Rechtsrutsch

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Rechtsrutsch

Von Journal21, 15.10.2017

Die konservative ÖVP gewinnt die österreichischen Nationalratswahlen klar. An zweiter Stelle folgt laut dem provisorischen Endergebnis die rechtsnationale FPÖ. Knapp dahinter liegt die bisher regierende SPÖ.

Die ÖVP erzielt mit Spitzenkandidat Sebastian Kurz 31,4 Prozent der Stimmen. Das ist ein Plus von 7,4 Prozent. Die FPÖ kommt auf 27,4 Prozent (+6,9), die SPÖ AUF 26,7 (-0,1).

Die Grünen verpassen mit 3,3 Prozent (-9,1) den Wiedereinzug in den Nationalrat.

NEOS käme auf 5,0 Prozent und die Liste Pilz auf 4,1 Prozent.

Gut 6,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher waren aufgerufen, in vorgezogenen Neuwahlen ein neues Parlament, den Nationalrat, zu wählen. Der Wahlkampf war gekennzeichnet durch eine beispiellose Schlammschlacht, die dem Land keine Ehre macht. Der öffentlich-rechtliche ORF sprach von einem „Wahlkampf auf Abwegen“.

Die eingegangenen fast 900’000 Briefwahlstimmen werden erst ab Montagmittag ausgezählt. Deshalb könnten bei einem knappen Ergebnis erst im Laufe der Woche feststehen, wer Platz zwei erobert hat: Die bisher regierenden Sozialdemokraten oder die von vielen als rechtspopulistisch bezeichnete FPÖ von Heinz-Christian Strache, der als junger Mann in der Neonazi-Szene mitmischte. Die FPÖ hofft, „auf Augenhöhe“ in einer Koalition mit der ÖVP mitregieren zu können.

Österreich war bisher von einer Grossen Koalition aus SPÖ und ÖVP regiert worden. Kanzler war seit anderthalb Jahren der Sozialdemokrat Christian Kern.

Der österreichische Bundeskanzler und SPÖ-Spitzenkandidat Christian Kern und seine Frau Eveline Steinberger-Kern am Sonntagmorgen vor der Stimmabgabe in Wien. (Foto: Keystone/AP/Ronald Zak)
Der österreichische Bundeskanzler und SPÖ-Spitzenkandidat Christian Kern und seine Frau Eveline Steinberger-Kern am Sonntagmorgen vor der Stimmabgabe in Wien. (Foto: Keystone/AP/Ronald Zak)

(J21)

Ja, und nun, nach Brexit, Trump, AfD werden die 68er geprägten Deutungshoheitsträger auf der Mehrheit der Oesterreicher rumtrampeln. In Journal 21 nicht.

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