Solidarność - Historisches Bild

Am 17. September 1980 wurde in Danzig die unabhängige Gewerkschaft Solidarność als Zusammenschluss verschiedener Streikkomitees gegründet. Zum Vorsitzenden wurde Lech Wałęsa gewählt.

Die Gewerkschaft Solidarność entstand aus einer Streikbewegung von Arbeitern auf der Danziger Lenin-Werft. Von Anfang an wurde die Arbeiterbewegung von regimekritischen Intellektuellen, wie Tadeusz Mazowiecki, Bronisław Geremek, Jacek Kuroń, Adam Michnik, Józef Tischner und weiten Teilen der katholischen Kirche, besonders durch Papst Johannes Paul II., unterstützt.

Auslöser für die Streiks war die wiederholte Erhöhung der Lebensmittelpreise. Die Streiks unterschieden sich deutlich von Streiks, die wiederholt in den Jahren vorher stattgefunden hatten. So wurde der Streik auf der Leninwerft als Besatzungsstreik organisiert und von einem Streikkomitee koordiniert. So sollte der Staatsmacht kein Anlass oder Vorwand zu einem gewaltsamen Einschreiten gegen die Streikenden geboten werden. Ebenso erklärten sich landesweit alle anderen streikenden Betriebe mit dem Überbetrieblichen Streikkomitee an der Küste solidarisch.

Diese Streikbewegung beziehungsweise der Zusammenschluss der Arbeiter unter dem Dach von Solidarność gilt als der Anfang vom Ende des Ostblocks. Das Foto entstand am 18. Oktober 1980. Man hatte sich versammelt, um die Solidarität mit streikenden Arbeitern einer Kohlemine in Jastrzebie Zdroj zum Ausdruck zu bringen. Lech Wałęsa, dritter von links, hält stehend eine Rede. (Foto: Keystone/EPA/Stanislaw Jakubowski)

(J21)