Raketen gegen Raketen

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Raketen gegen Raketen

Von Journal21, aktualisiert - 05.05.2019

Zehn Tage vor Beginn des Eurovision Song Contest in Tel Aviv schiessen militante Palästinenser Hunderte Geschosse auf Israel ab. Die israelische Armee schlägt zurück.

Es ist der intensivste Beschuss seit einem halben Jahr. Am Samstag feuerten militante Palästinenser vom Gaza-Streifen aus 450 Raketen auf israelisches Gebiet. Der Beschuss ging am Sonntag weiter. Das israelische „Iron-Dom-Anti-Missile“-System hat bisher über 200 Geschosse abgefangen.

Israel konterte und griff rund 200 Stellungen im Gaza-Streifen an. Laut palästinensischen Angaben hätten israelische Kampfflugzeuge 150 Angriffe geflogen. Dazu kam ein intensiver Artilleriebeschuss von Artilleriestellungen im südlichen Israel und von israelischen Kriegsschiffen aus. Getroffen wurden laut palästinensischen Quellen auch Moscheen, Läden und Medienbüros. Schwer beschädigt wurde unter anderem das Büro der türkischen Nachrichtenagentur Andalu. Ein Sprecher des türkischen Aussenministeriums bezeichnete den israelischen Vergeltungsschlag als „disproportioniert“. 

„Ein sehr hoher Preis“

Al Jazeera zitiert einen israelischen Militärsprecher, der sagt, der Beschuss könne „noch einige Tage dauern“. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Sonntag, die Hamas würde „einen sehr hohen Preis“ für den Beschuss bezahlen. Auch Hamas kündigte Vergeltung an. 

Auf beiden Seiten gab es Tote.  Auf israelischer Seite starben vier Menschen. In Aschkelon starb ein 58-jähriger Mann bei der Explosion einer mit Metallkugeln gefüllten Artilleriegranate. Es ist das erste Mal seit dem Gaza-Krieg 2014, dass Israeli bei palästinensichen Raketenangriffen ums Leben kommen . Auf palästinensischer Seite starben 19 Menschen, unter ihnen befindet sich ein 34-jähriger Hamas-Führer. 70 Palästinenser wurden nach palästinensischen Angaben verletzt. 

Palästinensische Kreise rechtfertigen den Beschuss damit, dass Israel Zusagen nicht einhalte. Vor allem der Gütertransport nach Gaza sei weiterhin blockiert.

Israel fürchtet, dass militante Palästinenser den Eurovision Song Contest (ESC) zum Anlass nehmen, Raketen auf Tel Aviv abzuschiessen. Der Song Contest findet vom 14. bis 18. Mai statt. Tausende Besucher werden erwartet. Israel hat rund um Tel Aviv zusätzliche Raketenabwehrsysteme aufgebaut. Die israelische Zeitung Haaretz zitiert einen Palästinenser mit den Worten: „Es kann nicht sein, dass man singt, während wir leiden.“

Im Gaza-Streifen leben rund zwei Millionen Menschen. Nach Angaben der Weltbank beträgt die Arbeitslosigkeit 52 Prozent.

(J21)

Kommentare

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"«Israel bombardiert Ziele in Gaza» erhält eigenen Unicode-Zeichenplatz.
(nbs/sat/ire/veröffentlicht am 08.07.2014) Das internationale Unicode-Konsortium hat für die ab sofort gültige Unicode-Version 7.1 die Schlagzeile «Israel bombardiert Ziele in Gaza» als so genannte Ligatur mit eigenem Codepunkt (U+10F34F) verabschiedet.

Als Begründung zu diesem Schritt nannte das Konsortium die Tatsache, dass «Israel bombardiert Ziele in Gaza» in den vergangenen 50 Jahren der am häufigsten verwendete, unveränderte Satz im Nachrichtenwesen gewesen ist und dies wahrscheinlich auch für die kommenden Jahrzehnte so bleiben dürfte. Zur Diskussion stand ebenfalls der Satz «Israel aus Gaza-Streifen mir Raketen beschossen», doch werde dieser, wie ein Sprecher der Konferenz gegenüber dem Nebelspalter betonte, in deutschsprachigen Medien deutlich weniger prominent weiterverbreitet."
Marco Ratschiller

"Zudem unternehme Israel nicht genug gegen Stromausfälle, beklagten Hamas-Führer"
Ist man im Gaza unfähig, sich selbst mit dem nötigsten zu versorgen. Wie kann man nur 50 Jahre nichts gebacken bekommen. Die haben Zugang zum Mittelmeer, bekommen obendrein noch jedes Jahr Milliarden an Unterstützung von den naiven europäischen Staaten. Alles was man von denen jedoch sieht, sind diese albernen Trauermärsche, bei denen Terroristen in die Luft schiessen und hasserfüllt Blödsinn brüllen.

Ihr Kommentar, B. Kerzenmacher, zeigt, wie abgrundtief ein Mensch fallen kann. Besonders einer wie Sie, der es eigentlich besser weiss, aber dennoch gewissenlos Lügen verbreitet.

Zu B.Kerzenmacher

Ihr Kommentar zeugt von wenig Sachkenntnis und geografischem Wissen. Setzen Sie sich doch mit der Geschichte und den historischen Abläufen auseinander, dann wird vielleicht ihre Denkweise differenzierter.
In etwas gehe ich mit Ihnen einig: "Auge um Auge, Zahn um Zahn"
gehört offenbar zum Denken und Handeln im vorderen Orient - auf beiden Seiten.

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