"Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!"

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"Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!"

Von Journal21, 06.12.2014

60 deutsche Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Medien rufen in einem Appell zum Dialog mit Russland auf.

Zu den Unterzeichnenden gehören der Regisseur Wim Wenders, der frühere Bundespräsident Roman Herzog, der Schauspieler Mario Adorf, der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder, die Schauspielerin Hanna Schygulla und der Schauspieler Klaus Maria Brandauer an. 

Die Hamburger "Zeit" hat als erste den Aufruf veröffentlicht.

Der Aufruf im Wortlaut: 

Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!

Niemand will Krieg. Aber Nordamerika, die Europäische Union und Russland treiben unausweichlich auf ihn zu, wenn sie der unheilvollen Spirale aus Drohung und Gegendrohung nicht endlich Einhalt gebieten. Alle Europäer, Russland eingeschlossen, tragen gemeinsam die Verantwortung für Frieden und Sicherheit. Nur wer dieses Ziel nicht aus den Augen verliert, vermeidet Irrwege.

Der Ukraine-Konflikt zeigt: Die Sucht nach Macht und Vorherrschaft ist nicht überwunden. 1990, am Ende des Kalten Krieges, durften wir alle darauf hoffen. Aber die Erfolge der Entspannungspolitik und der friedlichen Revolutionen haben schläfrig und unvorsichtig gemacht. In Ost und West gleichermaßen. Bei Amerikanern, Europäern und Russen ist der Leitgedanke, Krieg aus ihrem Verhältnis dauerhaft zu verbannen, verloren gegangen. Anders ist die für Russland bedrohlich wirkende Ausdehnung des Westens nach Osten ohne gleichzeitige Vertiefung der Zusammenarbeit mit Moskau, wie auch die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Putin, nicht zu erklären.

In diesem Moment großer Gefahr für den Kontinent trägt Deutschland besondere Verantwortung für die Bewahrung des Friedens. Ohne die Versöhnungsbereitschaft der Menschen Russlands, ohne die Weitsicht von Michael Gorbatschow, ohne die Unterstützung unserer westlichen Verbündeten und ohne das umsichtige Handeln der damaligen Bundesregierung wäre die Spaltung Europas nicht überwunden worden. Die deutsche Einheit friedlich zu ermöglichen, war eine große, von Vernunft geprägte Geste der Siegermächte. Eine Entscheidung von historischer Dimension. Aus der überwundenen Teilung sollte eine tragfähige europäische Friedens- und Sicherheitsordnung von Vancouver bis Wladiwostok erwachsen, wie sie von allen 35 Staats- und Regierungschefs der KSZE-Mitgliedsstaaten im November 1990 in der "Pariser Charta für ein neues Europa" vereinbart worden war. Auf der Grundlage gemeinsam festgelegter Prinzipien und erster konkreter Maßnahmen sollte ein "Gemeinsames Europäisches Haus" errichtet werden, in dem alle beteiligten Staaten gleiche Sicherheit erfahren sollten. Dieses Ziel der Nachkriegspolitik ist bis heute nicht eingelöst. Die Menschen in Europa müssen wieder Angst haben.

Wir, die Unterzeichner, appellieren an die Bundesregierung, ihrer Verantwortung für den Frieden in Europa gerecht zu werden. Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik für Europa. Das geht nur auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle und mit gleichberechtigten, gegenseitig geachteten Partnern. Die deutsche Regierung geht keinen Sonderweg, wenn sie in dieser verfahrenen Situation auch weiterhin zur Besonnenheit und zum Dialog mit Russland aufruft. Das Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der Deutschen, der Polen, der Balten und der Ukrainer.

Wir dürfen Russland nicht aus Europa hinausdrängen. Das wäre unhistorisch, unvernünftig und gefährlich für den Frieden. Seit dem Wiener Kongress 1814 gehört Russland zu den anerkannten Gestaltungsmächten Europas. Alle, die versucht haben, das gewaltsam zu ändern, sind blutig gescheitert – zuletzt das größenwahnsinnige Hitler-Deutschland, das 1941 mordend auszog, auch Russland zu unterwerfen.

