Fort Bahrein - Gerster

Die Burg von Bahrain
Die portugiesische Burg von Bahrain, Qal’at al-Bahrain, krönt einen 300 x 600 m grossen und 12 m hohen Ruinenhügel (Tell), der während 4500  Jahren, seit der Zeit des Reichs von Dilmun, ununterbrochen besiedelt war. Dilmun hat seinen Auftritt schon in den ältesten sumerischen Keilschifttexten, die zwischen 3300 und 2300   v. Chr. in Tontafeln eingeritzt wurden, und es bleibt in Mesopotamien bis in die neubabylonische Zeit ein Begriff.

Dilmun monopolisierte den Seehandel zwischen dem Industal und dem Zweistromland. Zeitweilig geriet es offenbar in Abhängigkeit von Stadtstaaten am Euphrat oder Tigris. Seine Bedeutung übersteigt die eines erfolgreichen Handelsplatzes. Dilmun ist Teil des sumerischen Schöpfungsmythos. Im Gilgamesh-Epos figuriert Dilmun als das Paradies.

Die Angaben in Textquellen zu seiner Lage und Ausdehnung indes sind verwirrlich und widersprüchlich; Dilmun war lange schattenhaft, kaum mehr als ein Gerücht. Schon früh vermuteten freilich die Forscher, dass die Insel Bahrain, einst gesegnet mit artesischen Süsswasservorkommen, das Dilmun-Paradies sein könnte. Aber erst 1954 - 1970  nahmen sich dänische Archäologen den Tell bei Manama, der Hauptstdt des Königreichs Bahrain, vor. Und sie entdeckten, dass tatsächlich seine ältesten Schichten von 2200 v.Chr. zur Dilmun-Kultur gehören, das Gerücht war endlich dauerhaft verortet.

Auch jüngere Besiedlungsbelege aus nahezu zwei Jahrtausenden wiesen die Ausgräber der Dilmun-Kultur zu: Monumentalbauten an einer Prachtstrasse, Repräsentations-, Wohn- und Vorratsräume eines Palastes, ein Tempel, Hafenanlagen. In dem Ruinenhügel verbirgt sich anscheinend der Sitz eines Königs oder, in Perioden der Vasallenschaft, die Residenz des Statthalters. Die quadratische Festung (im Flugbild oben) entstand erst im 3. Jahrhundert; die Bauherren waren vermutlich Sassaniden von der anderen (heute persischen) Seite des Golfs. Die Sicherung der Seefahrt im Golf war schon damals von strategischer Bedeutung.

Die Portugiesen, die sich gerade in Hormus festgesetzt hatten, errichteten im l6. Jahrhundert auch in Bahrain eine mächtige Burg, die sie erst wieder aufgaben, als die Versandung eines Zufahrtkanals sie vom Meer abschnitt und damit militärisch nutzlos machte. Jetzt endeten viereinhalb Jahrtausende Siedlungsleben abrupt, übrig blieb eine archäologische Fundstelle. Das Gutachten des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS), das 2004 der Unesco die Anerkennung von Tell und Burg als Welterbe (im Folgejahr)  nahelegte, vermerkt diese Verwandlung mit einem Anflug von Wehmut. – Jahr des Flugbilds: 2005 (Copyright Georg Gerster/Keystone)
Die Burg von Bahrain
Die portugiesische Burg von Bahrain, Qal’at al-Bahrain, krönt einen 300 x 600 m grossen und 12 m hohen Ruinenhügel (Tell), der während 4500 Jahren, seit der Zeit des Reichs von Dilmun, ununterbrochen besiedelt war. Dilmun hat seinen Auftritt schon in den ältesten sumerischen Keilschifttexten, die zwischen 3300 und 2300 v. Chr. in Tontafeln eingeritzt wurden, und es bleibt in Mesopotamien bis in die neubabylonische Zeit ein Begriff.

Dilmun monopolisierte den Seehandel zwischen dem Industal und dem Zweistromland. Zeitweilig geriet es offenbar in Abhängigkeit von Stadtstaaten am Euphrat oder Tigris. Seine Bedeutung übersteigt die eines erfolgreichen Handelsplatzes. Dilmun ist Teil des sumerischen Schöpfungsmythos. Im Gilgamesh-Epos figuriert Dilmun als das Paradies.

Die Angaben in Textquellen zu seiner Lage und Ausdehnung indes sind verwirrlich und widersprüchlich; Dilmun war lange schattenhaft, kaum mehr als ein Gerücht. Schon früh vermuteten freilich die Forscher, dass die Insel Bahrain, einst gesegnet mit artesischen Süsswasservorkommen, das Dilmun-Paradies sein könnte. Aber erst 1954 - 1970 nahmen sich dänische Archäologen den Tell bei Manama, der Hauptstdt des Königreichs Bahrain, vor. Und sie entdeckten, dass tatsächlich seine ältesten Schichten von 2200 v.Chr. zur Dilmun-Kultur gehören, das Gerücht war endlich dauerhaft verortet.

Auch jüngere Besiedlungsbelege aus nahezu zwei Jahrtausenden wiesen die Ausgräber der Dilmun-Kultur zu: Monumentalbauten an einer Prachtstrasse, Repräsentations-, Wohn- und Vorratsräume eines Palastes, ein Tempel, Hafenanlagen. In dem Ruinenhügel verbirgt sich anscheinend der Sitz eines Königs oder, in Perioden der Vasallenschaft, die Residenz des Statthalters. Die quadratische Festung (im Flugbild oben) entstand erst im 3. Jahrhundert; die Bauherren waren vermutlich Sassaniden von der anderen (heute persischen) Seite des Golfs. Die Sicherung der Seefahrt im Golf war schon damals von strategischer Bedeutung.

Die Portugiesen, die sich gerade in Hormus festgesetzt hatten, errichteten im l6. Jahrhundert auch in Bahrain eine mächtige Burg, die sie erst wieder aufgaben, als die Versandung eines Zufahrtkanals sie vom Meer abschnitt und damit militärisch nutzlos machte. Jetzt endeten viereinhalb Jahrtausende Siedlungsleben abrupt, übrig blieb eine archäologische Fundstelle. Das Gutachten des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS), das 2004 der Unesco die Anerkennung von Tell und Burg als Welterbe (im Folgejahr) nahelegte, vermerkt diese Verwandlung mit einem Anflug von Wehmut. – Jahr des Flugbilds: 2005 (Copyright Georg Gerster/Keystone)