- Historisches Bild

Vor 75 Jahren, am 20. November 1945, begann der grösste Kriegsverbrecher-Prozess der Geschichte. Er endet knapp elf Monate später mit dem Tod von zwölf der Angeklagte. Zehn der Verurteilten werden am 16. Oktober 1946 durch den Strang hingerichtet. Hermann Göring und Robert Ley töten sich vor der Vollstreckung des Urteils selber.

Das Bild zeigt acht der Angeklagten: Vordere Reihe von links: Hermann Göring (er nimmt am 15. Oktober 1946 Zyankali), Rudolf Hess (begeht 1987 im Kriegsverbrechergefängnis Suizid), Joachim von Ribbentrop (wird durch den Strang hingerichtet), Wilhelm Keitel (wird durch den Strang hingerichtet); dahinter: Karl Dönitz (wird zu zehn Jahren Haft verurteilt), Erich Raeder (wird zu lebenslanger Haft verurteilt), Baldur von Schirach (wird zu 20 Jahren Haft verurteilt, Fritz Sauckel (wird durch den Strang hingerichtet).

Zwei der berüchtigtsten Nazi-Verbrecher entzogen sich dem Internationalen Gerichtshof: Joseph Goebbels und Heinrich Himmler. Goebbels hatte am 1. Mai 1945 im Berliner Führungsbunker zusammen mit seiner Frau Magda Suizid begangen. Zuvor hatten die beiden ihre sechs Kinder mit Zyankali getötet. Auch Himmler, einer der Hauptverantwortlichen des Holocaust, beging Selbstmord. Er biss nach seiner Verhaftung am 23. Mai 1945 auf eine Zyankali-Kapsel.

In Nürnberg wurden erstmals Täter verurteilt, die sich nicht gegen die Gesetze ihres Staates vergangen hatten, sondern wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

(Foto: United States Government, National Archives and Records Administration, PD)