Wir appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, als vom Volk beauftragte Politiker, dem Ernst der Situation gerecht zu werden und aufmerksam auch über die Friedenspflicht der Bundesregierung zu wachen. Wer nur Feindbilder aufbaut und mit einseitigen Schuldzuweisungen hantiert, verschärft die Spannungen in einer Zeit, in der die Signale auf Entspannung stehen müssten. Einbinden statt ausschließen muss das Leitmotiv deutscher Politiker sein.

Wir appellieren an die Medien, ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen. Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden. Es geht nicht um Putin. Staatenlenker kommen und gehen. Es geht um Europa. Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen. Dazu kann eine verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung eine Menge beitragen.

Am 3. Oktober 1990, am Tag der Deutschen Einheit, sagte Bundespräsident Richard von Weizsäcker: "Der Kalte Krieg ist überwunden. Freiheit und Demokratie haben sich bald in allen Staaten durchgesetzt. ... Nun können sie ihre Beziehungen so verdichten und institutionell absichern, dass daraus erstmals eine gemeinsame Lebens- und Friedensordnung werden kann. Für die Völker Europas beginnt damit ein grundlegend neues Kapitel in ihrer Geschichte. Sein Ziel ist eine gesamteuropäische Einigung. Es ist ein gewaltiges Ziel. Wir können es erreichen, aber wir können es auch verfehlen. Wir stehen vor der klaren Alternative, Europa zu einigen oder gemäß leidvollen historischen Beispielen wieder in nationalistische Gegensätze zurückzufallen."

Bis zum Ukraine-Konflikt wähnten wir uns in Europa auf dem richtigen Weg. Richard von Weizsäckers Mahnung ist heute, ein Vierteljahrhundert später, aktueller denn je.

