Bergsturz in Bondo

Journal21's picture

Bergsturz in Bondo

Von Journal21, 26.08.2017

Bondo GR ist von einem der gewaltigsten Bergstürze heimgesucht worden, die es in den vergangenen hundert Jahren in der Schweiz gegeben hat.

Durch das Bergdorf Bondo im bündnerischen Bergell strömen nach dem Erdrutsch vom 23. August erneut gewaltige Massen von Felsen, Geröll und Wasser, seit es am gestrigen 25. August erneut zu einem Felsabbruch und Erdrutsch gekommen ist. Das Dorf wurde wegen der wieder gestiegenen Gefahr ein zweites Mal evakuiert. Die Suche nach den acht vermissten Bergsteigern und Wanderern musste abgebrochen werden. Es besteht wenig Hoffnung, sie noch lebend zu finden, und die Suchmannschaften würden sich allzu grossen Risiken aussetzen.

Der Bergsturz ist einer der grössten, die die Schweiz im letzten Jahrhundert getroffen haben. Rund vier Millionen Kubikmeter Material sind bei Bondo zu Tal gestürzt. Nachdem es am Pizzo Cengalo schon 2011 einen grossen Felsabbruch gegeben hatte, wurde ein erneuter Bergsturz zwar erwartet, aber nicht in diesem Ausmass. Noch immer ist eine Million Kubikmeter Gestein am Berg in Bewegung.

Kommentare

Die Redaktion von Journal21.ch prüft alle Kommentare vor der Veröffentlichung. Ehrverletzende, rassistische oder anderweitig gegen geltendes Recht verstossende Äusserungen zu verbreiten, ist uns verboten. Da wir presserechtlich auch für Weblinks verantwortlich sind, löschen wir diese im Zweifelsfall. Unpubliziert bleiben ausserdem sämtliche Kommentare, die sich nicht konkret auf den Inhalt des entsprechenden Artikels oder eines bereits aufgeschalteten Leserkommentars beziehen. Im Interesse einer für die Leserschaft attraktiven, sachlichen und zivilisierten Diskussion lassen wir aggressive oder repetitive Statements nicht zu. Über Entscheide der Redaktion führen wir keine Korrespondenz.

Bergstürze, nicht sehr oft, aber immer wieder!

Einzelne Bergspitzen der gegenüberliegenden Talseite leuchteten bereits in der Morgensonne, als das Barometer zu sinken begann. Strahlendes Blau lag über dem Tag und Nebelschwaden strichen verloren Felswände entlang. Nichts, aber auch gar nichts deutete auf das kommende Unheil hin. Murmeten, auch Munggelis genannt, standen stramm und aufrecht vor ihren Bauten, stiessen in kurzen Abständen Warnrufe aus. Wussten die was kommen würde, etwas das wir noch nicht wissen konnten? Eine leichte Brise durchlüftete unser Haus der offenen Fenster und Türen, nur das meckern der Ziegenbande im Stall war diesmal ungewöhnlich laut. Manchmal, sogar öfters war das so, meist ohne Bedeutung. Es waren die Bergdohlen die als Erste Zeugen wurden. Sekunden vor dem Donner sahen sie die Wolke, eine riesige weisse Wolke und das Donnern hinterher. Wir ahnten nicht, was da kommen sollte, die ungeheure Masse die sich plötzlich bewegte, Richtung Tal stürzte und alles zermalmte was ihr in den Weg kam. Zuerst die Wolke und dann die Ruhe vor dem Gewehrschuss, einer der alsbald die Stille zerreissen würde. Ein Inferno, so wie tausend Teufel die das Höllentor öffnen würden. So ist das in den Bergen, man weiss nie, ist aber angewiesen auf unser Urvertrauen, dass alles so wie es ist, nicht sehr gut, nicht sehr schön, aber halt richtig ist und vor allem nicht zu ändern. Nun zum Wasser und wenn es gefriert in den Ritzen der Felsen, dann macht es sich breit und das nächste Wasser ebenso und später wenn der Regen kommt greift er genau dort an, löst den Felsen ab, was soll man tun? Wir leben damit und sehen wie Marmor Stein und Eisen bricht, aber unsere Zuversicht nicht! …cathari

SRF Archiv

Newsletter kostenlos abonnieren