Assuan-Staudamm - Historisches Bild

Vor 50 Jahren, am 15. Januar 1971, wurde der Assuan-Staudamm von Anwar el-Sadat feierlich seiner Bestimmung übergeben. Dieses Bauwerk hat in mehrfacher Hinsicht einen besonderen Stellenwert. Seine Baugeschichte ist ebenso bemerkenswert wie die Tatsache, dass dieser Staudamm bis heute die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt: Dürreperioden werden ausgeglichen, Hochwasser abgemildert, und es wird Strom produziert.

Der jetzige Staudamm hatte einen Vorgänger: Die sogenannte „alte Staumauer“ befindet sich 7 Kilometer südwestlich von Assuan und wurde zwischen 1898 und 1902 errichtet. Seinerzeit galt sie als das grösste dieser Art von Bauwerken. Trotzdem erwies es sich im Laufe der Zeit als zu klein. Zusätzlich wurden Überlegungen angestellt, wie auf Dauer niedrige Wasserstände effizienter als bisher ausgeglichen werden können. Bahnbrechend waren Beobachtungen und Überlegungen des Engländers Harold Edwin Hurst. Zunächst aber zeigte König Faruq kein Interesse an dem neuen Bau. Erst Gamal Abdel Nasser zeigte sich offen für neue Pläne.

1954 fanden erste Verhandlungen mit den deutschen Firmen Hochtief und Rheinstahl Union Brückenbau statt. Die Kosten wurden auf 2,1 Milliarden DM geschätzt. Die USA und Grossbritannien stellten 70 Millionen US-Dollar in Aussicht, zogen dieses Angebot aber zurück, als Nasser 1956 die Volksrepublik China offiziell anerkannte. Nasser behalf sich, indem er Gelder aus der Verstaatlichung des Suezkanals für den Bau einsetzte. Und die Sowjetunion sprang nur zu gern in die Lücke, die die USA gelassen hatten.

Eine Besonderheit der Baugeschichte besteht in der Verlegung der Tempelanlagen von Abu Simbel, von Philae, Kalabscha, Amada und anderen. Finanziell wurde diese weitgehend von der Unesco ermöglicht.

Nach der offiziellen Eröffnung durch Nasser 1971 dauerte es noch 5 Jahre, bis der nach ihm benannte 500 Kilometer lange Stausee vollständig gefüllt war. Man schätzt, dass das Projekt etwa 2,2 Milliarden Euro gekostet hat. Beim Bau verloren 451 Menschen ihr Leben.

Das Bild entstand im April 1964. (Foto: Keystone/AP)

(J21)