Jean-Luc Godard - Historisches Bild

Jean-Luc Godard gilt als einer der einflussreichsten Regisseure und Drehbuchautoren des 20. Jahrhunderts. Seine Filme werden der Nouvelle Vague zugeordnet, in der seit den späten 1950er Jahren die bis dahin dominierenden Erzähl- und Darstellungsformen des Films radikal umgekrempelt wurden. Für Godard und seine Kollegen wie François Truffaut ging es dabei nicht allein um Ästhetik, sondern sie verbanden mit den neuen stilistischen Mitteln eine ebenso radikale Gesellschaftskritik.

Zu den bekanntesten und erfolgreichsten Filmen Godards gehört „Ausser Atem“ von 1960, in dem Jean-Paul Belmondo die Hauptrolle spielte. Sein zweiter Film sorgte nicht nur künstlerisch, sondern vor allem politisch für Aufsehen. „Der kleine Soldat“ (Le petit soldat) spiegelte die Brutalität des Algerienkriegs wider, mit der die französische Armee die dortige Unabhängigkeitsbewegung bekämpfte. Der Film wurde von der Zensur verboten und durfte in Frankreich zwei Jahre lang nicht aufgeführt werden. Bis heute sind „Weekend“, „La chinoise“ oder „Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiss“ bekannt.

Jean-Luc Godard kam am 3. Dezember 1930 in Paris zur Welt. 1953 nahm er zusätzlich die Schweizer Staatsbürgerschaft an und lebt seit 1980 in Rolle am Genfersee. Im Jahr 2010 erhielt er den Ehrenoscar für sein Lebenswerk. Das Foto entstand 1990 in Zürich. (Foto: Keystone/Delay/Jann Jenatsch)

(J21)