Die Unterzeichner

Mario Adorf, Schauspieler
Robert Antretter (Bundestagsabgeordneter a. D.)
Prof. Dr. Wilfried Bergmann (Vize - Präsident der Alma Mater Europaea)
Luitpold Prinz von Bayern (Königliche Holding und Lizenz KG)
Achim von Borries (Regisseur und Drehbuchautor)
Klaus Maria Brandauer (Schauspieler, Regisseur)
Dr. Eckhard Cordes (Vorsitzender Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft)
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.)
Eberhard Diepgen (ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin)
Dr. Klaus von Dohnanyi (Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg)
Alexander van Dülmen (Vorstand A-Company Filmed Entertainment AG)
Stefan Dürr (Geschäftsführender Gesellschafter und CEO Ekosem-Agrar GmbH)
Dr. Erhard Eppler (Bundesminister für Entwicklung und Zusammenarbeit a.D.)
Prof. Dr. Dr. Heino Falcke (Propst i.R.)
Prof. Hans-Joachim Frey (Vorstandsvorsitzender Semper Opernball Dresden)
Pater Anselm Grün (Pater)
Sibylle Havemann (Berlin)
Dr. Roman Herzog (Bundespräsident a.D.)
Christoph Hein (Schriftsteller)
Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch (Bundestagsvizepräsident a.D.)
Volker Hörner (Akademiedirektor i.R.)
Josef Jacobi (Biobauer)
Dr. Sigmund Jähn (ehemaliger Raumfahrer)
Uli Jörges (Journalist)
Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann (ehemalige EKD Ratsvorsitzende und Bischöfin)
Dr. Andrea von Knoop (Moskau)
Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (ehemalige Korrespondentin der ARD in Moskau)
Friedrich Küppersbusch (Journalist)
Vera Gräfin von Lehndorff (Künstlerin)
Irina Liebmann (Schriftstellerin)
Dr. h.c. Lothar de Maizière (Ministerpräsident a.D.)
Stephan Märki (Intendant des Theaters Bern)
Prof. Dr. Klaus Mangold (Chairman Mangold Consulting GmbH)
Reinhard und Hella Mey (Liedermacher)
Ruth Misselwitz (evangelische Pfarrerin Pankow)
Klaus Prömpers (Journalist)
Prof. Dr. Konrad Raiser (eh. Generalsekretär des Ökumenischen Weltrates der Kirchen)
Jim Rakete (Fotograf)
Gerhard Rein (Journalist)
Michael Röskau (Ministerialdirigent a.D.)
Eugen Ruge (Schriftsteller)
Dr. h.c. Otto Schily (Bundesminister des Inneren a.D)
Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer (ev. Theologe, Bürgerrechtler)
Georg Schramm (Kabarettist)
Gerhard Schröder (Bundeskanzler a.D.)
Philipp von Schulthess (Schauspieler)
Ingo Schulze (Schriftsteller)
Hanna Schygulla (Schauspielerin, Sängerin)
Dr. Dieter Spöri (Wirtschaftsminister a.D.)
Prof. Dr. Fulbert Steffensky (kath. Theologe)
Dr. Wolf-D. Stelzner (geschäftsführender Gesellschafter: WDS-Institut für Analysen in Kulturen mbH)
Dr. Manfred Stolpe (Ministerpräsident a.D.)
Dr. Ernst-Jörg von Studnitz (Botschafter a.D.)
Prof. Dr. Walther Stützle (Staatssekretär der Verteidigung a.D.)
Prof. Dr. Christian R. Supthut (Vorstandsmitglied a.D. )
Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik (ehemaliger Berater im Bundeskanzleramt für Sicherheit und Außenpolitik)
Andres Veiel (Regisseur)
Dr. Hans-Jochen Vogel (Bundesminister der Justiz a.D.)
Dr. Antje Vollmer (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D.)
Bärbel Wartenberg-Potter (Bischöfin Lübeck a.D.)
Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Wissenschaftler)
Wim Wenders (Regisseur)
Hans-Eckardt Wenzel (Liedermacher)
Gerhard Wolf (Schriftsteller, Verleger)

Kommentare

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Die Abspaltung der Krim war eine durch Volk und Parlament der autonomen Republik Krim legal erfolgte Sezession von der Ukraine (in Anwendung des Art. 1 der UNO-Charta gemäss Völkerrecht), mit anschliessender, durch die Duma beschlossener Aufnahme in die russ. Föderation. Es war keine Annexion Russlands. Dieser Ansicht ist u. a. der Völkerrechtler Prof. Schachtschneider. Im Vertrag mit der Ukraine über den Flottenstützpunkt Sewastopol war es übrigens Russland vertraglich erlaubt, 22.500 Mann Militär zum Schutze ihrer Anlagen auf der Krim zu stationieren. Dass durch diese Ereignisse die Krim als ersehnter Nato-Stützpunkt dem Machtbereich der „Amis“ entzogen wurde, macht sie begreiflicherweise wütend.

Wegen der Ukrainekrise richtet die NATO ihre Strategie neu aus. Die Außenminister der 28 Mitgliedsländer beschlossen, 2015 eine Eingreiftruppe gegen etwaige Bedrohungen aus Russland aufzustellen. Die NATO wirft Russland »aggressives Verhalten« gegen die Ukraine vor und befürchtet ähnliches Vorgehen auch gegen Mitglieder der Allianz im östlichen Mitteleuropa. Die geplante Eingreiftruppe soll im Notfall binnen Tagen zum Beispiel ins Baltikum oder nach Polen verlegt werden können. Deutschland wird dafür einen großen Teil der Soldaten stellen.« Wetten wir, wenn der
Marschbefehl kommt, dann hagelt es an Krankmeldungen.

