Napoleon - Historisches Bild

Vor 200 Jahren, am 5. April 1821, starb Napoleon Bonaparte in der Verbannung auf der Insel St. Helena im Südatlantik. Die Geschichte vom Aufstieg und Fall dieses Herrschers ist bis heute faszinierend, aber noch faszinierender ist die Tatsache, dass Napoleon bis heute die Gemüter bewegt und verehrt wird. In Umfragen nennen die Franzosen ihn direkt hinter Charles de Gaulle als bedeutendste Gestalt ihrer Geschichte.

Es gibt zahlreiche Gedenkveranstaltungen und sehenswerte Dokumentationen. Der deutsch-französische Sender Arte wird für seine beiden neuen Beiträge mit Recht gelobt. Geradezu exemplarisch verkörpert Napoleon das Rätsel der engen Verbindung von Genie und Wahnsinn, Tatkraft und Skrupellosigkeit sowie Weitsicht und Fehleinschätzung.

Auch diejenigen, die Napoleon für das grosse Leid kritisieren, das er insbesondere im Zusammenhang mit dem Russland-Feldzug auch über die eigenen Landsleute gebracht hat, konnten nicht verleugnen, dass Napoleon mit seinen Reformen Europa eine ganz neue Gestalt und ein neues Gepräge in Recht, Verwaltung und Politik gegeben hat.

Schon zu Lebzeiten tat Napoleon alles dafür, dass niemand sein Genie unterschätzte. Dazu diente auch die propagandistisch eingesetzt Malerei. Das Bild von Jacques-Louis David zeigt Napoleon Bonaparte bei der Überquerung des Grossen Sankt Bernhard am 16. Mai 1800. Sein Feldzug führte über Italien mit dem Ziel, die Österreicher am 14. Juni in der Schlacht von Marengo zu besiegen. Kenner sehen in diesem Gemälde, zum Beispiel im Schimmel, viele Symbole, die Napoleon geradezu mythisch überhöhen. Am unteren Bildrand, der im Foto abgeschnitten ist, sind die Namen von Hannibal und Karl dem Grossen auf Steinen zu sehen. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv/Anonymous)

(J21)