser gewesen sein, der nach Palästina aufgebrochen sei, man höre! Hottinger vergisst zu erwähnen, dass jener Besuch des Tempelbergs durch Ariel Sharon vorher mit Arafats Behörde abgesprochen worden war. Bei der anschliessenden Intifada wurden rund 1,300 Israelis getötet (nicht „gegen 1000“). Dass das Mantra von den bösen Siedlern, die „in den besetzten Gebieten“ siedeln, folgen muss, liegt auf der Hand. Auch Hottinger vergisst, dass Judäa/Samaria (sog. Westjordanland) und Ostjerusalem Teile des für die jüdische Einwanderung geschaffenen Mandatgebiets zwischen Jordan und Mittelmeer waren. Das Recht, dort zu siedeln, basiert auf dem Völkerbundmandat. Auch waren Siedlungen in Oslo kein Thema. Es gibt rechtlich auch keine Grenze von 1967, nur jene “green Line“, die Waffenstandslinie von 1949, die gemäss Vertrag Jordanien/Israel eine zukünftige Grenze nicht präjudizieren darf. Von all dem erfährt die Leserschaft leider nichts.

Auch fehlt das Kapitel über die jahrelange, systematische Hetze seitens Fatah und Hamas gegen Israel und die Aufrufe zu Gewalt gegen die Juden und ihren Staat. Die Satzungen der PLO/Fatah und der Hamas rufen seit Jahrzehnten zur Vernichtung Israels auf! An den auch von uns finanzierten UNRWA-Schulen werden mittels Gehirnwäsche systematisch die Gewalttäter von morgen herangezüchtet. Via TV wird schon Kindern eingetrichtert, dass Juden zu erschiessen seien. Der Mufti von Jerusalem rief 2012 zum Töten von Juden auf. Undsoweiter…(www.palwatch.org).

Was den Gazakrieg 2014 betrifft, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Kein Wort steht da von den über 15,000 Hamas-Raketen seit 2005 als Ursache, dass Israel sich endlich dagegen zur Wehr setzte. Die Ermordung jenes Palästinenserjungen hat nun gar nichts mit 9 Jahren Raketenbeschuss durch die Hamas zu tun. Wieso verlangt Hottinger übrigens keine Entwaffnung der Hamas, die nur darauf wartet, wieder Raketen nach Israel schiessen zu können?

Israel hat 1967 eine Anzahl Maghrebi-Häuser zerstört, weil sie den Zugang zur Westmauer, den heiligsten Ort des Judentums, behinderten. Na und? Wo lesen wir davon, dass Jordanien anlässlich der illegalen Besetzung Ostjerusalems 1948-67 58 Synagogen zerstörte und tausende Gräber auf dem Oelberg schändete? Das Material wurde für Bauten, Strassen und Latrinen verwendet. Auch das uralte jüdische Viertel wurde zerstört…

Befremdend, wie H. nur von „mutmassliche“ Mordaktionen schreibt. Mit den Opferzahlen nimmt er es auch nicht so genau. Wenn Hottinger im Fall jenes toten Buschauffeurs schon schreibt, dass niemand mit Sicherheit wisse, was geschah, dann sollte er nicht einseitig dem fragwürdigen Standpunkt der Palästinenser breiten Raum geben. Der palästinensische Pathologe, der anfangs die Meinung der israelischen Kollegen teilte, wurde möglicherweise von muslimischer Seite unter Druck gesetzt, damit er seine Meinung ändere.

Abbas hat den Mordanschlag in der Synagoge „verurteilt“. Das Gewicht dieser Verurteilung kann man ermessen, wenn man weiss, dass wohl nicht zufällig zur gleichen Zeit via Pal. TV ein Film ausgestrahlt wurde, in dem ein Mitkämpfer Arafats erklärt, wie früher Arafat aus politischen Gründen eben gezwungen war, Attentate zu verurteilen…So wussten die Palästinenser Bescheid, wie die „Verurteilung“ zu gewichten war. Zudem sei daran erinnert, dass Abbas regelmässig Mörder von Israelis als Helden feiert.

