In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, an einem 9. Oktober:
Geburt von John Lennon - Tod von Jacques Brel - erste Montagsdemo in Leipzig
Es geschah an einem 9. Oktober
1817: Einweihung der Universität Genf.
1846: Geburt von Julius Maggi, Schweizer Unternehmer, Gründer des Lebensmittelproduzenten "Maggi", Erfinder der Maggi-Würze.
1888: Geburt von Nikolai Bucharin, sowjetischer Politiker.
1892: Geburt von Ivo Andric, kroatisch-serbischer Schriftsteller, Nobelpreisträger (verliehen 1961), Die Brücke über die Drina.
1895: In Wien wird Schnitzlers Liebelei uraufgeführt.
1906: Geburt von Léopold Sédar Senghor, senegalesischer Dichter und Staatsmann.
1907: Geburt von Jacques Tati, französischer Filmregisseur, Mon oncle.
1934: Ein bulgarischer Extremist erschiesst den jugoslawischen König Alexander I. in Marseille. Bei dem Attentat stirbt auch der französische Aussenminister Barthou. Der Attentäter, der möglicherweise Beziehungen zu rechtsextremen kroatischen Ustascha hatte, wird mit einem Säbel getötet.
1940: Geburt von John Lennon in Liverpool, britischer Musiker, The Beatles, gestorben am 8. Dezember 1980 in New York.
1958: Tod von Papst Pius XII.
1962: Uganda wird von Grossbritannien unabhängig.
1963: Ein Felssturz bringt einen Stausee bei Langarone in den Dolomiten zum Überlaufen und überflutet das Tal. 2000 Menschen sterben.
1967: Che Guevara wird einen Tag nach seiner Verhaftung hingerichtet.
1968: Ein Hilfsportier legt im Zürcher Hotel Metzgerbräu beim Hauptbahnhof Feuer. Das Haus wird fast vollständig zerstört. In den Flammen sterben zehn Menschen, neun werden verletzt.
1970: Tod von Jean Giono, französischer Schriftsteller.
1978: Tod von Jacques Brel, belgischer Chansonnier.
1986: Rupert Murdochs Fernsehkanal Fox geht auf Sendung.
1989: In Leipzig findet die erste grosse Montagsdemonstration statt. 70‘000 Menschen nehmen daran teil.
1991: Tod von Roy Black, Schlagersänger.
2004: In Afghanistan gewinnt Hamid Karzai die Präsidentschaftswahl.
2006: Nordkorea führt seinen ersten Atombombentest durch.
2006: Google kauft Youtube.
2009: Barack Obama wird der Friedensnobelpreis zugesprochen.
2010: In Chile erreicht ein Bohrkopf die Höhle, in der sich 33 eingeschlossene Mineure befinden.
2011: Die französischen Sozialisten wählen in einer Primärwahl François Hollande zum Präsidentschaftskandidaten.
2012: Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht Athen. 30'000 Demonstranten protestieren gegen sie. Sie erklärt, sie hoffe, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibe.