Angetrieben durch Tausende von Lobbyisten des "Military-industrial complex" (Dwight D. Eisenhower 1961 schon fast prophetisch) in Washington, drängt das Regime des schwächlichen Obama die naiven Regierungschefs der EU (von Merkel über Hollande bis Renzi) in die Konfrontation mit Russland. Sollte es zum Schlimmsten kommen, werden sich die Kriegstreiber hinter dem Atlantik, die den US-Steuerzahlern für ihre üble Kriegsmaschinerie jedes Jahr 700 Milliarden US-Dollars aus der Tasche ziehen, ins Fäustchen lachen, werden die Westeuropäer zuerst für teures Steuergeld mit noch mehr Zerstörungsgerät beliefern, werden aus der sicheren Distanz zusehen – und hinterher sich auch am "Wiederaufbau" gleich nochmals eine goldene Nase verdienen. Zum Glück ist unser neutrales Land bei solchen Lumpereien, zu denen die Bevölkerung in der ganzen EU ebenso nichts zu sagen hat, wie in den USA, auch diesmal nicht mit dabei! Niklaus Ramseyer

Nein, sie werden keine goldene Nase verdienen, weil sich diese in radioaktiven Dunst verwandeln wird.

Das automatisierte System Perimeter (Tote Hand) erlaubt Moskau
in der Theorie, auf einen Angriff des Westens zu antworten, selbst
wenn seine höchsten militärischen Kommandeure getötet sind und
die Hauptstadt in Schutt und Asche liegt.
Das Herz des Systems wird in unterirdischen Bunkeranlagen im Süden von Moskau und in weiteren Reservestandorten vermutet. Während einer Krise sollen Militärdienststellen eine verschlüsselte Nachricht an die Bunker senden um das System Tote Hand zu aktivieren. Sollten danach nahegelegene Sensoren einen nuklearen Angriff auf Moskau melden und das System eine Unterbrechung der Fernmeldeverbindungen zu den höchsten Kommandostellen der Streitkräfte feststellen, würde das System mittels niederfrequenter Funksignale durch im Erdboden verlegte spezielle Antennen den Start spezieller Raketen auslösen.
Nach dem Erreichen bestimmter Flughöhen sollten diese Flugkörper ihrerseits über strategischen Raketenkomplexen und anderen militärischen Anlagen Funksignale mit Angriffsbefehlen an strategische Atomraketen, Bomberverbände und über spezielle Funkrelais-Stationen an die strategische Atom-U-Bootflotte auf
See abstrahlen. Im Gegensatz zu westlichen Informationen sollen
zahlreiche russische Atomraketen in Bunkern und auf mobilen
Startgeräten automatisch gestartet werden können.

Russland hat auf all die Angriffe ruhig und besonnen reagiert
und nur das nötigste zu der eigenen Verteidigung getan.
Die USA würden genauso wenig tolerieren, wenn China auf eine Militärallianz mit Kanada und Mexiko hinarbeiten würde.
Doch all das wird man wird man in Washington und Brüssel niemals zugeben. Weil man in diesem Fall anerkennen müsste, dass die ganze antirussische Politik Obamas überhaupt keine Grundlage hat, außer dem Streben nach der Abrechnung mit dem unbotmäßigen Moskau, das es wagt, die USA herauszufordern und eine unabhängige Außenpolitik zu verfolgen.
Weil man dann zudem anerkennen müsste, dass dass sich die Quelle der Aggression nicht im Kreml, sondern in Washington und den verbündeten europäischen Hauptstädten befindet. Und das wichtigste: man müsste dann anerkennen, dass sich alles nicht um Demokratie, Menschenrechte und hohe Prinzipien dreht, mit denen man uns 20 Jahre lange fütterte, sondern um das Streben nach Herrschaft um jeden Preis. Um das, was der Europäer Nietzsche als Willen zur Macht bezeichnete. Nietzsche wusste, wovon er sprach. Die Masken sind abgelegt. Der Anstand ebenso.

