Patricia Highsmith - Historisches Bild

Vor 100 Jahren, am 19. Januar 1921, wurde Patricia Highsmith in Fort Worth, Texas, geboren. Speziell in Europa hat sie sich eine Lesergemeinde erobert, die von ihrer unverwechselbaren Sicht auf die Motive von Hochstaplern, Mördern oder anderen Kriminellen bis heute in ihren Bann geschlagen werden. Kritiker warfen ihr vor, zu viel Verständnis für die Übeltäter aufzubringen. Aber gerade das macht ihren Reiz aus.

Schon ihr erster Roman, „Strangers on a Train“, war ein Welterfolg. Dazu trug wesentlich die Verfilmung von Alfred Hitchcock im Jahr 1951 bei. In der Folge wurden ihre Erzählungen und Romane wiederholt mit hochrangigen Literaturpreisen versehen. Im Jahr 1991 stand ihr Name auch auf der Vorschlagsliste des Literatur-Nobelpreises. Die Wahl fiel aber auf Nadine Gordimer.

Die bekannteste Gestalt im Verbrecheralbum von Patricia Highsmith ist Tom Ripley. Ihm widmete sie insgesamt fünf Romane. Der erste erschien 1955 unter dem Titel „The Talented Mr. Ripley“. Der letzte Ripley-Roman kam 1991 unter dem Titel „Ripley Under Water“ heraus. Die deutschen Ausgaben werden seit 2002 neu übersetzt und erscheinen im Diogenes Verlag. Es gab mehrere Verfilmungen, unter anderem von Wim Wenders unter dem Titel: „Der amerikanische Freund“ (1977).

Patricia Highsmith führt ihre Vorliebe für die Psyche von Kriminellen auf eine frühe Lektüre eines Buches des Psychiaters Karl A. Menninger, „The Human Mind“, zurück. Dass Leute, die äusserlich völlig normal erscheinen, unter der Oberfläche zu Verbrechen fähig sind, hat sie ihr Leben lang fasziniert.

Seit 1963 lebte Highsmith an verschiedenen Orten in Europa. Ihr Zurückgezogenheit war legendär. Zeitweilig umgab sie sich mit zahllosen Katzen. Sie starb am 4. Februar 1995 in einem Krankenhaus in Locarno. Das Foto entstand 1951 in einem Porträt-Studio in London. (Foto: Keystone/AP/Str)

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