Warren Harding (Foto: Library of Congress, Washington) - Historisches Bild

Der Golf spielende Präsident: Vor 100 Jahren wurde Warren Harding zum amerikanischen Präsidenten gewählt. Der Republikaner hatte viel gemein mit dem jetzigen Präsidenten – nicht nur das Golfspiel. Er pflegte eine „America-First“-Politik und wehrte sich gegen zu viele Einwanderer. Vor allem war er ein begnadeter Selbstdarsteller und unterhielt mehrere aussereheliche Beziehungen. Mit viel Geld wurden die Frauen und ihre Familien zum Schweigen gebracht.

Er war der erste, der einen professionellen „amerikanisierten“ Wahlkampf mit viel Tamtam betrieb. Dafür spannte er die Medien ein, vor allem das neu aufgekommene Radio. Er liess einen Wahlkampfsong mit dem simplen Titel „Harding“ komponieren. Er trat zusammen mit Filmstars auf und rekrutierte Thomas Edison und Henry Ford für seine Kampagnen.

Kurz nach seiner Amtseinführung versorgte er mehrere seiner Freunde mit gutbezahlten Posten. Seine Amtszeit war von mehreren Korruptionsaffären überschattet. Er wollte das Rad zurückdrehen und zahlreiche Errungenschaften seines liberalen Vorgängers Woodrow Wilson rückgängig machen. Nach dem amerikanischen Engagement in Europa während des Ersten Weltkrieges führte er das Land zurück in den Isolationismus. Während seiner kurzen Amtszeit bestimmte er vier der neun Richter des Supreme Court.

Es gibt auch Positives: Mit dem Deutschen Reich, Österreich und Ungarn schloss er Frieden. Immer wieder sprach er sich gegen den Rassismus aus und verurteilte Gewalt gegen Minderheiten.

Vehement setzte er sich für das Frauenwahlrecht ein. Die Frauen, die 1920 erstmals wählen durften, dankten es ihm. Mit einem Glanzresultat (über 60 Prozent der Stimmen) wurde er zum 29. Präsidenten gewählt.

Trotzdem: Historiker bezeichnen Harding als einen der schlechtesten Präsidenten der USA. Er starb völlig unterwartet im Amt an einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt – nach nur zwei Jahren und fünf Monaten Amtszeit. (Foto: Library of Congress, Washington)