Russland und China führen jetzt reguläre sehr große Militär-
Übungen zu Wasser und zu Lande durch. Sie üben nicht nur zusammen, sondern sie praktizieren auch regelmäßig die
Schaffung eines gemeinsamen Oberkommandos.
Dies hätte für niemanden eine Überraschung sein müssen: China und Russland sind wahrhaft „ideale“ Partner, die sich perfekt ergänzen. Was der eine braucht, hat der andere und umgekehrt. Nicht nur das, sondern beide wurden – und werden – von den USA derart schikaniert, dass ich behaupten würde, das Imperium treibe beide geradezu einander in die Arme. Obama hat wiederholt und offen sowohl Russland als auch China gedroht, hat ihnen alle Arten von Ultimaten geschickt, versuchte, gegen sie Koalitionen zu schmieden und hat natürlich beide mit Militärbasen und Anti-Raketen-Systemen umgeben.

Wir alle hier wissen, dass der Maidan-Putsch von Washington – und leider auch in Komplizenschaft mit der deutschen Bundesregierung – inszeniert wurde, um das zu erreichen, was die versuchte Farbrevolution im Jahr 2004 nicht erreicht hatte, nämlich das Umschwenken der Ukraine in Richtung Europäische Union und somit letztlich in Richtung der NATO.
Russland hatte angesichts dieser gewaltsamen geopolitischen Offensive keine andere Wahl, als seine lebenswichtigen Interessen zu wahren, nämlich zu verhindern, dass die Krim mit ihrer russischen Identität und russischen Geschichte und ihrer hohen strategischen Bedeutung zur strategischen Plattform für die NATO zur Kontrolle des Schwarzen Meeres würde; Russland konnte nicht zulassen, dass die Rechte der russischsprachigen und russischen Minderheiten im Osten der Ukraine durch eine illegale ukrainische Regierung geopfert würden, eine Regierung, zu der auch Nostalgiker des Dritten Reiches gehören, ohne dass dieses Faktum einen Skandal unter den westlichen Regierungen auslösen würde.
Angesichts dieser strategischen Übergriffe, angesichts der Verbrechen, die von der von Kiew entsandten Armee begangen wurden, welche Dörfer im Osten der Ukraine bombardiert und Zivilisten tötet, hat Russland reagiert wie jeder unabhängige souveräne Staat, wie jeder auf seine vitalen Interessen bedachte Staat reagieren würde. Russland hat mit Mäßigung, mit Zurückhaltung reagiert, und diese Zurückhaltung ist die richtige Haltuhng, die es auch gegenüber den Provokationen der NATO beizubehalten gilt.

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1989
versuchen die Vereinigten Staaten die Bildung einer unipolaren
Welt voranzutreiben, die unter ihrer Herrschaft stehen soll.
Die USA betreibt die Erweiterung der NATO, strebt die Kontrolle über die Energiequellen im Nahen Osten an, um Asien von sich abhängig zu machen und will Russland auf dem weltweiten Energiemarkt schwächen. Überall, begonnen von Zentralasien bis hin zum Nahen Osten und quer durch den Maghreb hat diese Politik nur Chaos hinterlassen. Der islamische Fundamentalismus ist daraus gestärkt hervorgegangen, während die Nationalstaaten geschwächt wurden und die Sicherheit Europas bedroht ist.

Angesichts der immer dreisteren Eroberungskriege der USA stellt sich auch die Lügenpresse kleinlaut berechtigte Fragen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) bezweifelt, ob die BRD ein „freier Staat“ sei, „denn es ist mehr als unklar, ob Deutschland überhaupt souverän ist.“ Und das offizielle Organ der Republik Österreich, die Wiener Zeitung, lässt wissen, dass „souveräne Staaten ganz anders reagieren würden“. Also die logische Schlussfolgerung: „Wir sind weder emanzipiert noch frei. Wir leben eine Lebenslüge.“

