Bern Altstadt - Gerster

Die Altstadt von Bern
Berns Altstadt kam 1983 auf die Ehrenliste des Welterbes – gleichzeitig mit der Grabmoschee Taj Mahal. Der Zertifizierungsprozess verlief nicht rund. Das australische Mitglied des Komitees, das über die Aufnahme entscheiden sollte, sah anfangs in Bern eine wenig aufregende Kulissenstadt – „just another town, so what’s the fuss“; die Überzeugungsarbeit des Schweizer Botschafters bei der Unesco gewann zuletzt auch die australische Stimme für Bern. Ein afrikanischer Delegierter, ebenfalls Gegner der Kandidatur, wollte wenigstens kein Spielverderber sein und schwänzte zuvorkommend die Sitzung der Abstimmung. Bern kam also nur mit knapper Not auf die Liste. Trotzdem braucht sich in Indien die Welterbestätte Taj Mahal, „eine Träne auf der Wange der Zeit“, der helvetischen Schwester an der Aare nicht zu schämen. Bern vertritt in unübertroffener Reinheit und Reife das urbanistische Muster einer axialen Stadtanlage mit Gassenmarkt. Es gehört zu einer ganzen Stadtfamilie, die die Dynastie der Zähringer rechts und links des Rheins gegründet hatte. Kenner rühmen es als die „geschlossenste und konsequenteste Schöpfung des Städtebaus mindestens im 12. Jahrhundert“ (Paul Hofer). Die Auszeichnung als Welterbe bedeutet immer und in jedem Fall Würde und Bürde, schon gar im Falle einer lebendigen, sich weiter entwickelnden Stadt. Wie die Denkmalpflege Berns – bis 2006 unter Bernhard Furrer – sich ihres Mündels angenommen hat - stets in der Zwickmühle von Bewahrung und Veränderung und stets um das Zusammenspiel von Alt und Neu besorgt - gilt heute international als beispielhaft. Jahr der Aufnahme: 1975. (Copyright Georg Gerster/Keystone)
Die Altstadt von Bern
Berns Altstadt kam 1983 auf die Ehrenliste des Welterbes – gleichzeitig mit der Grabmoschee Taj Mahal. Der Zertifizierungsprozess verlief nicht rund. Das australische Mitglied des Komitees, das über die Aufnahme entscheiden sollte, sah anfangs in Bern eine wenig aufregende Kulissenstadt – „just another town, so what’s the fuss“; die Überzeugungsarbeit des Schweizer Botschafters bei der Unesco gewann zuletzt auch die australische Stimme für Bern. Ein afrikanischer Delegierter, ebenfalls Gegner der Kandidatur, wollte wenigstens kein Spielverderber sein und schwänzte zuvorkommend die Sitzung der Abstimmung. Bern kam also nur mit knapper Not auf die Liste. Trotzdem braucht sich in Indien die Welterbestätte Taj Mahal, „eine Träne auf der Wange der Zeit“, der helvetischen Schwester an der Aare nicht zu schämen. Bern vertritt in unübertroffener Reinheit und Reife das urbanistische Muster einer axialen Stadtanlage mit Gassenmarkt. Es gehört zu einer ganzen Stadtfamilie, die die Dynastie der Zähringer rechts und links des Rheins gegründet hatte. Kenner rühmen es als die „geschlossenste und konsequenteste Schöpfung des Städtebaus mindestens im 12. Jahrhundert“ (Paul Hofer). Die Auszeichnung als Welterbe bedeutet immer und in jedem Fall Würde und Bürde, schon gar im Falle einer lebendigen, sich weiter entwickelnden Stadt. Wie die Denkmalpflege Berns – bis 2006 unter Bernhard Furrer – sich ihres Mündels angenommen hat - stets in der Zwickmühle von Bewahrung und Veränderung und stets um das Zusammenspiel von Alt und Neu besorgt - gilt heute international als beispielhaft. Jahr der Aufnahme: 1975. (Copyright Georg Gerster/Keystone)