Die propagandistische Aussage jenes paläst. Knesset-Abgeordneten soll wohl von der Tatsache ablenken, dass es das Ziel der Palästinenser ist, Israel zu vernichten. So werden gezielt Ursache und Wirkung durcheinandergebracht. Es gibt auch keine „Abschnürung Ost-Jerusalems“. Wovon denn? Ganz Jerusalem gehört nach internat. Recht zu Israel (Dr. J. Gauthier, Universität Genf 2007), weil es immer als Ganzes zum Mandatsgebiet von 1922 gehörte. Und daran hat sich deshalb nichts geändert, weil die Araber den UNO-Teilungsplan von 1947 abgelehnt hatten. Jordanien oder irgendwelche Palästinenser waren nie legitimer Souverän von Judäa/Samaria oder Ostjerusalem. Uebrigens handelt es sich bei jener Mauer um eine Schutzmauer, die die Zahl der Attentate deutlich reduziert hat. Aber es gehört eben zum antiisraelischen Vokabular, von einer „Sperrmauer“ zu sprechen…. Das zum Thema „Irrtümer und Auslassungen“.

Ihr Einwand ist derart konfus das man kaum darauf Antworten kann. Schon nur die Erwähnung des Völkerbunds in diesem Zusammenhang weist wohl auf ein Nachtrauern an die verlorenen Kolonien Europas hin. Im Grunde ist Israel noch die letzte Bastion die zur Zeit des Völkerbunds von den Europäern kolonisiert wurde.

Aus Ihrer Antwort ist zu schliessen, dass Sie die Rechtslage, beginnent mit der Balfour-Deklaration, San Remo 1920 und dem Völkerbund nicht kennen. Diese gültigen Rechte sind geschützt durch Art. 80 der UNO-Charta (Dr. J. Gauthier, Universität Genf 2007). Ihre Unwissenheit führt Sie auf brüchiges Eis...

Aus Ihrer Erwiederung muss man folgern, dass für Sie die Beherrschung ferner Völker rechtens sein kann. Das erstaunt, da ich davon ausgehe Sie sind Schweizer. Wo die Ablehnung einer Fremdherrschaft in den Genen schlummert.
Die Entscheidung des Völkerbunds in Bezug zu dem durch die Kolonialmächte besetzten und beherrschten Mandatsgebiet ist in etwa genauso rechtens wie damals als DE Fankreich besetzte und ihr Besatzungsrecht anwendeten.

Schade, Sie haben offenbar die rechtlichen Grundlagen immer noch nicht studiert. Wieso kritisieren Sie nicht die USA, die mehrheitlich aus wirklich gestohlenem Land auf wirklich illegalen Siedlungen bestehen? Auch sollte Russland eigentlich die ehem. deutschen Ostgebiete räumen. Zu erwähnen wäre auch das Südtirol.
Die Araber (Feisal) erhoben 1919 an der Friedenskonferenz in Versailles keinen Anspruch auf das sog. Palästina. Vielleicht lesen Sie einmal, was Mark Twain in Innocent Abroad über jene Provinz des Osmanischen Reichs geschrieben hat. Es war alles andere als der Garten Eden. Die britische Verwaltung schrieb 1921, dass das Gebiet unterentwickelt und unterbevölkert ist. usw.
Uebrigens sind rund 75% der sogenannten Palästinenser selber Einwanderer resp. Nachkommen solcher. Denn den einwandernden Juden folgen bald Muslime aus div. Ländern, da sich Arbeitsplätze ergaben.