Der russische Vordenker Alexander Dugin appelliert an den Willen zum Widerstand der Deutschen, da Freiheit nicht geschenkt zu bekommen sei. Denn die Besatzung durch die USA ist aus russischer Sicht keine Frage sondern ein Faktum: „Die einfache und nackte Tatsache, dass die Amerikaner nach 1990 nicht zusammen mit den Russen aus Deutschland abgezogen sind, zeigt, dass das Land ein besetztes Land ist. (…) In keinem Land der Welt lässt die US-Macht so viele Auslandsstützpunkte unterhalten, wie in der BRD. Laut offiziellem Stützpunktbericht von 2013 des US-Verteidungsministeriums befinden sich in der BRD 179 offizielle Stützpunkte der US-Armee. Der BRD-Steuerzahler bezahlt – von der Reparatur bis zur Reinigung – alles. Mehr als 50.000 dauerhaft stationierte Soldaten mit Atomwaffen genießen das Gastrecht Deutschlands.“
Barack Obama soll am 5.6.2009 bei seinem Besuch auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Ramstein gesagt haben:
„Deutschland ist ein besetztes Land und wird es auch bleiben.“
Dem kann man nichts hinzufügen. Es sei denn, die Deutschen erkennen ihre Zwingherren und entledigen sich ihrer …

Politiker in Europa sind Vasallen der amerikanischen Regierung!
Von denen haben wir nichts zu erwarten.
Deutschland gleich gar nicht!
Her mit dem Friedensvertrag und der Verfassung , die uns von den Amerikanern verweigert wird. Erst wenn wir suverän sind und der Ami aus unserem Land vertrieben ist werden wir keinen Terrorismus haben.

Haben Sie Dank fūr die Wiedergabe des Appells zum Dialog mit Russland, der in der Hamburger "Zeit" veröffentlicht worden ist!
Endlich! Bevor es zu spāt ist: Das Russlandfeindbild, das derzeit aufgebaut wird, und an das man so leichtglāubig glaubt, ist gefāhrlich und ungerecht. Cui bono? Zu wessen Vorteil?
Der Beschluss der NATO 2008, die Ukraine und Georgien in das Militārbūndnis zu integrieren, war falsch und war eine Provokation fūr Russland, ebenso das Assoziierungsabkommen zwischen der Union und der Ukraine.
Die Vorstellung eines starken 'Eurasiens' mag den angelsāchsischen Westen zwar seit langer, langer Zeit schon beunruhigen (siehe Preparata, Suttons, Brzezinski u.a.). Trotzdem sollten wir in Europa nicht dem konstruierten Feindbild von Russland, das die gesamte westliche Presse so genūsslich verbreitet, auf den Leim gehen! Frau Merkel ist nicht Willy Brandt, nicht Gerhard Schröder oder Helmut Schmidt, nein: Frau Merkel vertritt die Interessen Polens, der baltischen Staaten, der Vereinigten Staaten von Amerika, der NATO.

Als Eidgenossin trāume ich zwar nicht von einem "Großen Haus Europa", das ist mir zu romantisch, zu undemokratisch, zu diktatorisch (bspw. geheim(!) verhandelte Abkommen über TTIP, PFZ etc.), aber ich bin ūberzeugt, dass zu Europa auch Russland gehōrt. Ein Europa der verschiedenen Identitāten, Sprachen, Kulturen ist authentischer als ein Einheitsbrei: sprechen wir Deutsch, русский/russkiy, parlons français, parliamo italiano, hablamos español.
Nie wieder Krieg in Europa! Nicht in unserem Namen Krieg!

Von meinem iPad gesendet

@Sarah Deine klugen, Wärme spendenden Worte für das idealere Europa als das, welches die EU/Nato-Front - leider auch in unserem Land - zu erkämpfen bereit ist. Nicht erst seit dem Ukraine-konflikt sondern schon im Jugoslawienkrieg verliessen die Euro/Dollar-Vereinigten den Weg der friedlichen Koexistenz vielsprachiger Länder mit integriertem Russland. Darum stimme ich entschieden ein: Nie wieder Krieg in Europa ! Nicht in unserem Namen Krieg ! Danke Sarah.