Und Sie haben nicht begriffen, dass das Kolonialrecht kein Recht war sondern Willkür und Gewalt.
Nebenbei geht es nicht um das abstreiten des heutigen existenzrechts von Israel sondern um ein demaskieren des israelischen Entstehungsmythos. Und Sie beackern diesen Mythos mit „Irrtümer und Auslassungen“.
Wie z.B. die genannten 75% Palästinenser die eingewandert sein sollen. Das kann nur zutreffen wenn man den alten Palästinensern eine Geburtenrate unterstellt die kleiner als die der damaligen Europäern, also auch den Zionisten, war. Das ist natürlich völlig unrealistisch.
Die Geburtenrate der ansässigen Palästinenser war um ein vielfaches höher als die der eingewanderten Europäer.
Nebenbei, erzählten Zeitzeugen, jüdischer wie muslimischer palästinensischer Herkunft, dass schon in den 20er Jahren eingewanderte und arbeitslose Zionisten vor jüdischen Betrieben in Haifa demonstrierten, mit der Forderung Juden sollen keine Araber einstellen dürfen.
Der Arbeitsmarkt hat die Einwanderungswellen kaum aufnehmen können. Und was das heisst, was das schührt, kennen wir heute auch.

Pardon, ich meinte nicht Haifa sondern Jaffa.

Mit der muslimischen Einwanderung in die osmanische Provinz Palästina befasst sich auch Joan Peters in "From Time Immemorial".
Ab und zu machen auch PA-Politiker kein Geheimnis daraus, wie PA-Minister Fathi Hammad in einem Interview von 2012: "Jeder Palästinenser kann seine Wurzeln nachweisen. Er hat Vorfahren, die aus Saudi Arabien, Jemen, Aegypten oder anderen arabischen Ländern stammen. usw.
Gemäss Völkerbundmandat war eine Einstaatenlösung vorgesehen, denn da war Platz für alle. Da der Islam es nicht zulassen kann, das sich mit politischen Rechten ausgestattete Ungläubige (Juden) in einem einst muslimisch beherrschten Territorium ausbreiten (nicht in der Rolle von Dhimmis), war der Konflikt vorprogrammiert. - Deshalb das Nein der Araber zum UNO-Teilungsplan, ihr Angriffskrieg von 1948, die Chartas der PLO/Fatah und der Hamas, die zur Vernichtung Israels aufrufen etc.

Man kann die Einwanderung wie wir das in Europa auch kennen, wo im schlechtesten Fall die Eingewanderten nur wegen der Arbeit kommen oder im Besten Fall sich wirklich integrieren wollen nicht mit der zionistischen Einwanderung in Palästina gleichsetzten. Es war doch damals allseits bekannt, dass die zionistischen Organisationen in Europa diese Einwanderung mit dem Ziel organisierten und finanzierten um einen Judenstaat auf zu bauen.
Und wenn man heute über die komplexen Ereignisse in Palästina von damals diskutiert, wird immer wieder unterschlagen über welche Informationen die verschiedenen Gruppen damals verfügten.
Z.B. berichtete Stephan Hessel (https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A9phane_Hessel) der damals Frankreich bei der UNO vertrat und am Teilungsplan mitarbeitete in einer Sternstunde Philosophie auf SF1 unmissverständlich, alle die damals mit dem Teilungsplan beschäftigt waren wussten, dass die Existenz eines jüdischen Staates nur gewährleistet werden konnte wenn man einen Grossteil der Muslime vertreibt. Die Palästinenser hatten einfach eine viel zu hohe Geburtenrate. Nun sollte man sich Fragen welche Eliten oder Bevölkerungen in Arabien und anderen Orten dies auch wussten. Und ab welchem Zeitpunkt sie diese Tatsache begriffen. Und wenn man davon ausgeht dieses Wissen oder die Befürchtung waren weit verbreitet so lässt sich die Gewalt nicht mehr so einfach nur mit Antisemitismus weg erklären.
Ich möchte nur daran erinnern wie schnell Europa Serbien stoppte als die Anschuldigung die Serben vertreiben die Kosovoalbaner gemeldet wurde.

Und zu der zuerst favorisirten Einstaatenlösung sollte schon der Kontext nicht unberücksichtig gelassen werden. Die Araber wurden nach dem Ersten Weltkrieg von den Europäern über den Tisch gezogen. Es wurde ihnen ganz Arabien und die Freiheit versprochen aber England und Frankreich hielten sich nicht daran.
Der Völkerbund war somit nicht glaubwürdig.
Daneben wollten die Zionisten auch nichts von einer Einstaatenlösung wissen wo Muslime und Juden gleichberechtigt wären, sondern sie arbeiteten von Anfang an auf einen Judenstaat hin.

Franzosen und Engländer hatten die Provinz Palästina nicht den Arabern versprochen! Auch nicht in den rechtlich nicht bindenden Mc.Mahon Papieren. Der Völkerbund war glaubwürdig, auch hatten die Araber an der Friedenskonferenz in Paris 1919 keinen Anspruch auf Palästina erhoben. Gemäss Art. 22 der Satzung des Völkerbundes wurde die Mandatsform geschaffen für "Gebilde", die noch nicht als selbständigen Staat funktionieren konnten. So existierten verschiedene Mandate, eines davon war das für Palästina. Im Mandat steht, dass der Völkerbund die Grundlage für die Wiedererrichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina anerkennt.
Leider nehmen Sie nicht davon Kenntnis, dass es der Islam ist, der die jüdische Einwanderung und jegliche jüdische Autorität aus Prinzip ablehnt(e). Er kennt auch keine Gleichberechtigung von Juden und Muslimen. Es hätte Platz für alle gehabt, 70% waren Staatsland. Auch ist es eine Tatsache, dass die Vernichtung Israels das Ziel der Fatah und der Hamas ist, - und keine Friedenslösung.
Auch die Juden haben eine hohe Geburtenrate. Weiter war es so, dass die Engländer in Verletzung des Mandats die jüdische Einwanderung stark einschränkten, ein Kniefall vor den Arabern.
SRF-Sternstunden haben generell eine Vorliebe für Israelis, die nicht wissen, wer Feind wer Freund und die das eigene Land diffamieren. Hessel gehört offenbar auch dazu, erinnernd an jene "querdenkenden" Juden, die 1933 das Naziregime gegen ausländische Proteste gegen das Judenboykott verteidigten.

Einmal abgesehen, dass wir rund um die rechtlichen Aspekte des Völkerbunds unterschiedlicher Meinung sind, möchte ich doch auf eine Unstimmigkeit in ihrer These hinweisen. Wie hätten die Araber beim Völkerbund Anspruch auf etwas anmelden können da die Araber gar kein Stimmrecht hatten sondern von den Kolonialmächten Frankreich und England fremdbeherrscht wurden?
Auch die Tatsache das Ho Chi Minh an dieser Friedenskonferenz zugegen war und die Freiheit Vietnams forderte wurde nicht dokumentiert. Ein Vietnamese konnte auch kein Anspruch anmelden da er faktisch von Frankreich bevormundet war.

Das Rauchen bringt weltweit mehr Menschen
um als alle Terroristen zusammen.

Dummheit ist lernbar. Mit Ihrem Kommentar bewahrheitet sich diese Aussage von Jürg Jegge.

Lieber Herr Gast, das ist so ziemlich der einfältigste Kommentar, den ich je gelesen habe. Leider ist Ihr Kommentar aber nicht nur dumm, sondern Sie verharmlosen damit den Terrorismus, der in den letzten Jahren unzähligen unschuldigen Menschen auf brutalste Weise das Leben gekostet hat. Mit Ihrem offensichtlich eher geringen Verstand, können Sie sich natürlich auch nicht in die Lage der Opfer resp. von deren Angehörigen hineinversetzen. Immerhin schämen Sie sich wenigstens, mit Ihrem Namen zu Ihrem Kommentar zu stehen. Die Tatsache, dass Sie sich schämen, lässt auf Besserung hoffen.

"Die Redaktion von Journal21 behält sich vor, Kommentare gekürzt oder nicht zu publizieren." Ich weiss von vier Personen, welche sich kritisch zu den absurden Aussagen von Herrn Hottinger geäussert haben. Kein einziger von diesen Kommentaren wurde aufgeschaltet. Am "journalistischen Mehrwert" darf natürlich nicht gekratzt werden.

Dieser Artikel müsste in der Tagespresse erscheinen,
danke Arnold Hottinger.

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