@Renato: Zypern gehörte bis zu dessen Zerfall zum Osmanischen Reich. Die Krim war russisch, bevor sie Chruschtschow innerhalb der Sowjetunion an die Ukraine verschenkte. Kosovo wurde 1999 aus Serbien herausgebrochen, um dort die grösste Militärbasis der USA zu errichten, Camp Bondsteel. Mit der Besetzung von Gibraltar haben die Briten spanische territoriale Integrität verletzt, ebenso in Argentinien mit den Islas Malvinas (Falkland). Die Geschichte ist voll von solchen Beispielen.

Danke für die Ergänzungen, Sarah.

Frieden mit Russland wieder aufzubauen ist das erste Ziel das Europa haben muss.
Alles was unternommen wird um dieses Ziel weiter zu unterlaufen ist absolut verantwortungslos gegenüber dem Leben von Millionen von Menschen in Europa, also auch in Russland.
Man kann, im Wissen um die Kriege die in der Vergangenheit in Europa mit Russland geführt wurden, keinesfalls neue gefährliche Konflikte schüren. Man hat die Leichenberge hüben und drüben gesehen. Reicht das nicht für immer und ewig?

ARD und ZDF haben bis gestern nichts über diesen Aufruf gesendet? in Google News ist bis anhin nichts zu finden?

Danke an Journal 21 für die Veröffentlichung dieses Aufrufes der sonst nur in einigen kleineren News-Plattformen zu finden ist.

Heisst das, dass Europa sich dem Islamismus, der wirklichen Bedrohung, sich widerstandslos ergeben wird und so die Fortsetzung des Nazismus akzeptiert?

1974 annektierte die Türkei blutig die nördliche Hälfte Zyperns.

2014 annektierte Russland unblutig die Krim.

Man vergleiche.

Ist ja gut, der Aufruf. Aber gegen den Polit- und Mediendampfer der seinen Kurs halt mal genommen hat (auf Konfrontation), richtet das wohl Nichts aus. Höchstens fühlen sich kritische Geister dann nicht so alleingelassen im Nebel der mainstream-Meinung.

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Das Historische Bild

Vor 50 Jahren, am 28. September 1966, starb André Breton. Er gilt als der wichtigste Vertreter des Surrealismus in Frankreich. Im 9. Arrondissement in Paris trägt ein Platz seinen Namen. Ursprünglich wollte André Breton, geboren 1896, Arzt werden. Aber seine Begegnungen mit Paul Valéry, Stéphane Mallarmé und Guillaume Apollinaire führten dazu, dass er sein Medizinstudium abbrach, um freier Schriftsteller zu werden. 1919 gründete er zusammen mit Louis Aragon und Philippe Soupault die Zeitschrift Littérature, die sich zunehmend dem Dadaismus öffnete. 1924 verfasste Breton auch unter dem Einfluss surrealistischer Maler wie Max Ernst und Salvatore Dali das „Manifest des Surrealismus“. Ursprünglich stand diese Bewegung dem Sozialismus nahe, aber 1935 brachen Breton und einige seiner Freunde mit der kommunistischen Partei Frankreichs. Während des 2. Weltkrieges emigrierte Breton mit finanzieller Unterstützung von Peggy Guggenheim zusammen mit seiner 2. Frau, der Malerin Jacqueline Lamba, nach New York. Der Begegnung mit ihr widmete Breton sein vielleicht erfolgreichstes literarisches Werk, L´Amour fou. Nach dem Krieg kehrte Breton nach Paris zurück und blieb dem Surrealismus, der bereits seinen Zenit überschritten hatte, verbunden. André Breton trug im Laufe seines Lebens die bedeutendste Privatsammlung surrealistischer Kunst zusammen. Nach seinem Tod wurden zahlreiche Werke versteigert. Das Centre Pompidou hat einen Teil der Sammlung erworben und stellt sie in einem eigens dafür eingerichteten Raum aus. (Foto: Keystone/STR) Mehr…